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Psychologische Hilfe für Betroffene der Tsunami-Flutkatastrophe

23.09.2005 - (idw) Universität Leipzig

Eine Fachdelegation vom Institut für Psychologie II der Universität Leipzig, der Frau Prof. Dr. Evelin Witruk, Prof. Dr. Konrad Reschke und Dr. Marcus Stück angehörten, ist jetzt von einer ''Fact Finding Mission'' in Sri Lanka zurückgekehrt. Die Zielstellung dieses Einsatzes bestand in der Ermittlung des weiteren kurz- und langfristigen Bedarfs an psychologischer Hilfe für Betroffene der Tsunami-Flutkatastrophe. Hierzu wurden Partner an Universitäten in Sri Lanka aufgesucht, die bereits im Februar/März 2005 an den Mediatorenworkshops teilgenommen hatten. Die Gespräche an den Universitäten in Colombo, Nawala und Peradeniya wie überhaupt der gesamte Einsatz der Leipziger Wissenschaftler offenbarten den hohen Bedarf an Unterstützung für die psychologische Diagnostik und Intervention für Betroffene der Tsunami-Katastrophe. Die im Februar/März 2005 von der Fachdelegation realisierten Mediatorenworkshops zur Intervention bei traumatischen Belastungs- und Anpassungsstörungen wurden als sehr hilfreich eingeschätzt und das dort vermittelte theoretische und methodische Wissen konnte von den meisten Teilnehmern dieser Workshops bereits erfolgreich in der Praxis angewendet bzw. in der eigenen Lehrtätigkeit umgesetzt werden. Eine Weiterführung dieser Mediatorenworkshops wurde von allen Teilnehmern für sich selbst als auch für die anderen Universitäten Sri Lankas gewünscht, die noch nicht die Chance der Teilnahme hatten.

Als Resultat des Einsatzes steht vor allem der hohe und dringliche Bedarf an personeller Unterstützung fest, der für die Psychologieausbildung innerhalb der Pädagogik und Sonderpädagogik Bachelor- und Masterkurse vor allem an der University Colombo und an der Open University in Nawala sowie für den Aufbau eines Masterkursangebotes in Psychologie an der University of Peradeniya benötigt wird. ''Die Möglichkeiten, die der DAAD über das Hochschulberaterprogramm zur Verfügung stellt, werden von uns'', so Frau Prof. Witruk, ''zur Gestaltung dieser Hilfs- und Unterstützungsmaßnahmen an den verschiedenen Universitäten Sri Lankas in den nächsten zwei Jahren genutzt.'' Durch das hohe und flexible Engagement des DAAD in Zusammenarbeit mit dem Auswärtigen Amt wird es möglich sein, kurzfristig an der Universität Leipzig ein dreimonatiges Forschungspraktikum für Wissenschaftler aus den vom Tsunami betroffenen Regionen zu gestalten. Mit sechs aus Sri Lanka und Indonesien ausgewählten Wissenschaftlern wird ein gemeinsames Forschungsprogramm entwickelt, in dem es vor allem um die Diagnostik und Intervention bei Lern- und Anpassungsstörungen sowie von Behinderungen geht. Angestrebt werden kulturvergleichende Projekte zu den Ursachen von Lern- und Anpassungsstörungen und Projekte zur Diagnostik von langfristigen psychischen Folgen der Tsunami-Naturkatastrophe vor allem für Kinder. Dabei sollen die Wissenschaftler die Rahmenbedingungen für den Aufbau eines Coaching-Consulting-Systems ähnlich dem Schulpsychologischen Dienst in Deutschland sowie das System pädagogischer und klinisch-neuropsychologischer Rehabilitation in Deutschland kennen lernen, um in Sri Lanka und Indonesien Vergleichbares entwickeln und einleiten zu können.
Ein zwischen der Gadjah Mada University in Yogyakarta und der Universität Leipzig geplanter Universitätspartnerschaftsvertrag, der im November 2005 unterzeichnet werden soll, wird die Realisierung der angestrebten Projekte und Ziele fördern. Besonders positiv hervorzuheben ist das Engagement des DAAD zur Unterstützung von Maßnahmen als ''Hilfe zur Selbsthilfe'' für die betroffenen Regionen.



weitere Informationen:
Institut für Psychologie II
Prof. Dr. Evelin Witruk
Telefon: 0341 97-35951
E-Mail: witruk@rz.uni-leipzig.de
www.uni-leipzig.de/~psycho

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