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Ich bin froh, dass ich kein Dicker bin...

26.09.2005 - (idw) Friedrich-Schiller-Universität Jena

Von der 10. Fachgruppentagung Sozialpsychologie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena Jena (26.09.05) Witze über Politiker sind en vogue. Doch wenn wir darüber vielleicht lachen können, so fällt uns das doch meist schwer, wenn wir selber betroffen sind. Da wir alle zu irgendwelchen Stereotypen gehören, sind wir alle potenzielle Opfer von Spott, Benachteiligungen, gar Gewalt. Doch es gibt Gruppen, die eher negativ betrachtet werden als andere. Und es gibt Gruppen, aus denen man scheinbar "aussteigen" kann. Mit einer solchen Gruppe haben sich Dipl.-Psych. Juliane Degner und Prof. Dr. Dirk Wentura von der Universität des Saarlandes beschäftigt. Bei der 10. Fachgruppentagung Sozialpsychologie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena haben sie am Montag (26.09.) eine aktuelle Studie über Vorurteile und Selbstbild bei übergewichtigen Menschen vorgestellt.

Übergewicht erscheint auch den Betroffenen selbst als ein prinzipiell variables Merkmal - ,ich kann abnehmen, wenn ich will'. Daher identifizieren sich Dicke auch - im Gegensatz zu vielen anderen Gruppen - weniger mit "ihrer" Gruppe der Übergewichtigen und haben auch zu anderen Übergewichtigen eine kritischere Perspektive als dies üblicherweise innerhalb von Gruppen der Fall ist. Zum anderen unterliegen sie der oben angedeuteten Hoffnung, dass sie nur zeitweilig zu dieser Gruppe gehören.

Andererseits, so haben die Saarbrücker Psychologen ermittelt, existieren zweifellos noch immer Vorurteile gegenüber Dicken - und zwar von Normalgewichtigen wie von den Übergewichtigen selbst gleichermaßen. Dies bedeutet, dass die Betroffenen in Befragungen die negative Haltung gegenüber Übergewichtigen teilen. In neuen Studien, die Degner und Wentura nun in Jena vorstellten, konnten sie jedoch nachweisen, dass sich normalgewichtige und übergewichtige Menschen in ihren automatischen Reaktionen auf übergewichtige Menschen unterscheiden. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass leicht- und untergewichtige Personen am negativsten auf Dicke reagieren. Übergewichtige sind hingegen bei ihren spontanen Reaktionen auf Dicke wesentlich toleranter, auch wenn sich das in ihren Urteilen in den Befragungen nicht widerspiegelt.

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