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Hervorragende AbsolventInnen mit FHP-Preis ausgezeichnet!

27.09.2005 - (idw) Fachhochschule Potsdam

Im Rahmen der Immatrikulationsfeier der Fachhochschule Potsdam am 26.09.2004 wurden hervorragende Absolventinnen und Absolventen mit dem FHP-Preis für herausragende Diplomarbeiten von den Dekanen und Studiengangsleitern ausgezeichnet. Außerdem wurden der FHP-Sonderpreis für herausragendes Engagement und der DAAD-Preis für ausländische Studierende an deutschen Hochschulen 2005 verliehen. Im Fachbereich Sozialwesen wurde Christin Freitag für ihre Diplomarbeit "Biografiearbeit. Konzeptionelle Bausteine für die sozialpädagogische Praxis" mit dem FHP-Preis ausgezeichnet. Ihre Diplomarbeit erörtert Bedeutung und Notwendigkeit des Thematisierens der Lebensgeschichte in der sozialpädagogischen Praxis. Sie untersucht, welchen Beitrag Biografiearbeit in Bezug auf eine selbstbestimmte Lebensgestaltung und -bewältigung leisten kann. Nicht zuletzt will Christin Freitag mit ihrer Arbeit SozialpädagogInnen ermutigen und anregen, auch unter begrenzten institutionellen und personellen Rahmenbedingungen die Chancen biografieorientierter Arbeit wahrzunehmen, zu ergreifen und sich dafür einzusetzen, die Räume für alltagssprachliches Erzählen innerhalb ihrer Praxis zu erweitern. Christin Freitag (31), war vor ihrem Studium als Krankenschwester in Potsdam und Brighton tätig. Aktuell ist sie an der Vorbereitung des Studiengangs "Master of Arts: Advanced Professional Studies - Soziale Arbeit (MAPS)" am Fachbereich Sozialwesen beteiligt.

Die Architektur-AbsolventInnen Marcus Arndt (26), Katrin Heßbrüggen, Christin Rabenalt, Britta Winkler und Susann Selkmann (25), erhielten den FHP-Preis für ihre gemeinsame Diplomarbeit "Genua-Lungomare". Die gemeinsame Arbeit war für die fünf ArchitektInnen wie sie sagen: "mehr als der Plan fürs Diplom. Es war Lebensarchitektur. Es war der Plan für das Tor zur Welt - wie das Meer. Das Meer ist für die Architektinnen Inbegriff grenzenloser Weite. ... Symbol für das Unerreichbare und zugleich der Hafen für Überallhin. So stehen sie mit ihren Monumenten selbst am Meer und vor ihrer Zukunft, und geben - wenigstens für ihr Diplom - der Stadt Genua ein neues Gesicht."

Gudrun Simon, Studiengang Restaurierung, wurde für ihre Arbeit "Die Erhaltung der Stahlbetonkonstruktion des Erbbegräbnisses Wissinger auf dem Südwest-Kirchhof in Stahnsdorf. Untersuchungen zur Auswahl einer geeigneten Injektionsmasse zur Schließung von Rissen (Preserving the reinforced concrete construction of the Wissinger Inheritance Funeral Site on the South West Churchyard in Stahnsdorf. Tests to determine appropriate crack grouting)" prämiert. In ihrer Diplomarbeit zeigt Gudrun Simon zunächst die Objekt- und Restaurierungsgeschichte des Grabmales auf. Aus der Bewertung der 1987/88 durchgeführten Instandsetzungsarbeiten leitet sie ein weitergehendes Konservierungskonzept ab, welches in erster Linie die nachhaltige Schließung von Rissen am Objekt zum Ziel hat. Gudrun Simon (33) machte vor ihrem Studium eine Ausbildung zur Steinmetzin und Steinbildhauerin. Seit ihrem Diplom ist sie freiberufliche als Restauratorin tätig. Sie restauriert zur Zeit das Grabmal Wissinger (Naturstein- und Betonrestaurierung am expressionistischen Grabmal von Max Taut).

Sebastian Miethe schloss das Bauingenieur-Studium mit einer Diplomarbeit zum "Winzerberg in Sanssoucci" ab. Die Diplomarbeit überzeugt in herausragender Weise durch Aktualität, Einfühlsamkeit, Sachverstand und Engagement. Der Winzerberg kann als innenstadtnahe und fast vergessene Anlage innerhalb des UNESCO-Denkmalbereichs von Potsdam im Ergebnis dieser Arbeit seine stadt- und landschaftsräumliche Bedeutung wiedergewinnen. In der Folge der Diplomarbeit hat sich bereits eine "AG Winzerberg" gegründet, die den Winzerberg restaurieren will.

Im Fachbereich Design wurde die außergewöhnliche Diplomarbeit von Ulrike Niessner für den FHP-Preis ausgewählt. "Sacra Pagina - (visual) Comments. Beschreibung der Bibelgestaltung unter zeitgeschichtlichen und künstlerischen Gesichtspunkten" ist der Titel dieser Arbeit, die wissenschaftliche Arbeitsweisen mit grafischer (künstlerischer) Gestaltung auf sehr hohem Niveau verbindet. Gestalterisch gelingt Ulrike Neissner eine äußerst gewagte Gradwanderung zwischen historischer und moderner Buchgestaltung, wobei sie sehr souverän buchtraditionelle gestalterische Mittel mit modernen Elementen mischt.

Peter Fauck, Studiengang Archiv, wird für seine Diplomarbeit "Perspektiven der Auswertung von massenhaft gleichförmigem Schriftgut für die historische Forschung am Beispiel von Kreditakten" mit dem FHP-Preis gewürdigt. Im Studiengang Bibliothek wird Claudia Kunze ausgezeichnet. Das Thema ihrer Diplomarbeit lautete "Wissensmanagement bei einem Automobilzulieferer - Identifikation und Klassifikation des für das Unternehmen relevanten Wissens". Mit der Diplomarbeit "Retrokonversion des Zettelkatalogs der Magazinbestände in der Stadt- und Landesbibliothek Potsdam mittels Fremddatenübernahme und Umsetzung mit MySQL und PHP" überzeugte Monika Eidt im Studiengang Dokumentation. Seit der Einführung elektronischer Kataloge und dem Abbruch der konventionellen Katalogisierung stehen die Bibliotheken vor der Herausforderung, eine möglichst bruchlose Konversion ihrer Katalogdaten in eine maschinenlesbare Form zu realisieren. Die Magazinbestände der Stadt- und Landesbibliothek Potsdam bis Erwerbungsjahr 1994 sind z.Zt. nur über Zettelkataloge recherchierbar. Aufgrund der angespannten finanziellen und personellen Lage ist ein Retrokonversionsprojekt unter Einsatz des eigenen Stammpersonals oder einer Fremdfirma nicht möglich. Im Rahmen dieser Diplomarbeit wurde deshalb auf der Basis des Open-Source-Softwarepaketes LAMP (Linux, Apache, MySQL, PHP) und eines Z39.50-WWW-Gateways des Kooperativen Bibliotheksverbundes Berlin-Brandenburg (KOBV) ein Verfahren entwickelt, das die automatisierte Suche in Verbundkatalogen und anderen Internetquellen ermöglicht und so die Voraussetzung für die Retrokonversion des Standortkataloges mittels automatisierter Fremddatenübernahme schafft. Monika Eidt, Jahrgang 1978, ist inzwischen als Informationsspezialistin in München bei einem Fachinformationsdienstleister tätig.

Im Studiengang Europäische Medienwissenschaft erhielt Petra Spies den FHP-Preis. Ihre Bachelor-Arbeit "Schwarzpläne. Über Walter Benjamins Begriff der Geschichte" ist eine Auseinandersetzung mit einem medienwissenschaftlich kaum erforschten Phänomen: den so genannten "Schwarzplänen" Berlins. Am Beispiel der Schwarzpläne geht die Arbeit der Frage nach, was sich gewinnen lässt, wenn Geschichte nicht maßgeblich über ein zeitliches Raster gegliedert und linear erzählt wird, sondern wenn der Raum als gleichbedeutende Kategorie neben der Zeit auftritt, konkrete Schauplätze und Tatorte also eine mindestens ebenso große Rolle spielen wie zeitliche Kontinua und Brüche. Die Arbeit bewegt sich damit im Theorieumfeld des spatial turn, der (neuen) Betonung des Raumes in den Kulturwissenschaften. Somit lässt sich die Bachelor-Arbeit als Versuch lesen, Benjamins Entwürfe zu einer raumbezogenen Form von Geschichtsschreibung zur Anwendung zu bringen, sie auf einen aktuellen "Fall" zu übertragen und dabei gleichzeitig den medialen Eigenarten der Schwarzpläne auf die Spur zu kommen. Nach ihrem Bachelor-Abschluss absolviert Petra Spies (22) jetzt ein Master-Studium in "Intellectual History and the History of Political Thought" am Institut für Geschichte der Universität Sussex, in Großbritannien.

Den FHP-Sonderpreis für herausragendes Engagement erhielt eine Gruppe aus dem Studiengang Kulturarbeit. Maximilian von Aulock, Magdalena Balkowski, Ellen Bündgens, Karina Iskhakova, Anna Lange und Isabella Santos de Albuquerque wurden für ihr Engagement bei der Organisation der Tagung "ENCATC/Reloaded 2" ausgezeichnet. Parallel zur Jahrestagung des Kultur-Netzwerkes "European Network for Cultural Administration Training Centres" (ENCATC) führten die Studierenden eine eigenständige Studentenkonferenz durch. Unter dem Thema "Tampering with Boundaries - The Cultural Manager" entwickelten sie ein anspruchsvolles und methodisch kreatives Tagungsprogramm. Etwa 60 Studierende aus 15 europäischen Ländern nahmen an der dreitägigen Veranstaltung teil. Die Arbeit der Gruppe zeichnet sich durch außergewöhnliches Engagement, interkulturelle und soziale Kompetenz und fachliche Qualität aus. Zudem hat sich die Gruppe um das internationale Ansehen der Hochschule verdient gemacht.

Den DAAD-Preis für ausländische Studierende an deutschen Hochschulen 2005 erhielt He Bo aus der Volksrepublik China. He Bo studiert im 5. Semester Kommunikationsdesign. Prof. Lex Drewinski schrieb in seiner Laudatio, "Der Student hat sich ... dank seines imponierenden und schnellen Umgangs mit grafischen Computerprogrammen wie auch seiner kreativen Neugier, was westliches Design angeht, in den Vordergrund der Klasse gestellt. Sein Triptychon zum Plakatwettbewerb zum Thema "Globale Armut" ... (verfügt über) eine Symbolsprache, welche - wenn sie gut gemacht wird wie im Fall von Herrn He Bo - immer funktioniert, unabhängig davon, ob diese in China oder in Deutschland kommuniziert wird. ... Dies zusammen mit seiner enormen Kreativität und Fantasie, ... seinem Fleiß und nicht zuletzt seine östliche Denkweise und sein Humor machen ihn in meiner Klasse zu einer sehr wichtigen Person, die den richtigen Ton angibt, gerade gegenüber anderen Studierenden, die sich noch auf dem Weg befinden zu dem 'Mehr an Kreativität'."


Hinweis:
Einzelne Arbeiten sind unter www.fh-potsdam.de mit ausführlicheren Texten verlinkt. Zu verschiedenen PreisträgerInnen können Sie Fotos anfordern unter presse@fh-potsdam.de oder Tel. 0331 580-1070

Medieninformationen und Veranstaltungshinweise der FH Potsdam können Sie
auch im Internet abrufen: http://www.fh-potsdam.de
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