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"Ära" Beleites geht in der HNO-Klinik am Jenaer Uniklinikum zu Ende

28.09.2005 - (idw) Friedrich-Schiller-Universität Jena

Prof. Eggert Beleites, Direktor der Jenaer Universitätsklinik für HNO, geht in den Ruhestand (Jena) Nach 39 Jahren an der Jenaer Universitätsklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde (HNO) verabschiedet sich Prof. Dr. Eggert Beleites jetzt in den Ruhestand. Mit einer Feierstunde am 30. September ehren Kollegen, Freunde und Weggefährten den langjährigen Klinik-Direktor, erfahrenen Hochschullehrer und beliebten Arzt, der im Alter von 66 Jahren seine aktive ärztliche Tätigkeit beendet.

In Halle/Saale 1939 als Sohn eines HNO-Arztes geboren, setzte Prof. Eggert Beleites durch seine Arbeit als Arzt für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten eine Familientradition fort. Sein besonderes Interesse galt dabei von Anfang an vor allem dem Hören und den Behandlungsmöglichkeiten audiologischer Störungen und Erkrankungen. Viele Menschen verdanken ihr wiederhergestelltes und erhaltenes Hörvermögen dem Können des hervorragenden Operateurs Beleites, dem die hörverbessernden Operationen ebenso wie die Versorgung von Schwerhörigen mit Hörgeräten immer ein großes Anliegen war. Auch in seiner erfolgreichen Forschungsarbeit widmet sich der Arzt Beleites, der in den 50er Jahren erst nach einem Umweg über die Tätigkeit als Hilfsarbeiter in der Leuna-Werken Medizin studieren durfte, der Verbesserung des Hörvermögens seiner Patienten. In einer engen Zusammenarbeit mit dem Institut für Glaschemie der Friedrich-Schiller-Universität führte Prof. Eggert Beleites das Spezialmaterial Bioverit zur Herstellung von Implantaten für den Gehörknöchelchenersatz in die HNO ein. In der Folgezeit stellte Prof. Beleites die 3 mm großen Prothesen für seine Patienten in mühevoller Handarbeit selbst her und regte auch viele Kollegen an, seinem Beispiel zu folgen.

Das inzwischen zum Markenzeichen avancierte biokompatible Keramikmaterial, heute von einer Jenaer Firma hergestellt und bundesweit vermarktet, hat sich in den Jahren seit seiner Entwicklung immer neue Einsatzgebiete in der Medizin erobert: Aus "Beleites' Bioverit" werden heute neben Mittelohrprothesen auch Implantate für Rekonstruktionen im Schädelbereich und der Gesichtschirurgie hergestellt.

Der Innovation blieb Prof. Beleites auch als Leiter der HNO-Klinik des Jenaer Universitätsklinikums treu, deren Direktorat er 1993 übernahm: So führte er neue Operationstechniken zur Versorgung ertaubter Patienten mit Cochlear-Implantaten und zur videogestützten Nasenchirurgie in Jena ein.

Neben seiner Arbeit als Arzt und Wissenschaftler lag ihm die Ausbildung besonders am Herzen, in der er sich nicht nur als Hochschullehrer engagierte, sondern auch in den Gremien der ärztlichen Standesverbände und Fachgesellschaften, denen er vielfach angehörte. Als erster Vorsitzender der 1990 neu gegründeten Thüringer Landesärztekammer baute Prof. Beleites die Standesvertretung der Thüringer Ärzteschaft mit auf und steht ihr bis heute als Präsident vor. Für dieses Engagement beim Aufbau des Gesundheitswesens in Thüringen wurde Prof. Beleites 1997 das Bundesverdienstkreuz verliehen.

Ein wichtiger Meilenstein in seiner Tätigkeit in den Gremien der Bundesärztekammer, der Beleites als dienstältestes Vorstandsmitglied angehört, ist zweifellos die maßgebliche Mitarbeit an der Entwicklung der ärztlichen Handreichungen zur Sterbebegleitung.

Auch im jetzt bevorstehenden Ruhestand wird Prof. Beleites weiterhin sein Amt als Präsident der Landesärztekammer wahrnehmen und als Delegierter der deutschen Ärzteschaft im Weltärztebund viel auf Reisen sein. Der Dank vieler seiner Patienten, Kollegen und Mitarbeiter wird Prof. Eggert Beleites in diesen "Unruhestand" begleiten.


Feierliche Verabschiedung von Prof. Eggert Beleites, Direktor der HNO-Klinik am UKJ
30. September 2005
13.00 Uhr, Hörsaal Abbeanum, Fröbelstieg 1, 07743 Jena

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Hilmar Gudziol
Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Universitätsklinikum Jena
Tel.: 03641 / 935413
E-Mail: hilmar.gudziol@med.uni-jena.de

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