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50 Jahre im Dienst der Gesundheit

29.09.2005 - (idw) Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Die DFG-Senatskommission zur Prüfung gesundheitsschädlicher Arbeitsstoffe feiert Jubiläum Nr. 63
29. September 2005

Die Senatskommission zur Prüfung gesundheitsschädlicher Arbeitsstoffe der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), kurz MAK-Kommission genannt, erstellt seit mittlerweile 50 Jahren die so genannten MAK- und BAT-Werte-Listen, die die höchstzulässigen Konzentrationen gefährlicher Stoffe am Arbeitsplatz und biologische Arbeitsstoff-Toleranzwerte angeben. DFG-Präsident Ernst-Ludwig Winnacker und der Vorsitzende der Kommission, Professor Helmut Greim, laden anlässlich des Jubiläums zu einer Festveranstaltung am 6. Oktober 2005 auf den Petersberg bei Bonn ein.

Die DFG rückt einen Tag lang den Schutz am Arbeitsplatz ins Rampenlicht. Professor Helmut Greim und der ehemalige Vorsitzende der Kommission, Professor Dietrich Henschler, berichten von der Entstehung der MAK-Kommission, ihren Aufgaben und Erfolgen. Dazu gehört die Bewertung von Passivrauchen am Arbeitsplatz ebenso wie der Schutz vor gefährlichem Holzstaub zum Beispiel in Sägewerken. Professor Heinz-Peter Gelbke von der BASF spricht über die Bedeutung der Kommission für die chemische Industrie. Eingebettet in die Veranstaltung verleiht Staatssekretär Rudolf Anzinger den Gefahrstoffschutzpreis. Die MAK-Kommission besitzt als größte Senatskommission der DFG zahlreiche Arbeitsgruppen, die von ihren Leitern vorgestellt werden. Musik des jungen Künstlers Viktor Bajlukov untermalt die Veranstaltung.

Die Senatskommission stellt seit 1955 Grenzwerte für Arbeitsstoffe auf und erarbeitet analytische Methoden zu deren Kontrolle. Darüber hinaus bewertet sie die Stoffe bezüglich ihrer krebserzeugenden, keimzellverändernden, fruchtschädigenden und sensibilisierenden Wirkung. Das Erstellen der MAK- und BAT-Werte-Liste gehört zentral zum Auftrag der Politikberatung in der Satzung der DFG. MAK steht dabei für maximale Arbeitsplatz-Konzentration und BAT für biologische Arbeitsstoff-Toleranzwerte. Hervorzuheben ist vor allem die Unabhängigkeit der Senatskommission, deren Arbeitsergebnisse auf rein wissenschaftlichen und transparenten Entscheidungsprozessen beruhen. Die Empfehlungen der Kommission finden nicht nur in der deutschen Gesetzgebung Berücksichtigung, sondern werden auch international herangezogen, so beispielsweise von der Europäischen Kommission. Seit 1985 veröffentlicht die DFG die MAK- und BAT-Werte-Liste auch in englischer Sprache, 2003 wurde mit der Umsetzung in chinesischer Sprache begonnen.

Der ersten deutschen MAK-Liste aus dem Jahr 1956 gingen ähnliche Publikationen in den USA voraus, die seit dem Jahr 1939 so genannte Threshold Limit Values oder Maximum Allowable Concentrations auf Basis intensiver Arbeiten von Industrie und staatlichen Stellen vorgaben. In Deutschland gab es 1938 erstmals den Vorschlag zu einer Liste zulässiger Grenzkonzentrationen am Arbeitsplatz, der jedoch nicht realisiert wurde. Nach einem weiteren Anlauf im Jahr 1953 bildete im Februar 1954 der Ärztliche Ausschuss der Deutschen Gesellschaft für Arbeitsschutz in Frankfurt ein MAK-Gremium als einen selbstständigen Unterausschuss. Dieser Ausschuss beschloss die Ausarbeitung und Herausgabe einer MAK-Liste mit jährlichen Ergänzungen und ging nach einem Senatsbeschluss der DFG vom 29. September 1955 in die neue DFG-Senatskommission zur Prüfung gesundheitsschädlicher Arbeitsstoffe (MAK-Kommission) über. Die erste Arbeitssitzung fand am 26. Oktober 1955 in München statt. Nach 50 Jahren Arbeit erschien im Juli 2005 die 41. Ausgabe der MAK- und BAT-Liste.


Weitere Informationen

Informationen zur Veranstaltung erhalten Sie bei Dr. Armin Krawisch, Gruppe Lebenswissenschaften der DFG, E-Mail: Armin.Krawisch@dfg.de, Tel. 0228/885-2453.

Informationen zu der Arbeit der Senatskommission im Internet unter www.dfg.de/dfg_im_profil/struktur/gremien/senat/kommissionen_ausschuesse/senatskommission_pruefung_arbeitsstoffe/

Journalisten sind zu der Veranstaltung herzlich eingeladen. Um Anmeldungen wird bis zum 4. Oktober 2005 bei Jutta Höhn, Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, E-Mail: Jutta.Hoehn@dfg.de, Tel. 0228/885-2443, gebeten.

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