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Wahrnehmung - Abbildung oder Rekonstruktion?

30.09.2005 - (idw) Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

Initiative "Kunst und Wissenschaft am Marstallplatz München" lädt ein
zum Perspektivenwechsel

Prof. Dr. Wolf Singer, Direktor am Max-Planck-Institut für
Hirnforschung, Frankfurt, ist der erste Referent der am 4. Oktober 2005
beginnenden Vortragsreihe zum Thema "Wahrnehmung", zu der die
Initiative Kunst und Wissenschaft am Marstallplatz in München - ein
Gemeinschaftsprojekt von Max-Planck-Gesellschaft, Bayerischer
Staatsoper und Haus der Kunst - einlädt. Referenten aus beiden Welten,
Künstler wie Wissenschaftler, stellen in fünf Vorträgen unsere
Alltagswahrnehmungen in einen neuen Zusammenhang und bieten damit
die außergewöhnliche Gelegenheit zum Perspektivenwechsel. "Die Welt ist nicht so, wie wir sie wahrnehmen." Dieses provokative Statement
des prominenten Hirnforschers Wolf Singer führt unmittelbar in die
Auseinandersetzung, die die Max-Planck-Gesellschaft mit der Initiative Kunst
und Wissenschaft am Marstallplatz angestoßen hat. Die Ergebnisse von Singers
neurologischer Forschung finden Eingang in den Vortrag zum Thema
"Wahrnehmung - Abbildung oder Rekonstruktion?" Unsere Sinnesorgane
erfassen nur sehr begrenzte Ausschnitte der prinzipiell in der umgebenden Welt
verfügbaren Information. Dennoch nehmen wir unsere Umwelt als
zusammenhängend und geschlossen wahr. Dies ist möglich, weil unser Gehirn
über eine Fülle von Vorwissen verfügt und dieses nutzt, um zu kohärenten
Interpretationen zu gelangen. Welche neuronalen Mechanismen diesem
Rekonstruktionsprozess zugrunde liegen und auf welche Wissensquellen er
sich stützt, wird im Vortrag erörtert.
Die weiteren Vorträge beschäftigen sich mit dem "Sehen in der Kunst"
(3.11.05, Prof. Hermann Pitz, Akademie der Bildenden Künste, München),
dem Einfluss von Augenkrankheiten auf die Malweise berühmter Künstler
("Die Welt mit anderen Augen malen", 17.11.05, Dr. Ralf Dahm, Zentrum für
Hirnforschung, Wien), "Pleasure under Pressure" (1.12.05, der Künstler Olafur
Eliasson, Berlin) und mit den spektakulären Bildern, die die modernen
Messgeräte der Astronomie heute liefern ("Am Himmel ist die Hölle los", 8.
12.05, Prof. Dr. Günther Hasinger, Max-Planck-Institut für extraterrestrische
Physik, Garching).
Zur Initiative Kunst und Wissenschaft am Marstallplatz haben sich Bayerische
Staatsoper, Max-Planck-Gesellschaft und Haus der Kunst als Nachbarn und
Anlieger des neugestalteten Platzes in Münchens Mitte zusammengefunden.
Ziel ist es, den Bürgern Spielstätten und Denkstuben, Laboratorien und Ateliers
zu öffnen und sie teilnehmen zu lassen an dem, was dort aktuell geschieht.
Wissenschaftler wie Künstler brauchen Fantasie, Neugier und den Mut, neue
Wege zu beschreiten. So wie Grundlagenforscher frei von den Zwängen unmittelbarer Verwertbarkeit
nach Erkenntnis streben und verborgene elementare Zusammenhänge aufspüren, so erforschen auch die

Künstler Innen- und Außenwelt, experimentieren und folgen der Logik des Zufalls. "Das Museum ist das
Labor, und die Besucher sind eingeladen, an den Experimenten teilzunehmen." (Alfred H. Barr jr.,
Gründungsdirektor des New Yorker Museums of Modern Art).
Die Veranstaltung findet am 4. Oktober 2005 um 19.00 Uhr im Max-Planck-Haus am Hofgarten,
Hofgartenstr. 8, 80539 München, statt.
Da die Zahl der Plätze begrenzt ist, bitten wir um Anmeldung:
Max-Planck-Gesellschaft, Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit,
Tel. 089/2108-1296 oder E-Mail forum@gv.mpg.de.

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