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Nobelpreis 2005 für Physik geht an LMU-Professor Theodor W. Hänsch

04.10.2005 - (idw) Ludwig-Maximilians-Universität München

Der Nobelpreis für Physik 2005 geht an Professor Theodor W. Hänsch vom Department für Physik der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München. Der Wissenschaftler teilt sich die Hälfte der Auszeichnung mit dem US-amerikanischen Forscher John L. Hall. Die schwedische Akademie der Wissenschaften würdigt damit den Beitrag der beiden Physiker zur Entwicklung der laserbasierten Präzisionsspektroskopie, mit deren Hilfe die Farbe des Lichts von Atomen und Molekülen extrem genau bestimmt werden kann. Die zweite Hälfte des Preises geht an den US-amerikanischen Forscher Roy J. Glaubner, der ebenfalls auf dem Gebiet der Quantenoptik arbeitet. Hänsch ist 1941 in Heidelberg geboren. Er promovierte in Physik an der Universität Heidelberg und ist seit 1986 Professor an der LMU München sowie Direktor am Max-Planck-Institut für Quantenoptik in Garching. Hänsch erhielt unter anderem den Gottfried-Wilhelm-Leibniz Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft und den Philip-Morris Forschungspreis. Er ist Träger des Verdienstkreuzes 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland und des Bayerischen Maximiliansordens für Wissenschaft und Kunst. Ihm wurde in diesem Jahr unter anderem der Otto-Hahn-Preis verliehen.

LMU-Rektor Professor Bernd Huber gratulierte dem frisch gekürten Nobelpreisträger: "Mit Theodor Hänsch wird ein herausragender Wissenschaftler gewürdigt, dessen Bahn brechende Arbeiten aus der modernen Naturwissenschaft nicht mehr wegzudenken sind. Wir gratulieren ihm und seinen Mitarbeitern und freuen uns mit ihm, auch weil damit die Exzellenz der Naturwissenschaften an der LMU eindrucksvoll bestätigt wird."

Zur Forschung
Die wichtigen Beiträge von Theodor Hänsch und John Hall haben es ermöglicht, so die Begründung der Jury, Frequenzen mit einer bisher nicht gekannten Genauigkeit von 15 Stellen hinter dem Komma zu messen. Laser mit extremer Farbgenauigkeit können hierzu bereitgestellt werden. Die von Hänsch entwickelte Frequenzkamm-Methode erlaubt das präzise Auslesen der Lichtfrequenzen über das gesamte Spektrum. Seit kurzer Zeit kann sogar auch der extreme UV-Bereich gemessen werden. Sie ermöglicht beispielsweise, die Stabilität der Naturkonstanten im Verlauf der Zeit zu untersuchen. Die Unterschiede zwischen Materie und Antimaterie können dank dieser neuen Methode ebenfalls bestimmt werden, wobei Wasserstoff von besonderem Interesse ist. Es können aber auch eine verbesserte GPS-Technologie, also Satelliten basierte Navigationssysteme, sowie extrem genaue Uhren entwickelt werden. Die Jury rechnet sogar mit der Einführung einer neuen optischen Standarduhr. Anwendungen in der Telekommunikation sowie bei Messungen über astronomische Entfernungen sind möglich.

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