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Bayerische Rektorenkonferenz gegen "Mega-Sparerstrafe"

13.12.2002 - (idw) Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Die Bayerische Rektorenkonferenz (BRK) hat in ihrer Sitzung am Freitag, 13.12.2002, an der Universität Erlangen-Nürnberg folgende Stellungnahme zum bayerischen Doppelhaushalt 2003/04 beschlossen:

Der Bayerische Landtag hat am 12.12.2002 den Doppelhaushalt 2003/04 verabschiedet, der angesichts der unerwartet dramatischen Einnahmeausfälle der öffentlichen Hand auch für die Universitäten schmerzhafte Einschnitte mit sich bringt: Rund 7,5 % Kürzungen bei den laufenden Mitteln (etwa 13 Mio. Euro jährlich), 22 Mio. Euro jährliche Kürzungen bei den Hochbaumaßnahmen und eine weitere Verschärfung des seit Jahren laufenden Stelleneinzuges sind ohne Qualitätsverluste nicht zu verkraften. Dennoch tragen die bayerischen Universitäten die notwendigen Sparmaßnahmen solidarisch mit.

In aller Entschiedenheit tritt die BRK jedoch Plänen entgegen, die von den Universitäten im Vertrauen auf feste politische Zusagen verantwortlich und vorsorglich gebildeten Investitionsrücklagen einzuziehen. Dies würde die jetzt beschlossenen Kürzungen bei den laufenden Mitteln um ein Dreifaches übersteigen und hätte als "Mega-Sparerstrafe" irreparable Konsequenzen für den Wissenschaftsstandort Bayern: Der wesentliche bayerische Vorteil im Wettbewerb um die "besten Köpfe" bestand immer in der Verlässlichkeit seiner Zusagen; wenn erst einmal dieser Ruf beschädigt ist, werden hochkarätige Wissenschaftler nicht mehr zu gewinnen sein.
Die Investitionsrücklagen wurden nicht nur für Berufungen, sondern auch für vielfältige konkrete Ausbildungs- und Forschungsprojekte, für den Ersatz veralteter Geräte und den Erhalt der Gebäudesubstanz gebildet. Wenn verantwortungsbewusstes Wirtschaften der Universitäten zur Sicherung von Qualitätsstandards durch den Einzug der Vorsorgerücklagen "bestraft" werden sollte, würde dies nachhaltige Schäden bewirken. Dagegen wäre der kurzfristige Liquiditätsgewinn für den Freistaat Bayern minimal.
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