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Medizinerausbildung im Wandel

27.10.2005 - (idw) Westfaelische Wilhelms-Universität Münster

Ein stärkerer Praxisbezug schon zu Beginn des Studiums, fächerübergreifender Unterricht, kleinere Gruppengrößen und ein verändertes Prüfungswesen sind wesentliche Beispiele für einen großen Wandel, der sich vor kurzem in der Medizinerausbildung in Deutschland vollzogen hat. Anlass für die komplette Überarbeitung der Studienpläne war die Neufassung der ärztlichen Approbationsordnung, die vor zwei Jahren in Kraft getreten ist. Darüber hinaus erfolgt seit diesem Wintersemester auch das Zulassungsverfahren zum Medizinstudium nach einem anderen Verfahren. Die vielfältigen Veränderungen bedeuten auch neue Herausforderungen für die Lehrenden an den Medizinischen Fakultäten. An Themen und Diskussionsstoff wird es also nicht mangeln bei der Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA), die vom 4. bis 6. November 2005 an der Universität Münster stattfindet.

Rund 150 Studiendekane und andere im Bereich der Lehre engagierte Dozenten aus dem gesamten Bundesgebiet und teilweise auch aus dem angrenzenden Ausland werden zu dieser Veranstaltung erwartet. Die wissenschaftliche Leitung liegt bei Prof. Dr. R. Peter Nippert, kommissarischer geschäftsführender Direktor des Instituts für Ausbildung und Studienangelegenheiten der Medizinischen Fakultät der Universität Münster, dem Vorsitzenden der GMA, Prof. Dr. Eckart G. Hahn aus Erlangen, und dem Studiendekan der Medizinischen Fakultät der Universität Münster, Dr. Bernhard Marschall. Auf dem Programm der im Lehrgebäude des Zentralklinikums stattfindenden Tagung stehen Vorträge und Workshops zu allen aktuellen Fragen der Lehre in der Medizin. Wie Nippert hervorhebt, stellen die GMA-Jahrestagungen damit ein wichtiges Kommunikationszentrum und eine bedeutsame Informationsquelle zur Verbreitung innovativer Ansätze in der Medizinerausbildung dar.

Angesichts der Aktualität der Themen widmen sich jeweils eigene Workshops unter anderem den neu geschaffenen Zugangsstrukturen zum Medizinstudium, der Umsetzung der neuen Approbationsordnung, neuen Lehrmaterialien und Lehrformen, wie etwa dem so genannten E-Learning, Entwicklungen zur Verbesserung der "kommunikativen Kompetenz" von Studierenden und Lehrenden sowie dem unter Lehrenden und Studierenden viel diskutierten neuen Prüfungswesen. A propos Studierende: Auch sie bleiben bei der Tagung in Münster nicht außen vor. Vielmehr werden sie aus ihrer
Sicht die Umsetzung der neuen Approbationsordnung beleuchten. So wird unter anderem eine entsprechende Studie vorgestellt, die auf einer Umfrage unter 1000 Studierenden basiert. Neben all diesen aktuellen Fragen, die bei der Tagung zur Sprache kommen, verweist Nippert nicht zuletzt aber auch auf ein Thema, das bei den GMA-Jahrestagungen eigentlich nie fehlt und auch jetzt in Münster in einem der Plearvorträge aufgegriffen wird, und zwar die Frage nach dem Idealtyp des Ausbildungsziels: "Der gute Arzt". Damit solle nicht zuletzt daran erinnert werden, dass die Medizinerausbildung in erster Linie dem Patienteninteresse und erst dann dem spezifischen professionellen Interesse zu dienen habe.
Weitere Informationen: http://gma.uni-muenster.de/programm/Tagungsprogramm%20GMA.pdf
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