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Kaplan-Turbine bereichert Energiepark

27.10.2005 - (idw) Fachhochschule Ulm

Das fünfte Exponat des Energieparks auf dem Campus Prittwitzstraße der Fachhochschule Ulm (FHU) - das Laufrad einer Kaplan-Turbine - ist fertig gestellt. In Gegenwart des Stifters E.on Energie, München, vertreten durch Professor Rainer F. Elsässer, wurde es nunmehr seiner offiziellen Bestimmung übergeben: als Anschauungsobjekt für Studierende des Maschinenbaus und Attraktion für Besucher. Der FHU-Campus ist damit der einzige in Deutschland, der die drei wichtigsten Typen von Wasserturbinen präsentiert. "Die Kaplan-Turbine ist so etwas wie ein universelles und sehr flexibles Arbeitspferd der Wasserkraft", so Rektor Professor Dr. Achim Bubenzer bei der feierlichen Enthüllung der Stele, die dem Betrachter Funktionsweise und Einsatz näher bringt. Die fünf Schaufeln des Laufrades stammen aus dem Wasserkraftwerk Teufelsbruck. Für ihre Installation mussten sie in ein aufwändiges Tragwerk integriert werden, dessen Grundlagen von Studierenden unter Leitung von Professor Dr.-Ing. Wolfgang Rieger in Studienarbeiten erarbeitet wurden. Gefertigt wurde es von der Firma Burger Wasserkraft-Anlagen in Engetsried (Allgäu). Um die Optik der Turbine nachzuempfinden, ist das Tragwerk mit einer Aluminiumhaut verkleidet, die allein 200 Kilogramm wiegt. Sie ist insofern etwas besonderes, als sie nahtlos durch Drücken aus einem einzigen Stück Aluminium hergestellt wurde. Die Schaufeln hatte einst die Firma Voith, Heidenheim, für das Wasserkraftwerk Teufelsbruck gefertigt.

Die Kaplan-Turbine ist, entwicklungsgeschichtlich gesehen, der jüngste der drei Typen von Wasserkraft-Turbinen im Energiepark. Sie wurde 1913 von dem österreichischen Ingenieur Viktor Kaplan erfunden. Seine Erfindung wurde allerdings erst 1936 auf der Weltkraftwerkskonferenz in Berlin als einer der größten Fortschritte gewürdigt, die bis dahin auf dem Gebiet des Wasserkraftmaschinenbaus gemacht worden waren. Kaplan, der jahrelang um die Anerkennung seiner Arbeit kämpfen musste, erlebte diese Würdigung nicht mehr. Er war bereits 1934 verstorben. Die Kaplan-Turbine wird vor allem bei Flüssen eingesetzt, die sich durch geringen Wasserdruck, aber große, stark schwankende Durchflussmengen auszeichnen. Das Wasserkraft-Turbinen-Ensemble auf dem Campus wird komplettiert durch ein Pelton-Rad (1880) und eine Francis-Turbine (1849).

Der Energiepark der Fachhochschule Ulm (FHU) ist ein multidisziplinäres Projekt, das seit 2001 unter der Leitung von Dr. Ingrid Horn, Corporate Communications und Marketing, umgesetzt wird. Hinter ihm stehen der Arbeitskreis Energiepark und ein Konsortium aus Firmen und Privatpersonen, die die Umsetzung durch Sach- und Geldspenden unterstützen. Unter der Leitidee "Energie heißt Fortschritt" will er Ingenieurleistung bewusst machen, historische Entwicklungslinien aufzeigen, Nutzen und Risiken benennen, zum Diskurs anregen und nicht zuletzt für die technisch orientierten Studiengänge der Hochschule werben.

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