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"Where are the new Humboldts"?

28.10.2005 - (idw) Zeppelin University

Steve Fuller, Professor für Soziologie an der University of Warwick, geht dieser Frage nach - und versucht eine Antwort. Vortrag in englischer Sprache am 3.11. um 18 Uhr an der Zeppelin University | Friedrichshafen | Bodensee | Campus Seemooser Horn | Großer Hörsaal. Wilhelm von Humboldt (1767 - 1835), Begründer der Humboldt-Universität zu Berlin, "Erfinder" des humanistischen Gymnasiums und u. a. Leiter des Kultur- und Unterrichtswesens im preußischen Innenministerium, ist eine Ikone der "higher education", der Höheren Bildung, wobei der angelsächsische Begriff "education" nicht, wie der deutsche, zwischen Bildung und Erziehung unterscheidet. Zu Zeiten Humboldts erwarben die Universitäten eine führende Rolle für die Gesellschaft. Das heißt, sie trieben gesellschaftliche Entwicklungen voran statt ihnen lediglich zu folgen. Humboldts Idee war die einer unabhängigen Universität, frei von staatlichen Auflagen und Forderungen, die in verantwortlicher Selbststeuerung selber staatliche Zwecke erfüllen kann. Er war überzeugter Anhänger der Aufklärung, was sich darin äußerte, dass er eine gewisse allgemeine Bildung des Menschen, seines Charakters und seiner Gesinnung als Grundlage jeder Bildung betrachtete.

Fuller ist überzeugt, dass Humboldts Ideen es wert sind - ganz entgegen dem gegenwärtigen Trend - wiederentdeckt zu werden. Menschen in Leitungsfunktionen einer Universität, die das Charakteristische dieser sozialen Organisation, die sie managen, verstehen, müssten lernen, dass nicht allein Markt-Indikatoren eine erfolgreiche Universität ausmachen. In sofern liefere der deutsche "Protektionismus" gegenüber dem englischen "freien Markt" des 19. Jahrhunderts heute einige wertvolle, wenngleich zweischneidige, Lehrstunden.

Steve Fuller ist einer der weltweit prominentesten jungen Sozialwissenschaftler, Wissenschaftstheoretiker und Wissenschaftsforscher. Fuller kommentiert regelmäßig aktuelle Themen der Zeit. So wird er in Kürze als einer der sachverständigen Zeugen in dem Prozess in den USA aussagen, in dem es um die Frage der Zulässigkeit der so genannten Schöpfungsthese im Gegensatz zur Evolutionstheorie Darwins als Teil des regulären Lehrplanes in amerikanischen Schulen geht.
Weitere Informationen: http://www.zeppelin-university.de/veranstaltungen_link.php?navid=7&veranstaltungid=38169545
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