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Tatort FH-Bibliothek

31.10.2005 - (idw) Fachhochschule Bochum

FH Bochum beteiligte sich als einzige wissenschaftliche Bibliothek Bochums am der Nacht der Bibliotheken am 28. Oktober 2005 Ein typischer Freitagabend auf dem FH-Campus in Bochum: Studierende und Professoren haben das Gelände längst verlassen, die Lichter in Büros und Laboratorien sind erloschen, und wer sich noch schnell ein Buch in der Bibliothek ausleihen möchte, steht vor verschlossenen Türen.

An diesem Freitag ist alles plötzlich ganz anders: Das Hauptgebäude ist hell erleuchtet, und immer mehr Menschen folgen den scheinbar blutigen Fußspuren auf dem Boden. Sie führen in den ersten Stock zum Eingang der Hochschulbibliothek "Technik", deren Türen weit geöffnet sind.

An der Ausleihtheke wird Bier ausgeschenkt, Studierende lümmeln sich Chips essend in Clubsesseln und hinterlassen Krümel auf dem Teppich, während Latin-Jazz-Klänge durch die Regale hallen und Bibliothekarinnen ausgelassen tanzen... Hier stimmt doch etwas nicht - oder?

Unter dem Motto "Bibliotheken bringen Licht ins Dunkel" hatten mehr 180 Bibliotheken in ganz Nordrhein-Westfalen die Bürger eingeladen, in der Nacht des 28. Oktober 2005 ihre Bibliothek in einem anderen Licht zu entdecken. Als einzige wissenschaftliche Bibliothek in Bochum beteiligte sich die FH-Bibliothek an der Aktion und stellte sich mit einem abwechslungsreichen Programm ins Rampenlicht. "Wir wollen aus dem Dunkel heraustreten und die Studierenden für ihre Bibliothek gewinnen", erklärte Leiterin Heidi Martin. "Und natürlich richten sich unsere Dienstleistungen an alle Bürger - also nicht nur an Angehörige der FH."

Für die richtige Stimmung sorgte ein Ambiente, das bewusst die Verbindung zum Licht herstellte: Die Installationen "Licht in Würfeln", "Lichtwände" und "Spiel mit Licht" - allesamt Werke von Studierenden des Fachbereichs Architektur - erhellten die Szene.

Die Bibliotheksnacht begann mit einer Premiere: Eigentlich stehen die fünf Musiker von "Kruber Libre" in Diensten der "Hattinger Big Blast Company", aber in letzter Zeit entdeckten sie ihre Vorliebe für die kleinere Formation, in der sie an diesem Abend debütierten. Kammermusik also - allerdings nicht auf die klassisch ruhige Art: Die temperamentvolle Mischung aus Latin Jazz und Bossa Nova brachte die Stimmung auf den ersten Höhepunkt, und spätestens bei den Klängen von "Girl from Ipanema" wurde der Bibliotheksboden zur Tanzfläche.

Das Rätsel um rote Fußspuren im Treppenhaus konnte auch von Theo Pointner nicht gelüftet werden. Als der Krimi-Autor aus seinen Romanen und Kurzgeschichten vorlas und Bilder von einem Serienkiller, der in Bochum sein Unwesen treibt, einem heimtückischen Mord in der Schrebergartenkolonie und einem Juwelendiebstahl auf dem Massenberg-Boulevard heraufbeschwor, lief so manchem der rund 80 Zuhörer ein Schauer über den Rücken. Viele schielten verstohlen, ob da nicht doch eine Leiche hinter dem Kopierer verborgen lag.

Eine Bibliothek hat der Bochumer Schriftsteller bisher noch nicht als Tatort für seine Ruhrgebiets-Krimis verwendet - aber wer weiß, vielleicht hat ihn die Lesung zwischen Gesetzestexten und OPAC-Rechnern ja inspiriert?

"Let's Move to the Groove" hieß es zu später Stunde, als die sechsköpfige Band "Superfly" mit ihren eingängigen Interpretationen von Funk- und Soul-Musik die Bücherregale vibrieren ließ. Bei den ersten Takten des Carole-King-Klassikers "You've Got a Friend" wurden die Feuerzeuge gezückt, und beim bekannten Refrain erhielt Sängerin Katharina Malmsheimer vielstimmige Unterstützung aus dem Publikum.

Natürlich konnten Leseratten die Nacht auch zum Blättern in Büchern und Zeitschriften nutzen. Aber im Vordergrund stand für die Gäste der ungewöhnliche Veranstaltungsort: "Man ist jeden Tag hier, aber plötzlich nimmt man die Umgebung ganz anders wahr", meinte ein BWL-Student. "Es ist gemütlich hier, richtig cool", ergänzte ein angehender Wirtschaftsingenieur. Grund genug für Heidi Martin, sich zufrieden zu äußern: "Beim nächsten Mal sind wir wieder mit dabei. Es wäre schön, wenn dann noch mehr Studierende kommen würden - aber so eine neue Veranstaltung muss sich natürlich erst einmal herumsprechen."

Weitere Informationen: http://www.fh-bochum.de/2005/ndb.php http://www.nachtderbibliotheken.de/
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