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Das Ende der Katalogkarten

19.12.2002 - (idw) Universität zu Köln

Das Ende der Katalogkarten
3,2 Millionen Bücher und Zeitschriften online recherchierbar

Das Zeitalter der Katalogkarten an der Universitäts- und Stadtbibliothek Köln ist beendet. Seit heute sind alle 3,2 Millionen die Titel aller Bücher und Zeitschriften der größten Hochschulbibliothek des Landes Nordrhein-Westfalen über einen Online-Katalog erreichbar. Damit ist die Suche nach allen Büchern und Zeitschriften der Kölner Universitäts- und Stadtbibliothek sowie ihre Bestellung über das Internet (http://www.ub.uni-koeln.de/) möglich.

Die Universitäts- und Stadtbibliothek Köln hat seit 1920 aktiv die wissenschaftliche Literatur des In- und Auslandes gesammelt, und diese Titel fast sieben Jahrzehnte lang auf Katalogkarten verzeichnet. Der Bestand an Katalogkarten wuchs beständig, besonders als in den Aufbaujahren nach dem Zweiten Kriege die Finanzmittel für Bucherwerbungen reichlich flossen. Die Flut der Katalogkarten - Ende der 80er Jahre lag ihre Zahl bei ca. 3 Millionen - hat die USB schließlich in 55 Katalogschränken mit insgesamt 2.358 Schüben verwahrt.

Mit dem Einzug der Elektronischen Datenverarbeitung in die Hochschulbibliotheken des Landes wurde auch in der Kölner Universitäts- und Stadtbibliothek der Schritt zur maschinellen Erfassung der Katalogdaten getan. Seit 1989 werden dort alle Titel nur noch im sogenannten Verbundkatalog des Landes NRW, den das mit der Universität zu Köln verbundene Hochschulbibliothekszentrum des Landes NRW verwaltet, erfasst.

Für die Praxis an der Universitäts- und Stadtbibliothek Köln ergab sich somit das Problem, wie sich die "Altdaten", also die auf Katalogkarten vorliegenden Titeleintragungen, in den EDV-Verbundkatalog einbringen ließen. Da neben der Kölner auch die anderen "alten" Universitätsbibliotheken in Bonn, Aachen und Münster vor derselben Problematik standen, wurde im HBZ, mit finanzieller Unterstützung durch das Ministerium für Schule, Wissenschaft und Forschung, zentral die Konversion der "Altdaten" (Erscheinungsjahre 1800-1975) eingeleitet. Ein niederländisches Dienstleistungsunternehmen setzte über ein Einscanverfahren die Texte maschinelle um. Damit war aber lediglich der Text der Katalogaufnahme maschinenlesbar erfasst, es musste der sogenannte "Lokalsatz", der die Angaben zum Standort des Buches umfasst, nachgetragen werden. Dieser Nachtrag war jeweils durch die Mitarbeiterinnen in den vier beteiligten Bibliotheken vorzunehmen.

Im Rahmen dieses Projekts zur retrospektiven Erfassung von Lokaldaten hat die Universitäts- und Stadtbibliothek Köln mit Unterstützung des Ministeriums seit 1997 mitgewirkt. Ihr kam der Umstand zugute, dass ihr dafür der sogenannte Benutzerkatalog, eine Kopie des im Informationszentrum aufgestellten Hauptkatalogs, zur Verfügung stand. Dieser Benutzerkatalog wurde mit Fortschritt der Arbeiten sukzessive abgebaut. Daran haben insgesamt sieben Bibliothekarinnen sowie 83 Studentische Hilfskräfte, allerdings mit unterschiedlicher Verweildauer, mitgewirkt. Zu Spitzenzeiten des Projekts fand die Arbeit sogar in drei Schichten statt. Im Rahmen der kleinen Feierstunde trug eine Mitarbeiterin symbolisch die letzte Katalogkarte, einen englischsprachigen Titel mit dem Verfassernamen "John Zysman", in den Verbundkatalog ein.

Verantwortlich: Dr. Wolfgang Mathias

Für Rückfragen steht Ihnen Dr. Gernot Gabel unter der Telefonnummer 0221/470-2404, der Fax-Nummer 0221/470-5166 und unter der Email-Adresse gabel@ub.uni-koeln.de zur Verfügung.

Unsere Presseinformationen finden Sie auch im World Wide Web unter http://www.uni-koeln.de/organe/presse/pi/.

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