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Forschungspreis Chemie der RUB an Prof. Giacinto Scoles

20.01.2006 - (idw) Ruhr-Universität Bochum

Prof. Dr. Giacinto Scoles (Princeton University, USA, und Triest, Italien) erhält am 23. Januar 2006 (17 Uhr, HNC 30) den vom Arbeitgeberverband Chemie Westfalen gestifteten Forschungspreis Chemie der Ruhr-Universität 2005. Der aus Italien stammende US-Amerikaner ist Spezialist für intermolekulare Wechselwirkungen, die z.B. dafür sorgen, dass Schneebälle zusammenhalten und Geckos an der Decke laufen können. Mit der Preisverleihung ist ein mehrtägiger Aufenthalt an der RUB verbunden, bei dem Wissenschaftler und Studierende Gelegenheit haben, mit dem weltberühmten Forscher über sein Arbeitsgebiet zu diskutieren. Bochum, 20.01.2006
Nr. 22

Ehre an Spezialisten für intermolekulare Wechselwirkungen
Forschungspreis Chemie: Forschergrößen "hautnah"
Prof. Dr. Giacinto Scoles ist zu Gast an der RUB

Prof. Dr. Giacinto Scoles (Princeton University, USA, und Triest, Italien) erhält am 23. Januar 2006 (17 Uhr, HNC 30) den vom Arbeitgeberverband Chemie Westfalen gestifteten Forschungspreis Chemie der Ruhr-Universität 2005. Der aus Italien stammende US-Amerikaner ist Spezialist für intermolekulare Wechselwirkungen, die z.B. dafür sorgen, dass Schneebälle zusammenhalten und Geckos an der Decke laufen können. Mit der Preisverleihung ist ein mehrtägiger Aufenthalt an der RUB verbunden, bei dem Wissenschaftler und Studierende Gelegenheit haben, mit dem weltberühmten Forscher über sein Arbeitsgebiet zu diskutieren.

Pionier der Laserspektroskopie

Prof. Scoles war einer der Pioniere auf dem Gebiet der Laserspektroskopie in Molekularstrahlen, bei der die Moleküle auf niedrige Temperaturen (-270°C) gekühlt werden, um sie genau untersuchen zu können. Weiterhin hat er erstmals Moleküle bei sehr kalten Temperaturen in supraflüssigen Heliumnanotröpfchen eingelagert, um sie spektroskopisch zu untersuchen. Er verwendete als erster ein Bolometer, ein besonders empfindliches Wärmemessgerät, um die Empfindlichkeit der Messung zu erhöhen. Prof. Scoles widmete sich außerdem der Untersuchung von Oberflächen und Materialeigenschaften, wobei er die Proben mit Synchroton-Röntgenstrahlung und Atomen "beschießt" und anhand der Reflektion und Beugungsmuster die Strukturen charakterisiert.

Warum Schneebälle zusammen halten

Sein besonderes Interesse gilt der intermolekuaren Wechselwirkung, die z.B. für die Bildung von Wassertropfen und Eiskristallen sorgen, und dafür verantwortlich sind, dass Geckos an der Decke laufen können: Die Wechselwirkung verbindet Moleküle ohne eigentliche chemische Bindung. Gleichzeitig ist diese Wechselwirkung von fundamentaler Bedeutung, da sie die Moleküle in Flüssigkeiten zusammenhält und die biologische Erkennung bestimmt. Scoles konnte sowohl experimentell als auch in der theoretischen Beschreibung entscheidende Durchbrüche erzielen.

Vita Prof. Scoles

Prof. Giacinto Scoles wurde 1935 in Italien geboren, 1977 wurde er kanadischer und 1996 dann US-Staatsbürger. Seit 1987 ist er "Donner Professor of Science" im Department of Chemistry in Princeton and seit 2003 gleichzeitig Professor für Biophysik in Triest. Vorher hatte er Professuren in Waterloo (Kanada) und Triest inne. Prof. Scoles hat bereits zahlreiche wissenschaftliche Ehrungen für seine Arbeiten erhalten, darunter den "creativity Award" der amerikanischen National Science Foundation und den E.K. Plyer Prize für Molekülspektroskopie. Er war Alexander von Humboldt Preisträger und ist Fellow der Royal Society of U.K. und der Royal Academy of Arts and Sciences der Niederlande.

Forschergrößen im Gespräch mit Studierenden

Der Forschungspreis der Fakultät für Chemie wird damit zum zweiten Mal an einen weltweit herausragenden Wissenschaftler vergeben: 2004 wurde er an den Nobelpreisträger Robert F. Curl verliehen. Die Fakultät begründete zusammen mit dem Arbeitgeberverband für Chemie Westfalen mit diesem Preis eine Tradition, bei der herausragende Forscher an der Ruhr-Universität geehrt werden, und hier in Vorträgen vor Studierenden und Wissenschaftler ihr Arbeitsgebiet "hautnah" präsentieren können.


Weitere Informationen

Prof. Dr. Martina Havenith-Newen, Fakultät für Chemie der Ruhr-Universität Bochum, Raum NC 02/130, Tel. 0234/32-24191, Fax: 0234/32-14183, E-Mail: martina.havenith@ruhr-uni-bochum.de

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