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Neue Forschung zu "Muslimen in Europa" am Zentrum Moderner Orient in Berlin

23.01.2006 - (idw) Geisteswissenschaftliche Zentren Berlin e.V. (GWZ)

Das Zentrum Moderner Orient Berlin (ZMO) hat sich im November 2005 erfolgreich an einer Ausschreibung des Bundesforschungsministeriums (BMBF) zu "Geisteswissenschaften im gesellschaftlichen Dialog" beteiligt: das Verbundprojekt "Muslime in Europa und ihre Herkunftsgesellschaften in Asien und Afrika" unter der Leitung von PD Dr. Dietrich Reetz wurde für drei Jahre bewilligt.
Darin geht es um gelebte Religiosität, ihre Vielfalt und Folgen in unterschiedlichen Kontexten. An dem Projekt beteiligen sich neben dem ZMO, wo die Koordination erfolgt, auch die Universitäten Frankfurt/Oder (Sozial- und Kulturanthropologie, Prof. Werner Schiffauer), Hamburg (Religionspädagogik, Prof. Wolfram Weiße) und Halle (Südasienwissenschaften, Prof. Rahul Peter Das). In sieben Studien, von denen drei am ZMO angesiedelt sein werden, sollen Gruppen und Bewegungen religiöser Muslime in europäischen Ländern untersucht werden. Dabei interessieren einerseits ihre Vorstellung von Europa sowie die Frage, welchen Platz praktizierende Muslime in Europa einnehmen können und welche eigenen Vorstellungen und Konzepte sie dabei verfolgen. Andererseits werden die Verbindungen zu ihren Herkunftsgesellschaften vergleichend betrachtet. Hier wird gefragt, wie sich deren Einfluss auf ihre Vorstellungen von Gesellschaft und Religion bemerkbar macht, um auf diese Weise Kontinuitäten und Diskontinuitäten aufzuzeigen. Das Projekt ist interdisziplinär angelegt und wird neben religionssoziologischen Ansätzen auch politik- und islamwissenschaftliche Konzepte aufnehmen. Die am ZMO etablierte translokale Forschungsperspektive wird für den Vergleich eine wichtige Rolle spielen.

Am ZMO wird Dietrich Reetz Aktivitäten südasiatischer Missionsgemeinschaften der Tablighi Jamaat und Dawat-i Islami in europäischen Ländern untersuchen. Dabei erhält er Unterstützung durch ein Promotionsvorhaben, das noch ausgeschrieben wird. Melanie Kamp betrachtet islamische Ausbildungseinrichtungen in Deutschland. An der Viadrina-Universität Frankfurt/Oder forscht Schirin Amir-Moazami zu Geschlechterkonzeptionen in der türkischen Organisation der Milli Görü_. Frank Peter konzentriert sich auf islamistische Aktivitäten in Frankreich am Beispiel der Union des Organisations Islamiques de France (UOIF). In Hamburg wird Inga Niehaus zur muslimischen Minderheit und ihren Schulen in Südafrika im Vergleich zu europäischen Ländern, bes. Großbritannien und den Niederlanden, arbeiten. Andrea Lathan führt an der Universität Halle ein Promotionsvorhaben zur Ahmadiyya-Gemeinde in Deutschland und Großbritannien durch.
Die Projekte werden in enger Zusammenarbeit umgesetzt und besonders auch den Kontakt zur interessierten Öffentlichkeit suchen, sowohl über die Medien als auch über Veranstaltungen. Neben wissenschaftlichen Veröffentlichungen ist geplant, Empfehlungen für Verantwortliche in Politik und Gesellschaft vorzulegen.
Das Verbundprojekt steht derzeit noch unter dem Haushaltsvorbehalt. Es wird voraussichtlich 2006 seine Arbeit aufnehmen.
Weitere Informationen: http://www.zmo.de Zentrum Moderner Orient, Berlin
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