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Neue Richtlinie stärkt MHH als Zentrum für Risikoschwangerschaften

23.01.2006 - (idw) Medizinische Hochschule Hannover

Frauen- und Kinderklinik informieren am 25. Januar über Beschluss des gemeinsamen Bundesausschusses Der Gemeinsame Bundesausschuss hat eine neue Richtlinie erlassen, die die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) als Zentrum für die Versorgung von Früh- und Neugeborenen stärkt. Seit dem 1. Januar 2006 sollen in Geburtskliniken ohne angeschlossene Kinderklinik nur noch Schwangere ab der 37. Schwangerschaftswoche und ohne zu erwartende Komplikationen beim Neugeborenen entbunden werden.

Insbesondere Früh- und Neugeborene mit höchstem und hohem Risiko -- also etwa einem zu erwartenden Geburtsgewicht von unter 1499 Gramm oder einer Geburt unter 33 Schwangerschaftswochen - dürfen nur noch in Perinatalzentren mit hoher Versorgungsstufe entbunden werden: Die Geburts- und die für die weitere Versorgung wichtige Kinderklinik müssen der Richtlinie nach "Wand an Wand" liegen, damit das Frühgeborene nicht über lange Wege transportiert werden muss. In der Region Hannover erfüllt nur die MHH mit ihrem 2004 eröffneten Perinatalzentrum der Frauen- und Kinderklinik die Voraussetzungen für ein Perinatalzentrum Level 1.

"Das ist eine seit langem überfällige Entscheidung. Nur durch eine eng verzahnte Kooperation des Kreißsaals mit Neonatologie, Kinderchirurgie und Kardiologie kann eine optimale Versorgung dieser Kinder gewährleistet werden", betont Professor Dr. Peter Hillemanns, Direktor der MHH-Abteilung Frauenheilkunde und Geburtshilfe. "Diese Entscheidung ist ganz im Sinne der Kinder und ihrer Familien", ergänzt Professorin Dr. Gesine Hansen, Direktorin der MHH-Abteilung Kinderheilkunde, Pädiatrische Pneumologie und Neonatologie. "Durch die Vermeidung von Transporten und die Versorgung in interdisziplinären, großen Zentren mit enger Zusammenarbeit von Geburtshilfe und Neonatologie werden sich die Überlebenschancen und die Langzeitprognosen der Frühgeborenen sicherlich maßgeblich verbessern.

Der Gemeinsame Bundesausschuss hatte sich im Herbst 2005 auf verbindliche Qualitätskriterien in der Versorgung früh- und neugeborener Kinder geeinigt und ein Stufenmodell entwickelt: Von Neugeborenen mit höchstem Risiko über Neugeborene, bei denen absehbar ist, dass sie unmittelbar nach der Geburt eine Therapie benötigen, bis hin zu Neugeborenen ohne Risiko müssen die Kliniken bestimmte Voraussetzungen zur Aufnahme dieser unterschiedlich schwer erkrankten Kinder erfüllen. Eine der Studien, die diese Kriterien des Bundesausschusses beeinflusst hat, wurde von Dr. Dorothee Bartels, MHH-Abteilung Perinatale Infektionsepidemiologie, erstellt. Sie hat Daten aus einem Zehnjahreszeitraum ausgewertet und verglich große und kleine Kinderkliniken. Dabei zeigte sich ein um 80 Prozent höheres Sterberisiko für Kinder unter 30 Wochen in den kleinen Frühgeborenenabteilungen.

Die Auswirkungen der neuen Richtlinie sind auch Thema beim Interdisziplinären Perinatologie-Kolloquium von Frauen- und Kinderklinik der MHH am Mittwoch, 25. Januar 2006, ab 18 Uhr im Hörsaal A. Professorin Dr. Hansen und Professor Dr. Hillemanns, die beide die MHH-Abteilungen zum 1. November 2005 übernommen haben, wollen die Fortbildungsveranstaltung zudem nutzen, um sich vorzustellen.

Für Medienvertreter: Fragen zur Thematik beantworten Professorin Dr. Hansen, Telefon (0511) 532-9138 und Professor Dr. Hillemanns, Telefon (0511) 532-6143.

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