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Zusammenarbeit deutscher Hochschulen und der Tongji-Universität, Shanghai besiegelt

24.01.2006 - (idw) Fachhochschule Esslingen, Hochschule für Technik

Zwölf Hochschulen beteiligen sich an der Chinesisch-Deutschen Hochschule für Angewandte Wissenschaften (CDHAW) der Tongji-Universität in Shanghai. Der Konsortialvertrag ist am vergangenen Freitag, 20. Januar 2006 an der Fachhochschule Esslingen - Hochschule für Technik unterschrieben worden. Es war ein feierlicher Moment, an dem die Rektoren oder deren Vertreter von zwölf Hochschulen aus zehn Bundesländern den Konsortialvertrag im Beisein von Vertretern der chinesischen Tongji-Universität, der chinesischen Botschaft, des DAAD, der Hochschulrektorenkonferenz, des Landesverbands der baden-württembergischen Industrie (LVI) und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung unterschrieben. Darin verpflichteten sich die Hochschulen, die seit zwei Jahren bestehende Kooperation mit der Chinesisch-Deutschen Hochschule für Angewandte Wissenschaften zu unterstützen.

Das Konzept entstand in enger Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung und der chinesischen Tongji-Universität vor vier Jahren. Die Tongji-Universität in Shanghai hat circa 55.000 Studierende und wurde 1907 von dem deutschen Arzt Erich Paulun gegründet. Als "Fenster nach Deutschland" spielt die Tongji-Universität für die deutsch-chinesischen Beziehungen eine große Rolle. Nun soll das Modell der deutschen Fachhochschulen an die Tongji-Universität übertragen werden, um den Praxisbezug mehr als an chinesischen Hochschulen bisher üblich zu betonen. In Zukunft soll die praktische Ausbildung, gemeinsam mit dem Lernen der deutschen Sprache und Kultur, einen breiten Raum im vierjährigen Bachelor-Studium einnehmen.

Der Gesamtkoordinator, Prof. Dr. Orth, Rektor der FH Lübeck a. D., erklärte in einem Pressegespräch: "Der Anspruch in diesem Studium ist hoch. Die Absolventen werden ein hohes Maß an Theorie gelernt haben. Sie müssen die Theorie aber auch in die Praxis umsetzen und das auch noch in zwei Sprachen." Die Studierenden erlernen die deutsche Sprache, da große Teile des Studiums auch in Shanghai in deutscher Sprache gelehrt werden. Wesentliches Element des Studiums ist ein einjähriger Studienaufenthalt in Deutschland, in dem an den Hochschulen des Konsortiums studiert wird. In diesem Jahr vorgesehen sind außerdem Betriebsphasen sowie die Erarbeitung der Abschlussarbeit. Die chinesischen Studierenden werden zusätzlich den deutschen Abschluss erwerben können.

170 Studierende sind inzwischen an der CDHAW in drei Studiengängen eingeschrieben. Die in China angebotenen Studienbereiche decken sich mit den Anforderungen der Industrie: Versorgungstechnik, Fahrzeugservice/ Kundenbetreuung und Mechatronik. Die Fachhochschule Erfurt ist für den Studiengang Versorgungstechnik, die Fachhochschule Braunschweig-Wolfenbüttel für Fahrzeugtechnik/Kundenbetreuung verantwortlich. Die Fachhochschule Esslingen - Hochschule für Technik ist im gebildeten Konsortium die federführende Hochschule und zusätzlich zuständig für den Studiengang Mechatronik.

Der Konsortialvertrag hat die Aufgabe, die Lehre und den Austausch auf ein breites Fundament zu stellen. So sollen Professoren der Fachhochschulen sowie Lehrbeauftragte deutscher Firmen in China unterrichten; chinesische Dozenten sollen in Deutschland mit einer Gastdozentur ihre Deutschkenntnisse erweitern und gleichzeitig die praxisorientierte Arbeit an deutschen Fachhochschulen kennen lernen.


Und nicht zuletzt soll die CDHAW auch deutschen Studierenden einen Anreiz bieten und keine Einbahnstraße sein. Der stellvertretende Präsident der Tongji-Universität, Prof. Qi Dong, bekräftigte in seiner Ansprache vor allem diese Gegenseitigkeit: "Wir hoffen, auch deutsche Studierende an der Tongji-Universität aufnehmen zu dürfen."
Weitere Informationen: http://www.cdhaw.tongji.edu.cn
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