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"Workfiction, Endzeitreportagen und ein 100.000 Euro Job". Civitas-Vortrag von Uta Schnell am Montag, dem 06.0

31.01.2006 - (idw) Fachhochschule Potsdam

Den letzten Civitas-Vortrag in diesem Semester hält Frau Uta Schnell, Kulturstiftung des Bundes, zum Thema "Workfiction, Endzeitreportagen und ein 100.000 Euro Job. Entwicklung und Konzeption des neuen Themenschwerpunkts 'Arbeit in Zukunft' der Kulturstiftung des Bundes" am Montag, dem 06. Februar 2006. Die Veranstaltung findet um 18 Uhr im Schaufenster der Hochschule, Friedrich-Ebert-Str. 6, 14467 Potsdam, statt. Uta Schnell geht in ihrem Vortrag davon aus, dass "wir uns eigentlich einen Traum erfüllt haben: Maschinen, Computer und Rationalisierungen haben uns viele Mühen genommen. Aber wer hätte gedacht, dass wir es eines Tages vermissen würden zu arbeiten? Eine Arbeitsgesellschaft mit knapper Arbeit - das könnte in den nächsten Jahren einer der kulturellen Grundkonflikte sein. Denn Arbeit ist für die meisten mehr als Broterwerb: Arbeit ist Selbstverwirklichung, schafft Anerkennung und gilt als Ausweis eines erfüllten und sinnvollen Lebens. Arbeit ist das 'wichtigste Band, das uns mit der Realität verbindet' (Sigmund Freud) - sowohl mit der Welt, die wir gestalten, wie mit unseren Mitmenschen. Kaum etwas beschäftigt die Menschen mehr als ihre Arbeit und wie sie in Zukunft arbeiten werden. Globalisierung, Flexibilisierung und Automatisierung verändern die Arbeitsverhältnisse tiefgreifend. Und mit der Arbeit verändern sich auch die Formen unseres Zusammenlebens, unser Selbstverständnis, unser Lebensgefühl und unser Menschen- und Weltbild - kurz, es verändert sich unsere ganze Kultur.

Unter dem Druck der notwendigen Bekämpfung der Arbeitslosigkeit konzentriert sich die Diskussion allerdings vorrangig auf ökonomische, politische und soziale Aspekte. So wichtig diese Aspekte sind: Sie verengen den Blick und blenden wichtige kulturelle Perspektiven und Fragestellungen aus. Dazu gehört beispielsweise - und zwar als nicht unwesentlicher Teil -, welche Bilder von Arbeit wir produzieren. Und wie wir darüber reden. Was kommt also nach den Bildern des Industriezeitalters? Gibt es für Arbeit als Glück Bilder? Oder brauchen wir diese gar nicht, weil ein Leben ohne Erwerbsarbeit auch ein erfülltes Leben sein kann? Welche Wünsche und Bedürfnisse entstehen in der neuen, projekt- und netzwerkförmigen Arbeitswelt?

Die Kulturstiftung des Bundes wird sich in den kommenden drei Jahren dem Thema "Arbeit in Zukunft" als neuem Themenschwerpunkt widmen. Das Programm wird sich damit befassen, wie sich die Lebensverhältnisse durch den Wandel der Arbeit verändern und welche Bedeutung Arbeit jetzt und welche Bedeutung Arbeit in Zukunft haben soll. Ziel des Programms ist es, die Auseinandersetzung über die Vorstellungen von der Arbeit in Zukunft um Impulse aus Kunst und Kultur zu ergänzen und zu erweitern. Die Debatte, wie wir in Zukunft arbeiten wollen, soll belebt und um neue, streitbare und visionäre Ideen erweitert werden.

Im Vortrag soll der konzeptionelle Ansatz der Programmentwicklung vorgestellt und diskutiert werden. Dafür werden zunächst grundlegende Überlegungen zu möglichen kulturellen Dimensionen und Perspektiven von Arbeit skizziert. Anschließend geht es um Vorgehensweise und Leitlinien, die für die Gestaltung des Programms maßgeblich waren. Zum Schluss werden ausgewählte Projekte des Programms vorgestellt.

Uta Schnell, geboren 1968. Studium der Kulturwissenschaften mit Schwerpunkt Theaterwissenschaft, Kunst und Kulturmanagement in Paris, Bonn, London, Hildesheim. Lehrauftrag an der Universität Hildesheim und Ko-Leitung des Europäischen Theaterfestivals transeuropa. Leitung des Bereichs 'Tanz und Theater' im Kulturprogramm der EXPO 2000. Referentin in der Bundeszentrale für politische Bildung, zuständig für Musik und Jugendkultur. Seit September 2002 wissenschaftliche Mitarbeiterin im Programmbereich der Kulturstiftung des Bundes, zuständig für die Entwicklung und Betreuung der stiftungseigenen Programme "Kunst und Stadt" und - gemeinsam mit Dr. Holger Kube Ventura - "Arbeit in Zukunft".

Wie in den vergangenen Jahren, bietet sich auch bei Civitas VI im Anschluss an die Vorträge die Möglichkeit zur Diskussion und zum Austausch bei einem Glas Wein. Die FH Potsdam lädt alle Potsdamerinnen und Potsdamer, Berlinerinnen und Berliner, alle Studierenden und Lehrenden und alle sonstigen Interessierten herzlich ein.


Civitas wird unterstützt von Frau Dr. Pia und Herrn Klaus Krone, krone mt, Berlin, der Gesellschaft der Freunde und Förderer der FH Potsdam e.V. und der Druckerei Feller, Teltow.

Für weitere Informationen steht Ihnen Frau Patrizia Reicherl, unter Tel. 0331 580-1075 oder e-mail reicherl(AT)fh-potsdam.de, zur Verfügung.
Weitere Informationen: http://www.fh-potsdam.de/1409.html - Das vollständige Programm und Informationen über Civitas I bis VI
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