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Vortrag über Faszination und Schrecken der Technik im späten 19. Jahrhundert und heute

03.02.2006 - (idw) Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen

"Die Romanistik und die gesamten Geisteswissenschaften sind das kulturelle Ge-dächtnis der Gesellschaft", sagt Univ.-Prof. Dr. Angelika Rieger. Dies möchte sie in ihrer Antrittsvorlesung am Beispiel der Eisenbahn als eine Einrichtung mit großer gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Bedeutung verdeutlichen. Sie wurde mit Staunen und Faszination aufgenommen und löste gleichzeitig irrationale Ängste aus.
Angelica Rieger wird am Beispiel des Vordenkers des französischen Naturalismus Émile Zola und seinen Texten den Fortschrittsglauben und die Technikbegeiste-rung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts demonstrieren. Eine Faszination, die sich auch in vielen impressionistischen Gemälden der Zeit widerspiegelt. Gleichzeitig lösten die martialisch wirkenden Maschinen Furcht aus. Diese Zwiespältigkeit wird die Romanistik Professorin mit dem aus der Psychologie stammenden Begriff "double bind" aufgreifen. Damit ist die Doppelbindung der Menschen an die Technik gemeint, die Anziehung und Abstoßung in einer schicksalhaften Verknüpfung beinhalte. Rieger spannt den Bogen schließlich bis zum ICE-Unglück in Eschede. Ein Beispiel, das verdeutliche, dass in unserer Wahrnehmung bis heute meist die Katastrophe dominiert.

Zur Antrittsvorlesung von Professorin Rieger "Zola und Eschede? Schrecken und Faszination der Technik als double-bind im naturalistischen Roman" am 8. Februar um 17.30 Uhr im Großen Senatssitzungssaal im Hauptgebäude, Temp-lergraben 55, sowie zum anschließenden Sektempfang im Institut für Romanistik, Kármánstr. 17-19, Raum 8, sind die Vertreter der Medien herzlich eingeladen.

Angelica Rieger ist seit April 2005 Universitätsprofessorin für Romanische Philologie am Romanistischen Institut der RWTH Aachen. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind die Kultur- und Literaturwissenschaften.

i.A. Sabine Busse

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