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Universität Lüneburg verleiht Hosenfeld/Szpilman-Gedenkpreis an Christina Eckert

03.02.2006 - (idw) Universität Lüneburg

Diesjährige Preisträgerin des zum zweiten Mal von der Universität Lüneburg verliehenen Hosenfeld/Szpilman-Gedenkpreises ist die 27-jährige Christina Eckert aus Freiburg. Die junge Frau überzeugte die Jury mit ihrer im Fach Geschichte an der Universität Freiburg entstandenen Arbeit zum Thema: "Ziviler Widerstand - Hilfe für verfolgte Juden in Freiburg 1940 - 1945" Zwei eigens eingeholte Gutachten von renommierten Historikern der Universitäten Basel und Bern bestätigen dem von Frau Eckert als Examensarbeit vorgelegten Werk eine besonders bemerkenswerte Leistung zu einem bisher ungenügend erforschten Thema.
Die ausgezeichnete Arbeit beruht nicht nur auf intensiven Archiv-Recherchen, sie wertet auch zahlreiche von der Autorin geführte Interviews aus und erhellt auf exemplarische Weise die politische Bedeutung des Alltags im Nationalsozialismus.
Preiswürdig erschien der Jury die Arbeit vor allem wegen der vielen Einzelfalluntersuchungen über Menschen aus verschiedenen sozialen Milieus und Bildungsschichten, die in dieser Zeit Hilfe geleistet haben. Durch die Auswertung der Interviews mit den Zeitzeugen gelingt Frau Eckert eine Annäherung an die Beweggründe und Handlungsspielräume jener Menschen, die verfolgten Juden geholfen haben. Für Eckert ist diese Hilfe auch eine Form des Widerstandes gegen den totalitären Staat. Sie plädiert deshalb dafür, nicht mehr den Begriff "Judenretter" zu verwenden, sondern besser von "zivilem Widerstand" zu sprechen.

Die Verleihung des diesjährigen Hosenfeld/Szpilman-Gedenkpreises fand am 2. Februar 2006 im Rahmen einer akademischen Feier statt, an der auch Mitglieder der Familien Hosenfeld und Szpilman teilnahmen. Die Laudatio auf die Preisträgerin hielt der Freiburger Historiker Prof. Dr. Wolfram Wette.

Zur Preisträgerin
Christina Eckert wurde 1979 in Freiburg im Breisgau geboren. Sie studierte Germanistik und Geschichte an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und legte im vergangenen Jahr ihr erstes Staatsexamen ab. Studien- und Forschungsaufenthalte fürhten sie während ihres Studiums nach St. Petersburg und nach Litauen. Als Lehrbeauftragte des Deutschen Akademischen Austauschdienstes arbeitete sie an der Staatsuniversität St. Petersburg und an der Universität Freiburg.
Trotz ihres jugendlichen Alters kann sie bereits einige Publikationen, Vorträge und die Mitarbeit an Filmprojekten vorweisen.

Zum Gedenkpreis
Der Hosenfeld/Szpilman-Gedenkpreis, dotiert mit 5.000 Euro und gestiftet von der Universität Lüneburg, wurde im Jahr 2005 erstmals verliehen. Mit der Verleihung des Preises möchte die Universität Lüneburg ethisches Widerstandshandeln während des Nationalsozialismus in den Blick der Öffentlichkeit rücken. Schirmherren der Preisvergabe sind Bundespräsident a.D. Dr. Richard von Weizsäcker und der polnische Außenminister a.D. Prof. Dr. Wladyslaw Bartoszewski.
Mit der Vergabe des Preises soll des Lehrers und Wehrmachtsoffiziers Wilm Hosenfeld und des Pianisten und Komponisten Wladyslaw Szpilman gleichermaßen gedacht werden. Weil die Ehrung der Retter zugleich eine Ehrung der Geretteten bedeuten muss, ist das thematische Spektrum der auszuzeichnenden Projekte sowohl am ethischen Widerstandshandeln zur Zeit des Nationalsozialismus als auch an den beruflichen Tätigkeiten von Wilm Hosenfeld und Wladyslaw Szpilman orientiert.

Eingereicht werden konnten musikwissenschaftliche Untersuchungen, Forschungsarbeiten aus den Kultur- und Geisteswissenschaften und Untersuchungen aus pädagogischer Perspektive.
Die Preisvergabe wird gefördert durch die Lüneburger Wohnungsbau (LüWo) und private Spender, die ungenannt bleiben möchten.

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