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Prof. em. Dr. C. Wolfgang Müller (TU Berlin) zum 19. Ehrendoktor der Universität Siegen ernannt

03.02.2006 - (idw) Universität Siegen

Mit C. Wolfgang Müller ehrt der Fachbereich Erziehungswissenschaften der Universität Siegen einen der wichtigsten Architekten der universitären Sozialpädagogik in Deutschland. Seit Beginn der 70er Jahre hat Müller die Disziplin zunächst an der Pädagogischen Hochschule in Berlin, danach an der TU Berlin etabliert. Wenn eine Persönlichkeit zu nennen ist, der die deutsche universitäre Sozialpädagogik vom Beginn an ihres Wiederaufbaus in den 70er Jahren eine kritische historische Verankerung, ein souveränes wissenschaftliches Profil, eine sozialpolitische Öffnung gegenüber internationalen Entwicklungen verdankt, so ist an vorderster Stelle C. Wolfgang Müller zu nennen. Er hat es geschafft, im Zuge der Studienreformen der 1970er Jahre die Disziplin "Sozialpädagogik" zu einer erfolgreichen Studienrichtung im Rahmen der Erziehungswissenschaften zu etablieren. Davon hat auch die relativ junge Universität Siegen profitiert, an der, vom maßgeblichen Rat C.W. Müllers begleitet, der erfolgreiche "Integrierte Studiengang Sozialpädagogik/Sozialarbeit" ISPA etabliert wurde.
Für die Universität Siegen ergaben sich neben intensiven biographischen so vor allem zentrale fachwissenschaftliche Zusammenhänge, die im Rahmen der Integration der beiden Studiengänge "Sozialpädagogik" (FH) und dem universitären Studium "Diplompädagogik" zum ISPA wirksam geworden sind. Nach der Integration der beiden Studiengänge hat es vielfältige Kontakte zum Sozialpädagogischen Institut der TU Berlin unter Vorsitz von C.W. Müller gegeben. Höhepunkt dieser Zusammenarbeit waren im Verlauf der 90er Jahre zwei wissenschaftliche Tagungen an der Universität Siegen, auf denen Fragen der Professionalisierung im Zusammenhang mit der Methodenausbildung zum zentralen Thema diskutiert wurden.

Zur Person:
C. Wolfgang Müller wurde 1928 in Dresden geboren. Nach dem Abitur 1947 hat er zunächst ein kulturwissenschaftliches Studium in Berlin und Basel absolviert. 1956 wurde er an der FU Berlin mit einer komparatistischen kulturhistorischen Arbeit zum Dr. phil. promoviert. Im Anschluß daran hat er als Dozent, später auch als Leiter des Instituts für Gruppenpädagogik gearbeitet. 1963 ist er als Fellow der Harkness Foundation nach New York gegangen um an der Columbia University zu studieren und im Bereich der Welfare History and Community zu forschen. 1965 hat er diese Arbeiten an der Universität von Minneapolis (Minnesota) und in Berkeley (Kalifornien) abgeschlossen. Im gleichen Jahr ist er zum Professor für Erziehungswissenschaft an die Pädagogische Hochschule in Berlin berufen worden, die 1980 der TU Berlin eingegliedert wurde. Dort war C.W. Müller Gründer und erster Direktor des Instituts für Sozialpädagogik, aus dem eine große Fülle von Forschungsvorhaben, Ausstellungen, Publikationen und didaktisch-pädagogische Modellprojekte hervorgingen.
C.Wolfgang Müller hat etwa 30 Personen zur Promotion und zehn Personen zur Habilitation geführt, seine publizistischen Arbeiten und seine immense Vortragstätigkeit im In- und Ausland sind Spiegel seiner geistigen Produktivität.
Seit seiner Emeritierung ist er als international gefragter Gastdozent und Autor im Bereich der Sozial- und Biographieforschung, der Methoden empirischer Sozialforschung und der Geschichte Sozialer Arbeit tätig.

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