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IBM Eclipse Innovation Award für Informatiker der Philipps-Universität Marburg

03.02.2006 - (idw) Philipps-Universität Marburg

Professor Dr. Bernd Freisleben ausgezeichnet - Spezialist für Verteilte Systeme ist Mitglied des BMBF-Projekts D-Grid, das für Deutschland eine "E-Science-Infrastruktur" entwickelt Professor Dr. Bernd Freisleben vom Fachbereich Mathematik und Informatik der Philipps-Universität Marburg erhielt den "IBM Eclipse Innovation Award" für das Jahr 2005. Der Computerkonzern IBM fördert mit diesem Preis die Forschung an der Software-Entwicklungsumgebung "Eclipse" und die damit verbundene Lehre. Eclipse ist ein Werkzeug, das die effizientere Entwicklung neuer Software unterstützt. Der "Open Source"-Ansatz des nichtkommerziellen Produkts erlaubt es, dass Softwareentwickler weltweit zur Weiterentwicklung von Eclipse beitragen.

Der weltweit vergebene Award ging in diesem Jahr an sechs Preisträger in Deutschland und ist mit 10.000 bis 30.000 US-Dollar dotiert. Die Preisübergabe an Bernd Freisleben, der 23.500 Euro erhielt, fand am 10. Januar 2006 in der IBM Deutschland-Zentrale in Stuttgart statt. Erwin Jung, Leiter IBM Wissenschaftsbeziehungen für Deutschland, überreichte die Urkunde im Beisein von Freislebens Mitarbeitern Thomas Friese, Matthew Smith und Christian Schridde.

Ausgezeichnet wurden Freislebens Arbeiten zum Thema "Tools for Service-Oriented Ad Hoc Grid Computing". Diese in seiner Arbeitsgruppe entwickelten Softwarewerkzeuge gestatten den spontanen Aufbau, die flexible Nutzung, die einfache Administration und die benutzerfreundliche Erstellung verteilter Anwendungssoftware innerhalb eines sogenannten "Grids", also eines über das Internet kommunizierenden Rechnerverbundes für verteiltes Rechnen, entfernten Datenzugriff und die kollaborative Nutzung von Softwarediensten. Grid Computing ermöglicht erhebliche Einsparungen an Rechenzeit und ist insbesondere für naturwissenschaftliche Anwender interessant, die rechenintensive Anwendungen wie Simulationen, Optimierungen oder Datenanalysen durchführen.

Bereits seit 1. September 2005 ist die Arbeitsgruppe von Freisleben auch an der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit rund 18 Millionen Euro geförderten "D-Grid Initiative" zum Aufbau einer E-Science-Infrastruktur für Deutschland beteiligt. Die Initiative verfolgt die Vision einer neuen Qualität in der Bereitsstellung einer digitalen vernetzten Infrastruktur für wissenschaftliches Arbeiten. Derzeitige inhaltliche Schwerpunkte sind Hochenergiephysik, Astrophysik, Medizin und Lebenswissenschaften, Klimaforschung, Ingenieurwissenschaften sowie ein Grid- Infrastrukturprojekt. Koordinator der D-Grid Initiative ist Professor Dr. Wolfgang Gentzsch, Direktor der US-Forschungseinrichtung MCNC in North Carolina.

Bernd Freisleben arbeitet an einem D-Grid-Teilprojekt namens IN-GRID, das eine Grid-Umgebung für ingenieurwissenschaftliche Anwendungen entwickelt. Diese soll die Modellierung, Simulation und Optimierung von Anwendungen aus der Gießereitechnik, Umformtechnik, Turbinensimulation und Strömungs- und Strukturmechanik erlauben. Innerhalb von IN-GRID sorgt die Arbeitsgruppe von Freisleben für die Bereitstellung ingenieurspezifischer Dienste wie Sicherheits- und Vertrauensmechanismen, Softwarelizenzverwaltung, Workflowunterstützung und Wissensmanagement.


Kontakt
Professor Dr. Bernd Freisleben
Philipps-Universität Marburg
Fachbereich Mathematik und Informatik
Hans-Meerwein-Straße
35032 Marburg
Tel.: (06421) 28 21568
E-Mail: freisleb@informatik.uni-marburg.de
Weitere Informationen: http://www.d-grid.de - D-Grid Initiative des BMBF http://www.eclipse.org - Homepage der Eclipse Community
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