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"Schwabenspiegel": 800 Jahre Literatur vom Neckar bis zum Bodensee

04.02.2006 - (idw) Universität Augsburg

Ausstellung vom 10. Februar bis zum 13. Mai 2006 in der Universitätsbibliothek Augsburg / Eröffnung am 9. Februar um 18.30 Uhr

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Die Literatur, die vom Mittelalter bis zum Jahr 1800 im schwäbischen Teil Baden-Württembergs entstand, ist Gegenstand einer Ausstellung, die vom 10. Februar bis zum 13. Mai in der Ausstellungshalle und der Schatzkammer der Zentralbibliothek der UB Augsburg gezeigt wird. Bei der Eröffnung dieser Ausstellung am Donnerstag, dem 9. Februar, um 18.30 Uhr sprechen zur Einführung Prof. Dr. Ulrich Gaier und Monika Küble M. A. von der Universität Konstanz. Seit dem Frühjahr 2001 befassten sich Literaturwissenschaftlerinnen und Literaturwissenschaftler der Universität Konstanz im Auftrag des Verbandes der Oberschwäbischen Elektrizitätswerke (OEW) mit der Literatur, die vom Mittelalter bis zum Jahr 1800 im Gebiet zwischen Ulm im Osten, Freudenstadt im Westen, Tübingen im Norden und dem Bodensee im Süden entstanden ist. Das Ergebnis dieses Forschungsprojektes ist die Ausstellung "Schwabenspiegel". Seit April 2003 wurde sie an verschiedenen Orten Baden-Württembergs gezeigt, jetzt hat sie die Iller überquert und wird drei Monate lang im bayerischen Schwaben an der Universität Augsburg zu sehen sein.

"Schwabenspiegel" wurde die Ausstellung nach einem alten Rechtsbuch genannt, das seit dem 17. Jahrhundert diesen Namen trägt. In der Tat spiegelt sich aber in dieser Ausstellung die gesamte Literatur schwäbischer Höfe, Klöster und Städte in all ihren vielfältigen Ausprägungen.

Berücksichtigt sind gleichermaßen Minnesang und Mundartdichtung, Romane und religiöse Traktate, wissenschaftliches Schrifttum und populäre Zeitschriften, lokale Chroniken und Reiseberichte aus fernen Ländern. Wer einen Blick in diesen "Schwabenspiegel" wirft, begegnet z. B. dem freidenkerischen Publizisten Christian Friedrich Daniel Schubart und dem mit seiner "Schwäbische Schöpfung" berühmt gewordenen Prämonstratenser Sebastian Sailer, dem Reformator Urbanus Rhegius und dem Astronomen Johannes Stöffler, dem Naturforscher Johann Georg Gmelin und dem Architekturschriftsteller Joseph Furttenbach.

MIT DRUCKEN AUS DER UB AUGSBURG ANGEREICHERT

In Augsburg wird die Ausstellung durch Drucke des 15. - 18. Jahrhunderts - darunter Inkunabeln aus schwäbischen Reichsstädten - angereichert, die aus dem Besitz der Universitätsbibliothek Augsburg stammen.

FREIER EINTRITT UND UMFANGREICHES BEGLEITPROGRAMM

Dien Ausstellung ist von Montag bis Freitag jeweils von 8.30 bis 22.00 Uhr und samstags von 8.30 bis 17.00 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

In Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Augsburg wird zur Ausstellung eine Veranstaltungsreihe angeboten. Sie umfasst neben einer Führung durch die Ausstellung vier Vorträge zu Persönlichkeiten des literarischen Lebens, die einerseits in der Ausstellung eine Rolle spielen, andererseits aber zum bayerisch-schwäbischen Raum in Beziehung stehen. Diese Veranstaltungen (Programm im Anhang) können bei der Volkshochschule gebucht werden. Der Besuch ist aber auch ohne vorherige Buchung möglich.
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ANSPRECHPARTNER AN DER UB AUGSBURG
Dr. Peter Stoll
Telefon 0821/598-5372
peter.stoll@bibliothek.uni-augsburg.de
http://www.bibliothek.uni-augsburg.de/ausstellungen/archiv_2006/schwabenspiegel.html

ANMELDUNGEN FÜR DAS BEGLEITPROGRAMM:
Volkshochschule Augsburg
Willy-Brandt-Platz 3a
86153 Augsburg
Telefon 0821/50265- 0
Fax 0821/50265-19
verwaltung@vhs-augsburg.de
http://www.vhs-augsburg.de

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ANHANG 1: BEGLEITPROGRAMM ZUR AUSSTELLUNG "SCHWABENSPIEGEL"

Samstag, 11. März 2006, 14.00 bis 15.30 Uhr

Monika Küble führt durch die Ausstellung

Treffpunkt: Ausstellungshalle der Zentralbibliothek, Universitätsstraße 22

vhs-Kursnummer Q26386; 3,00 Euro
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Mittwoch, 15. März 2006, 20.00 bis 21.30 Uhr

Die Brüder Günther und Johann Zainer - Pioniere des Buchdrucks in Schwaben. Vortrag Dr. Hans-Jörg Künast

Die aus Reutlingen stammenden Brüder Günther (gest. 1478) und Johann Zainer (gest. um 1527) gehören zu den bedeutendsten Frühdruckern in Deutschland. In Straßburg erlernten sie bei Schülern von Johannes Gutenberg das Druckerhandwerk. 1467 kamen sie gemeinsam nach Augsburg, wo sie die erste Druckerei einrichteten. 1472 wanderte Johann Zainer nach Ulm ab, mit der Absicht, sich dort selbständig zu machen. In dem Vortrag sollen Leben, Werk und Leistung von Günther und Johann Zainer vorgestellt werden.

Ort: vhs Augsburg, Willy-Brandt-Platz 3a, Raum 103/I

vhs-Kursnummer Q26387; 5,00 Euro (Abendkasse 6,00 Euro)
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Mittwoch, 22. März 2006, 20.00 bis 21.30 Uhr

Jakob Bidermann und sein Cenodoxus. Vortrag von Dr. Helmut Gier

Im Juli 1602 kam in Augsburg Jakob Bidermanns Stück Cenodoxus zum ersten Mal auf die Bühne. Die Uraufführung des erfolgreichsten, bis in unsere Zeit lebendig gebliebenen Jesuitendramas ist das bedeutendste Augsburger theatergeschichtliche Ereignis überhaupt, denn das Stück wurde in Augsburg nicht nur zum ersten Mal gespielt, sondern ist auch in dieser Stadt entstanden. Neben der Vorstellung und Deutung dieses Dramas soll deshalb auch Bidermanns Persönlichkeit und vor allem seine enge Verbindung zum Augsburger Jesuitenkolleg behandelt werden.

Ort: vhs Augsburg, Willy-Brandt-Platz 3a, Raum 103/I

vhs-Kursnummer Q26388; 5,00 Euro (Abendkasse 6,00 Euro)
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Mittwoch, 29. März 2006, 20.00 bis 21.30 Uhr

Christian Friedrich Daniel Schubart als Augsburger Publizist - "Der liebt politische Reflexionen, dieser Literatur, jener Kunst, und einige wollen Verse...". Vortrag von Dr. Stefanie Stockhorst

Der Werdegang Schubarts stand zeitlebens im Zeichen von Konflikten mit der Obrigkeit - berühmt wurde er vor allem als Gefangener des Herzogs Carl Eugen von Württemberg. Der Vortrag stellt Schubarts publizistisches Werk im intellektuellen und politischen Kontext seiner Zeit vor. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der kurzen, aber nachhaltigen Augsburger Schaffensperiode: Hier erschien am 31. März 1774 die erste Ausgabe der von ihm herausgegebene Zeitschrift Deutsche Chronik. Vor allem auf Drängen der Jesuiten verbot der Augsburger Magistrat bereits wenig später den Druck der Chronik und wies Schubart aus der Stadt.

Ort: vhs Augsburg, Willy-Brandt-Platz 3a, Raum 103/I

vhs-Kursnummer Q26389; 5,00 Euro (Abendkasse 6,00 Euro)
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Mittwoch, 5. April 2006, 20.00 bis 21.30 Uhr

Sophie von La Roche - Vom Selbständigwerden der Frauen?
Eine textkritische Annäherung des "Emanzipationsgedankens" gegen Ende der Aufklärung. Vortrag von Susanne Niemann

Selbstbewusst, schreibend, denkend und von großer Belesenheit - so lässt sich die 1730 in Kaufbeuren geborene Sophie von La Roche - lebenslange Freundin von Christoph Wieland, Großmutter von Bettina und Clemens Brentano - charakterisieren. Zeugnisse ihrer geistigen Selbstbehauptung sind u. a. Die Geschichte des Fräulein von Sternheim (wodurch sie als erste Frauenromanautorin in die deutsche Literaturgeschichte einging und nachweislich großen Einfluss auf Goethes Werther ausübte) sowie Pomona für Teutschlands Töchter (die erste Frauenzeitschrift in Deutschland - von ihr herausgegeben). Nicht am Näh-, sondern am "Schreibetisch" war ihr Platz.

Ort: vhs Augsburg, Willy-Brandt-Platz 3a, Raum 103/I

vhs-Kursnummer Q26390; 5,00 Euro (Abendkasse 6,00 Euro)


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ANHANG 2: LITERATUR ZUR AUSSTELLUNG:

Ulrich Gaier, Monika Küble, Wolfgang Schürle (Hrsg.): Schwabenspiegel. Literatur vom Neckar bis zum Bodensee 1000 - 1800, Band I: Katalog, Autorenlexikon; Band II: Aufsätze, Ulm 2003

Ulrich Gaier, Wolfgang Schürle (Hrsg.): Schwabenspiegel. Literatur vom Neckar bis zum Bodensee 1000 - 1800, Lesebuch 1, 2 und 3, Ulm 2004, 2005

Katalog- und Aufsatzband sind während der Ausstellung auch im Sekretariat in der Zentralbibliothek (Raum 3013) erhältlich.

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