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Was wird bloß aus uns "Baby-Boomern"?

17.03.2006 - (idw) Private Universität Witten/Herdecke gGmbH

Dr. Martin Butzlaff spricht am 21. März 2006 in seiner Antrittsvorlesung an der Uni Witten/Herdecke über "Demenz und Demographie - Konsequenzen für die alternde Gesellschaft" Viel ist die Rede von der alternden Gesellschaft. Dabei entsteht oft der Eindruck, das Grundproblem sei die gestiegene Lebenserwartung. "Was die demographische Entwicklung jedoch dramatisch macht, ist nicht die Tatsache, dass wir immer älter werden, sondern dass wir immer weniger Kinder bekommen", betont Dr. med. Martin Butzlaff, stellvertretender Dekan der Fakultät für Medizin der Universität Witten/Herdecke. Im Rahmen seiner Habilitation wird Butzlaff am 21. März 2006 seine Antrittsvorlesung halten. Das Thema des Vortrags: "? und kein Babyboom in Sicht: Demenz und Demographie - Konsequenzen für die alternde Gesellschaft"

Bei allen negativen Tendenzen verweist Martin Butzlaff auch auf erfreuliche Aspekte der demographischen Entwicklung: In Deutschland zum Beispiel ist die Lebenserwartung im vergangenen Jahrhundert um 30 Jahre gestiegen. Dieser Trend setzt sich fort. Etwa die Hälfte der neu geborenen Mädchen wird ein Alter von 100 Jahren erreichen, die Jungen etwa fünf Jahre weniger. Die Geburtenrate allerdings ist so niedrig wie nie zuvor. Und spätestens hier beginnen die Probleme. Martin Butzlaff: "Die Menschen, die wir in Zukunft nicht nur für unsere Sozialsysteme dringend brauchen, werden in Deutschland und anderen Industrienationen nicht geboren." Schon heute kommen auf 100 Menschen im Alter von 40 bis 60 Jahren rund zwölf über 80-Jährige. Bis zum Jahr 2050 wird das Verhältnis auf 100 zu 55 steigen. Ein Viertel dieser über 80-Jährigen wird dement und damit pflegebedürftig sein.

In dieser Situation, so Butzlaff, genüge es nicht, "reflexhaft darüber nachzudenken, wie schnell und in welchem Umfang wir Heimkapazitäten ausbauen wollen, weil die Zahl der familiären Versorger sehr bald nicht mehr ausreichen wird." Wenn es immer weniger Kinder gebe, die ihre Eltern später pflegen könnten, müssten neue soziale Modelle und Lebensnetzwerke entwickelt werden. Das sei im ureigensten Interesse derjenigen, die es betreffen wird: die "Baby-Boomer" der geburtenstarken Jahrgänge von 1950 bis 1965. Martin Butzlaff plädiert für eine Revision der jugendlichen Idealbilder, in denen Alter und Altern nur als Last gesehen wird. In seinem Vortrag wird er unterschiedliche Perspektiven zu diesem Thema aufzeigen.

Ein Hinweis für die Redaktionen: Die Antrittsvorlesung ist lediglich universitäts- und medienöffentlich. Zeit: 21.3.06 um 19.00 Uhr. Ort: Großer Hörsaal.

Kontakt: Dr. Martin Butzlaff, 02302/926-714, butzlaff@uni-wh.de

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