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Jugendliche diskutieren Grüne Gentechnik

17.03.2006 - (idw) Fraunhofer-Gesellschaft

Zusammen mit Biologen, Pädagogen und Soziologen haben Fraunhofer-Forscher das Online-Forum "Biotalk"entwickelt. Die Diskussionsplattform kam auf Anhieb gut an: Über 300 Hamburger Schüler diskutierten über Grüne Gentechnik und hatten jede Menge Spaß. In den Rollen von Politikern, Wissenschaftlern, Geistlichen, Unternehmern, Umweltschützern, Landwirten und Verbrauchern diskutierten mehr als 300 Hamburger Schülerinnen und Schüler im Alter zwischen 13 und 18 Jahren drei Wochen die unterschiedlichen Aspekte von Gen-Food - und das online. "Das Projekt ist ein Erfolg. Biotalk zeigt, wie eine große Gruppe von Schülern motiviert werden kann über einen längeren Zeitraum auf einem relativ hohen Niveau über ein so schwieriges Thema wie Gentechnik zu diskutieren", resümiert Medienwissenschaftler Josef Wehner vom Fraunhofer-Institut für Autonome Intelligente Systeme AIS in Sankt Augustin. Im BMBF-geförderten Projekt hat er zusammen mit Biologen und Pädagogen der Universität Hamburg, Soziologen der TuTech Innovation GmbH in Hamburg-Harburg und Kollegen vom AIS das Diskussionsforum konzipiert.

Das Erstaunliche: Viele der registrierten Teilnehmer haben sich fast während der gesamten Online-Phase mit dem Thema beschäftigt und das nicht während, sondern außerhalb der Unterrichtszeit: Der größte Teil der insgesamt 3 500 Beiträge wurde nach Schulschluss geschrieben. Auch die mehr als 22 000 Artikelaufrufe erfolgten außerhalb der Unterrichtszeit.

Das Engagement vieler Teilnehmer führt Josef Wehner vor allem auf einen Faktor zurück, der bei anderen Online-Foren meist sträflich vernachlässigt wird: den Spaß. Um die Schüler zu motivieren, sich mit einem Thema wie der Gentechnik ernsthaft zu beschäftigen, setzten die Wissenschaftler auf eine kurzweilige Mischung aus Information und Unterhaltung: Die Teilnehmer konnten mit dem Beantworten von Quizfragen, schlüssigen Argumentationen oder dem Schreiben von "Stories" Wissen und Punkte sammeln und am Ende Sachpreise gewinnen. "Die Preise sind aber nicht das Entscheidende", stellt Josef Wehner fest. "Viel wichtiger ist es, dass die Teilnehmer unterschiedliche Rollen übernehmen und mit diesen Rollen experimentieren konnten. Auf diese Weise fanden die Jugendlichen geradezu spielerisch in eine schwierige Thematik hinein. Zusätzlich dürfte die Schüler motiviert haben, in einen Wettbewerb der Argumente eingetreten zu sein. Da macht Lernen plötzlich Spaß."

Das Erfolgsrezept wollen die AIS-Wissenschaftler künftig auch bei der Konzeption von Online-Foren für Unternehmen berücksichtigen. Beispielsweise, wenn es darum geht, Mitarbeiter zu wichtigen strukturellen oder strategischen Fragen diskutieren zu lassen.
Weitere Informationen: http://www.fraunhofer.de/fhg/press/pi/2006/03/Mediendienst32006Thema6.jsp
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