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Summerschool: Stadtplaner aus der BTU Cottbus entwickeln Konzepte für Altstadtquartier in Damaskus

17.03.2006 - (idw) Brandenburgische Technische Universität Cottbus

Internationaler Workshop startet am 19. März in der syrischen Hauptstadt Stadtplaner aus der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus (BTU) entwickeln mit einer internationalen Studentengruppe Konzepte für ein Altstadtquartier in der syrischen Hauptstadt Damaskus: Prof. Heinz Nagler und die Mitarbeiter seines Lehrstuhl für Städtebau und Entwerfen veranstalten vom 19. März bis 1. April einen Städtebauworkshop in Damaskus. In Kooperation mit der Architekturfakultät der Universität Damaskus wird der Workshop "Urban development of historic districts in Islamic/Arabic Towns" zu dem innerstädtischen Altstadtquartier Saroudja in Damaskus durchgeführt.

In Damaskus, einer der ältesten Städte der Welt, sind die Altstadtquartiere bis heute von Verfall und Zerstörung bedroht. Bis in die 80er und 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts sahen Neuplanungen für die Altstadtquartiere weitgehende Überformungen mit großzügigen Straßendurchbrüchen und neuen Baublöcken vor. Lediglich die historisch besonders bedeutenden Gebäude wie die Omayyaden-Moschee die Kawansereien, Paläste und Bäder (Hamam) sollten erhalten bleiben. Mit der Unterschutzstellung der Altstadt von Damaskus als Weltkulturerbe der UNESCO 1979 konnten die zerstörerischen Planungen weitgehend gestoppt werden und erste Erneuerungsprojekte gestartet werden. Bis heute liegt jedoch keine Gesamtstrategie zur Erneuerung und Entwicklung der großflächigen Altstadtquartiere vor. Heute wohnen und arbeiten überwiegend ärmere Bevölkerungsschichten in der Altstadt. Zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts wurde auf Initiative der französischen Mandatsmacht die Ville Nouvelle von Damaskus errichtet, ein neues Stadtzentrum nach Europäischem Vorbild ca. ein Kilometer nördlich der Altstadt "Intra Muros" gelegen. Mit diesem neuen Zentrum setzte der wirtschaftliche und soziale Abstieg der Altstadtquartiere ein. Einflussreiche und wohlhabende Bevölkerungsschichten verließen die Altstadt und zogen in die Neustadt. Die alten, mitunter auch prächtigen Altstadt-Hofhäuser wurden von Zuwanderern aus den ländlichen Räumen oder durch Zuzug aus den Stadtrandgebieten bevölkert. Hierfür wurden zahlreiche herrschaftliche Hofhäuser in kleine Wohn- und Gewerbeeinheiten aufgeteilt. Erforderliche Instandsetzungs- und Modernisierungsarbeiten blieben häufig aus, da die jetzt in der Altstadt ansässige Bevölkerung dafür kein Geld hat und den Alteigentümern häufig das Interesse an den Häusern fehlt.

Christoph Wessling, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Lehrstuhles Städtebau und Entwerfen und Organisator des Workshops in Damaskus, erläutert: "Nachdem die Bebauung der Altstadt jetzt unter Schutz steht, müssen Strategien, Konzepte und Instrumente entwickelt werden, anhand derer die Altstadt mit Einbindung der Bevölkerung saniert und erneuert wird. Nur wenn es gelingt, die Altstadt als attraktives Zentrum wiederzugewinnen, kann sie vor einem langfristigen Verfall gerettet werden."

In dem Workshop des Lehrstuhls Städtebau und Entwerfen werden 40 Studenten aus Damaskus, Aleppo, Teheran, Kairo und Cottbus Ideen und Konzepte für diese Ziele erarbeiten. Vor dem Hintergrund der Erfahrungen der Altstadterneuerung in Ost-Deutschland seit der Vereinigung und aus West-Deutschland seit Ende der 1970er Jahre werden die Dozenten der BTU Cottbus versuchen, auf die drängenden Fragen der Sanierung der alten Islamisch/Arabischen Stadtquartiere Antworten zu finden. "Auch wenn die Bedingungen in Damaskus und Syrien ganz unterschiedlich sind zu Deutschland, so können wir doch im Austausch mit unseren Partnern in Syrien unsere Erfahrungen hilfreich einbringen", sagt Christoph Wessling.


Neben den genannten fachlichen Zielen sind die internationale Zusammenarbeit der Studenten sowie die Werbung von herausragenden ausländischen Studenten für die Studiengänge Architektur, Stadtplanung, World Heritage sowie Bauen und Erhalten der BTU Cottbus wesentliche Ziele des vom Deutschen Akademischen Austauschdienst finanzierten Workshops.

Weitere Informationen:
Lehrstuhl Städtebau und Entwerfen der BTU Cottbus, Tel. 0355 / 69 31 01
www.tu-cottbus.de

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