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Zweitklässler "begreifen" Chemie

24.03.2006 - (idw) Hochschule Reutlingen

Die Fakultät Angewandte Chemie der Hochschule Reutlingen öffnete ein Chemie-Labor für 22 Zweitklässler der Eduard-Spranger-Schule Reutlingen, nicht zum Besichtigen sondern zum Experimentieren. Professorin Dr. Petra Groß-Kosche, selbst Mutter von zwei Kindern im Grundschulalter, kennt die unbefangene Neugierde der Kinder in diesem Alter und bot eine auf die Kinder abgestimmte Versuchsreihe zum Thema Kohlenstoffdioxid (CO2) an, um ihnen die Chemie als Naturwissenschaft "begreiflich" zu machen.

Mit Unterstützung des Assistenten Falk Stukowski wurden fünf Versuche vorbereitet, die die Kinder unter Betreuung von Chemie-Studierenden selbst durchführen durften.
So gab es Löseversuche von CO2 an Naturmaterialien wie Eierschalen, Schneckenhäusern, Muscheln, Kalkstein, Marmor und Granit. Es wurde die Frage geklärt, ob CO2-Gas eine Flamme löschen kann. Anhand von Luftballons, einmal mit Helium und einmal mit CO2-Gas gefüllt, wurde gezeigt, dass CO2-Gas schwerer und Helium leichter als Luft ist. Das leicht flüchtige CO2-Gas aus handelsüblichem Mineralwasser wurde in einem weiteren Versuch in eine feste Substanz überführt und zuletzt gab es Versuche mit Trockeneis, was nichts anderes als gefrorenes Kohlenstoffdioxid ist.

Wie die Kinder der zweiten Klasse reagierten, berichtet ihre Klassenlehrerin Gabi Knauf-Streibl: "Alle Kinder waren begeistert von dem Lerngang ins Chemielabor. Einhellig meinten sie: Versuche mit CO2 machen Spaß und fragten mich, wann wir wieder ins Labor gehen würden. Zwei Kinder äußerten spontan und unabhängig voneinander den Wunsch, später beruflich etwas mit Chemie machen zu wollen. Neun weitere Kinder könnten sich auf Nachfrage dies auch vorstellen. Ein Schüler nennt sich seither Junior-Wissenschaftler."

Aus Sicht der Lehrerin war es für die Kinder eine Leistung, sich über 90 Minuten zu konzentrieren. Wenn man davon ausgehe, dass die Konzentrationsspanne von Zweitklässlern bei ca. 20 Minuten liege, kann man festhalten, dass die Versuche für die meisten Kinder so spannend waren, dass sie sich immer wieder aufs Neue konzentrieren konnten und durch die Experimente motiviert wurden.

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