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Braunschweig ist "Stadt der Wissenschaft 2007"

28.03.2006 - (idw) Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur

Stratmann: "Braunschweiger Erfolg ist Erfolg für Niedersachsen" BRAUNSCHWEIG. Der "Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft" hat den Titel "Stadt der Wissenschaften" nach Niedersachsen vergeben: Braunschweig hat diese Bezeichnung nach hartem Wettbewerb für das Jahr 2007 verliehen bekommen. Der Niedersächsische Minister für Wissenschaft und Kultur Lutz Stratmann hat der Stadt dazu heute im Namen der Niedersächsischen Landesregierung herzlichen Glückwünsche übermittelt: "Die Stadt Braunschweig hat mit ihren Hochschulen wie im außeruniversitären Bereich in Wissenschaft und Forschung viel zu bieten. Dieser Erfolg setzt Beharrlichkeit, einen langen Atem und vor allem eine langfristig verlässliche, tragende Strategie voraus."

Stratmann hob dabei die Technische Universität (TU) Braunschweig hervor. "Die hier gelegten Grundlagen zur Magnetschwebetechnologie sorgen beim Transrapid für den richtigen Schwung, digitales Fernsehen und künftiges Handy-TV basieren auf Entwicklungen der Technischen Universität Braunschweig und das Hochauftriebssystem des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt bringt den neuen Airbus A380 zum Schweben." Die TU ist auch mit einer Graduate School in der Endrunde bei der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder. Erfolgreiche, innovative Regionen in Europa zeichnen sich durch funktionierende Netzwerke aus, in denen die Partner über gemeinsame Projekte kooperieren. Die Technische Universität Braunschweig ist beispielhaft verknüpft mit der regionalen Industrie und den wirtschaftsnah arbeitenden Instituten der Fraunhofer-Gesellschaft und des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). "Dieser erfolgreiche Transfer ist durch die Verleihung des Titels 'Stadt der Wissenschaft' durch den Stifterverband anerkannt und unterstrichen worden", so der Wissenschaftsminister.

Die Forschungsregion Braunschweig zeichnet sich aus durch das gewachsene Miteinander von Wissenschaft, Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft. Mit der höchsten Forschungs- und Entwicklungsdichte international renommierter Forschungseinrichtungen und Unternehmen ist Braunschweig eine der führenden europäischen Forschungsregionen. Eine Vielzahl von führenden wissenschaftlichen Einrichtungen, Sonderforschungsbereichen und Netzwerken in der Region tragen zur herausragenden Position des Wissenschaftsstandortes bei: Dazu gehören die Technische Universität, die Fachhochschule Braunschwieg/Wolfenbüttel und die Hochschule für Bildende Künste Braunschweig, zwei Fraunhofer-Institute (Holzforschung und Schicht- und Oberflächentechnik), das "Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)", die "Gesellschaft für Biotechnologische Forschung (GBF)", das "Georg-Eckhert-Institut für Schulbuchforschung", die Physikalisch-Technische Bundesanstalt, das Zentrum für Flugsicherung und viele mehr.

Besonders am Forschungsflughafen Braunschweig, dem Standort der Braunschweiger Institute des DLR, zeigt sich ein greifbares Ergebnis dieser Strategie. Hier arbeiten in einem zumindest europaweit einmaligen "Cluster" das DLR, die Technische Universität Braunschweig mit ihren Luft- und Raumfahrtinstituten, das Luftfahrtbundesamt als wichtiger Partner in Zulassungs- und Lizenzierungsverfahren und zahlreiche mittelständische Hochtechnologieunternehmen zusammen. Etwa 1.600 Wissenschaftler, Techniker und weitere Mitarbeiter sind auf diesem Campus mit kurzen Wegen und gewachsenen institutionellen und informellen Vernetzungen der Garant für Spitzenleistungen in der Luftfahrt- und Verkehrsforschung. "Das Land Niedersachsen hat in langfristiger Orientierung nicht unbeträchtliche Finanzmittel gemeinsam mit dem Bund in diesen Sektor investiert", erklärte Wissenschaftsminister Stratmann. "Unsere Politik trägt Früchte und zahlt sich für die Region Braunschweig und das Land Niedersachsen aus." Die Wurzeln dieser wachstumsträchtigen Konstruktion bilden Kooperationsverträge zwischen dem DRL, der TU Braunschweig und der Universität Göttingen, gemeinsame Berufungen bei der Besetzung von Direktorenstellen an den DLR-Instituten sowie die intensive Koppelung von Forschung und Lehre in diversen Netzwerken.

Wie das DLR gehört auch die Gesellschaft für Biotechnologische Forschung der "Hermann von Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren", der größten außeruniversitären Wissenschaftsorganisation Deutschlands, an. Diese Zentren werden jeweils anteilig von Bund und Land Niedersachsen im Verhältnis 90:10 finanziert. Die GBF ist ein Zentrum für Infektionsforschung. Der Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt auf der Untersuchung von Erregern, die medizinisch relevant sind oder als Modell für die Erforschung von Infektionsmechanismen genutzt werden können. Die GBF beschäftigt rund 600 Mitarbeiter und verfügt über einen Jahresetat von rund 50 Mio. Euro. Gemeinsam mit der Medizinischen Hochschule Hannover hat die GBF im Jahr 2005 ein Zentrum für Infektionsbiologie gegründet.

Zwei Fraunhofer Institute betreiben in enger Kooperation mit der TU Braunschweig wirtschaftsnahe Forschung. Das "Fraunhofer-Institut für Schicht- und Oberflächentechnik (IST)" in Braunschweig bündelt als industrienahes FuE-Dienstleistungszentrum Kompetenzen auf den Gebieten Schichtherstellung, -anwendung, und -charakterisierung sowie Oberflächen-Analytik. Ziel ist es, Oberflächen der verschiedensten Grundmaterialien für neue oder verbesserte Funktionen zu gestalten, um innovative, marktgerechte Produkte für industrielle Prozesse und Schichtanwendungen fast aller Branchen zu schaffen. Das IST entwickelt dazu maßgeschneiderte Schichtsysteme und kostengünstige Beschichtungsverfahren. In industriellen Fertigungsanlagen werden Prototypen und Kleinserien produziert. Eine schichtspezifische Mess- und Prüftechnik, die Qualitätsanforderungen der Industrie erfüllt, ergänzt das Leistungsangebot. Das Institut beschäftigt derzeit ca. 80 feste Mitarbeiter. Das "Fraunhofer-Institut für Holzforschung, Wilhelm-Klauditz-Institut (WKI)" bearbeitet aktuelle und zukunftsorientierte Aufgaben der Nutzung von Holz und anderen nachwachsenden Rohstoffen. Die Forschungen dienen einer besseren Nutzung der Rohstoffe und der Qualitätsverbesserung der daraus hergestellten Produkte einschließlich Oberflächenbehandlung, Holzschutz und Emissionen. Die Entwicklung neuer Werkstoffe, Verfahrensprozesse und Messtechniken, die Prüfung und Anwendung von Holz- und Faserwerkstoffen unterschiedlicher Bindung sind Schwerpunktaufgaben des Instituts. Das nach seinem Gründer benannte Institut gehört zu den größten Einrichtungen für angewandte Holzforschung in Europa und war maßgeblich am "Kompetenznetzwerk Nachhaltige Holznutzung" beteiligt. Das WKI beschäftigt ca. 90 fest angestellte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon 40 Wissenschaftler und Ingenieure.


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