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Stammzellforscher aus aller Welt debattieren über naturwissenschaftliche, ethische und rechtliche Fragen

15.05.2006 - (idw) Ministerium für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie NRW

3. Internationales Meeting des Kompetenznetzwerks Stammzellforschung NRW in Münster Wie weit darf die Stammzellforschung bei der Entwicklung neuer Therapien gehen, und ab wann sind ihr Grenzen gesetzt? Welche Probleme werfen die unterschiedlichen rechtlichen Rahmenbedingungen bei Forschungskooperationen auf? Wie sehen Alternativen zu der Forschung an embryonalen Stammzellen aus - sollte man therapeutisches Klonen zulassen oder nicht?

In Münster sind dies zentrale Fragen beim 3. Internationalen Meeting des Kompetenznetzwerks Stammzellforschung NRW, zu dem sich heute und morgen rund 650 Wissenschaftler und anerkannte Stammzellspezialisten aus aller Welt in der Halle Münsterland treffen.

Prof. Andreas Pinkwart, Minister für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie des Landes Nordrhein-Westfalen, der das Meeting eröffnete: "Derzeit sind wir in der Stammzellforschung ausgezeichnet aufgestellt. Das Kompetenznetzwerk Stammzellforschung NRW konzentriert nicht nur unsere gesamte naturwissenschaftliche Expertise in der Stammzellforschung. Es verbindet sie auch mit hervorragender Kompetenz in der Ethik, den Rechts- und Sozialwissenschaften. Ein solches Modell sucht in Deutschland seinesgleichen. Mit diesem Heimvorteil kann man auch die erste Garde der weltweiten Stammzellforschung nach NRW holen."

Das Meeting ist der größte Stammzellkongress Europas mit weltweit anerkannten Biowissenschaftlern wie Prof. Rudolf Jaenisch, der als Keynote Speaker auf die Hoffnungen und Probleme verbunden mit dieser Wissenschaft hinweist. "Wir müssen die Chancen der Wissenschaft gegenüber moralischen Bedenken abwägen. Vor allem in der Stammzellforschung gilt es, sich realistische Ziele zu setzen und diese für Außenstehende verständlich zu erläutern", erklärte Prof. Jaenisch anlässlich der Eröffnung des Meetings. Als einer der Pioniere der molekularen Medizin trug er mit seinen wissenschaftlichen Arbeiten maßgeblich dazu bei, Techniken zum Klonen von Säugetieren zu entwickeln. Reproduktives Klonen von Menschen lehnt Jaenisch kategorisch ab. Doch auf dem Weg zu neuen, medizinisch nutzbaren Erkenntnissen stellt therapeutisches Klonen für ihn weiterhin eine wichtige Möglichkeit dar, obwohl er und seine Kollegen intensiv nach Alternativen suchen.

Auf die Bedeutung des Kongresses mit internationalen Experten und prominenten Gäste wie Prof. Evan Snyder aus San Diego und Prof. Anders Björklund aus Lund, Pioniere bei der Transplantation von Stammzellen ins Gehirn, wies Gastgeber Prof. Hans Schöler hin. "Die Teilnahme zahlreicher international führender Experten an unserem Kongress zeigt wie rasant sich dieses spannende Forschungsfeld auch bei uns entwickelt und dass unsere Forschung auf großes Interesse stößt", erklärte der Vorstandsvorsitzende des Kompetenznetzwerks Stammzellforschung NRW und Direktor am Max-Planck-Institut für molekulare Biomedizin in Münster. "Um diese positive Entwicklung fortzuführen und weiterhin international konkurrenzfähig zu bleiben, muss in Deutschland jedoch ein forschungsfreundliches Umfeld und eine größere Flexibilität auf regulatorischer Ebene geschaffen werden."

Innovationsminister Pinkwart sagte dazu: "Ich nehme die kritischen Hinweise aus der Wissenschaft ernst. Danach bietet das in Deutschland geltende Stammzellgesetz keine hinreichende Rechtssicherheit für Forscherinnen und Forscher, die sich an europäischen und internationalen Kooperationen beteiligen wollen. Das gilt insbesondere auch für Forschungsvorhaben, die von der Europäischen Union mit erheblichen Ressourcen gefördert werden."


Hinweis: Bei einer Paneldiskussion sprechen internationale Experten aus Naturwissenschaft, Medizin, Ethik darüber, wie Wissenschaftler integer und vertrauenswürdig bleiben. Termin: 16. Mai, 9 Uhr, Halle Münsterland.

Nähere Informationen erhalten Sie bei: Ira Herrmann, Geschäftsstelle Kompetenznetzwerk Stammzellforschung NRW, Tel. 0211.896 4042, Mobil: 0174.8759558 oder: www.stammzellen.nrw.de sowie bei der Pressestelle des Innovationsministeriums unter 0211.896 4791 (email: presse@miwft.nrw.de).

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