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Universität Rostock ehrt Psychologen David Katz

15.05.2006 - (idw) Universität Rostock

Am 18.05.06 um 14.00 Uhr veranstaltet das Institut für Pädagogische Psychologie "Rosa und David Katz" in der Aula der Universität Rostock die 2. David-Katz-Vorlesung, zu der auch die interessierte Öffentlichkeit herzlich eingeladen ist.

David Katz, einer der bedeutendsten deutschen Psychologen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gilt als Begründer der modernen Psychologie an der Universität Rostock. Auf eine akademische Feier, in der auch auf die Rostocker Zeit von David Katz eingegangen wird, folgt nach einer Pause um 15.15 Uhr der wissenschaftliche Vortrag von PD Dr. Dietmar Grube zum Thema "Rechnen im Grundschulalter: Entwicklung und Förderung".

Mit den David-Katz-Vorlesungen wird an einen der bedeutendsten Psychologen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts erinnert. David Katz (*1884) stammte aus einer jüdisch-orthodoxen Familie, studierte, promovierte und habilitierte sich in Göttingen, bevor er im Jubiläumsjahr der Universität Rostock (1919) eine neu geschaffene Professur erhielt. Die Wahl fiel auf David Katz, weil er eine empirisch bzw. experimentell ausgerichtete Psychologie vertrat, die vor allem für die Lehrerbildung fruchtbar werden sollte.

In seiner Rostocker Zeit entwickelte David Katz das Institut für Psychologie zu einer wissenschaftlichen Einrichtung, die weit über die Universität und Rostock hinaus ausstrahlte. David Katz befasste sich in Rostock mit einem breiten Spektrum an Themen: Neben Aspekten der Wahrnehmungspsychologie und der Sozialpsychologie bearbeiteten David Katz und seine Promovenden Themen, die heute der Entwicklungs- oder Sonderpädagogischen Psychologie zugeordnet werden könnten. In manche davon sind offensichtlich auch Ideen und Arbeit seiner kongenialen Frau Rosa eingegangen. Diese machte in ihren Publikationen nicht nur die reformpädagogischen Ideen Maria Montessoris in Deutschland bekannt, sondern erprobte die Konzepte in einem Projektkindergarten in Warnemünde auch praktisch. Rosa Katz veröffentlichte weiter eine Reihe entwicklungs- und pädagogisch-psychologischer Schriften, die vielfach einen starken Anwendungsbezug aufweisen.

David Katz stand in engem Kontakt mit der Deutschen und Europäischen Psychologie. Seine internationale Bekanntheit half der Familie Katz auch nach der Machtergreifung des Nationalsozialistischen Regimes, denn David Katz wurde zum Sommersemester 1933 beurlaubt und durch seine Versetzung in den vorzeitigen Ruhestand zum 01.01.1934 vom akademischen Leben ausgeschlossen. David Katz ging zunächst nach England und siedelte mit seiner Familie 1937 nach Stockholm über, wo er an der dortigen Universität die Psychologie aufbaute. Seine Frau Rosa betätigte sich auch in Stockholm weiter in der Kinderpsychologie. 1951 stand David Katz dem 13. Internationalen Kongress der Psychologie in Stockholm vor.

Zur Mathematik und den Naturwissenschaften hatte David Katz eine besondere Beziehung. Er studierte ursprünglich Naturwissenschaften für das Lehramt an höheren Schulen, bevor er zur Psychologie wechselte. Eine seiner ersten Publikationen war eine Schrift über die psychologischen Grundlagen der Mathematik. Daneben spielte die naturwissenschaftlich-experimentelle Methode die zentrale Rolle in seiner psychologischen Forschung, wobei für ihn Methoden und Statistik immer Hilfswissenschaften der Psychologie blieben.

Für die 2. David-Katz-Vorlesung am 18.05.2006 um 14.00Uhr in der Aula der Universität haben der Landesrabbiner Mecklenburg-Vorpommerns, William Wolff, der Rektor der Universität Rostock, Prof. Dr. Hans Jürgen Wendel, sowie der Dekan der Philosophischen Fakultät, Prof. Dr. Werner Müller, Grußworte zugesagt. Für die musikalische Umrahmung sorgt die 16-jährige Gymnasiastin Sophie Hasler, die am Rostocker Konservatorium Klavier studiert und die im vergangenen Jahr einen 3. Preis beim Bundeswettbewerb "Jugend musiziert" in Nürnberg gewonnen hat. Die Veranstaltung wird aufgezeichnet, um auch Dr. Gregor Katz, den in Stockholm lebenden jüngeren Sohn von David Katz, der aus gesundheitlichen Gründen die Teilnahme absagen musste, an der Ehrung seiner Eltern wenigstens indirekt teilhaben zu lassen.


Der Gastreferent PD Dr. Dietmar Grube von der Universität Göttingen lehrt und forscht am Georg-Elias-Müller-Institut, das nach dem Doktor- und Habilitationsvater von David Katz benannt ist. Das Thema des Vortrags ist sicher nicht nur für Psychologen, sondern auch für Lehrkräfte und interessierte Laien von Interesse.

Kontakt und weitere Informationen:
Prof. Dr. Christoph Perleth, August-Bebel-Straße 28, 18051 Rostock,
Tel.: 0381 / 498-2650, Fax: 0381 / 498-2684
Email: christoph.perleth@uni-rostock.de


Sterbetag David Katz, 1953, 2. Februar

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