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Mit dem Würzburger Kleinstsatelliten UWE-1 nach Spanien

16.05.2006 - (idw) Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Anfang Oktober findet in Valencia (Spanien) der 57. Internationale Astronautische Kongress statt, der auch einen Studentenwettbewerb mit einschließt. In der nationalen Vorausscheidung wurde nun ein Würzburger Informatiker ausgewählt, den deutschen Beitrag zu präsentieren. Marco Schmidt vom Lehrstuhl für Technische Informatik der Uni Würzburg bekommt die Gelegenheit, seine Diplomarbeit über den ersten deutschen Pico-Satelliten UWE-1 auf dem weltweit bedeutendsten Raumfahrtkongress vorzustellen. Diese Entscheidung fiel am 6. Mai auf einer Studententagung der Internationalen Astronautischen Föderation (IAF) in Bremen: Dort bestimmte eine Jury unter sechs Finalisten, wer Deutschland in Spanien vertreten darf.

Schmidt, der Student bei Professor Klaus Schilling ist, überzeugte die Experten mit seiner Arbeit "Design and Implementation of In-Orbit Experiments for the Pico Satellite UWE-1". Als Ergebnis kann er sich in Valencia im internationalen Wettbewerb mit anderen Studenten messen. Die Deutsche Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt sponsert seine Mission.

In Bremen war die Jury sehr von dem UWE-1-Projekt beeindruckt, bei dem die Würzburger Informatiker in kurzer Zeit einen Pico-Satelliten erfolgreich im Orbit zum Einsatz brachten. Das Kürzel UWE steht für "Universität Würzburg Experimentalsatellit". Von einem Pico-Satelliten ist die Rede, weil UWE stark miniaturisiert ist: Er hat in etwa die Größe einer Milchtüte und wiegt nur ein Kilogramm, ist aber trotzdem ein voll funktionsfähiger Satellit. Mit seiner Hilfe wollen die Forscher die irdischen Methoden der Datenübertragung im Internet für Weltraumbedingungen fit machen.

UWE-1: Funkstille seit März

UWE-1 wurde am 27. Oktober 2005 vom russischen Weltraumbahnhof Plesetsk aus in den Orbit geschossen. Schon drei Stunden später gelang der Bodenkontrollstation im Würzburger Institut für Informatik die erste Kommunikation mit dem Kleinstsatelliten.

Seit März allerdings schweigt UWE-1. "Vermutlich hat die kosmische Strahlung seinen Mikroprozessor gestört", meint Schilling. Doch der Professor ist nicht ohne Hoffnung - schließlich kennt er Fälle, in denen Satelliten nach vielen Monaten Funkstille plötzlich doch wieder Lebenszeichen von sich gaben.

Doch selbst wenn UWE-1 verschollen bleibt: "Er hat seinen Zweck sehr gut erfüllt, wir konnten die geplanten Experimente durchführen und die Ergebnisse - die auch in der Industrie auf großes Interesse gestoßen sind - in mehreren Publikationen dokumentieren", sagt Schilling. Außerdem ist schon ein Nachfolger in Arbeit: UWE-2 wird voraussichtlich 2007 fertiggestellt. Der experimentelle Schwerpunkt liegt diesmal neben der Telekommunikation auch auf einer miniaturisierten Sensorik zur Positions- und Lagebestimmung im Weltraum.

Weitere Informationen: Prof. Dr. Klaus Schilling, T (0931) 888-6647, E-Mail:
schi@informatik.uni-wuerzburg.de

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