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Mehr als Goethe und Schiller

17.05.2006 - (idw) Friedrich-Schiller-Universität Jena

Wissenschaftler der Universität Jena geben historisch-politischen Weimar-Führer heraus Jena (17.05.06) Jede Stadt ist ein politischer Kosmos für sich. Doch in kaum einer anderen deutschen Stadt haben so vielfältige politische Ideen und Entwicklungen ihre Spuren hinterlassen wie in Weimar. An kaum einem anderen Ort lässt sich die deutsche Geschichte in ihrer ganzen Widersprüchlichkeit besser nachvollziehen. So steht Weimar für den Geist der Klassik ebenso wie für den Ungeist von Buchenwald. In Weimar wurde die erste demokratische Verfassung Deutschlands verabschiedet, hier feierten aber auch die Nationalsozialisten einige ihrer ersten Erfolge.

Dennoch besitzt der kleine Ort in Thüringen bis heute vor allem Anziehungskraft für Kulturtouristen, die die Stätten der deutschen Klassik aufsuchen wollen. Dem setzen Prof. Dr. Klaus Dicke und Prof. Dr. Michael Dreyer jetzt mit ihrem Buch "Weimar als politische Kulturstadt. Ein historisch-politischer Stadtführer" einen gut lesbaren Reiseführer entgegen, der die Stadt als Projektionsfläche politischen Denkens in Deutschland zeigt. Der von den beiden Politikwissenschaftlern der Universität Jena herausgegebene Stadtführer lädt zu einem Rundgang durch Weimar und seine politische Geschichte ein - ausgehend von der Schlossanlage und den Resten der ursprünglichen Burg, vorbei an Herderkirche und Fürstenresidenz, Marktplatz und Rathaus, Nationaltheater und Wittumspalais bis nach Buchenwald.

Dass die einzelnen Stationen dieses Rundgangs oftmals mit den Schauplätzen der Weimarer Kulturgeschichte übereinstimmen, ist für Prof. Dicke, Rektor und Professor für Politische Theorie und Ideengeschichte der Friedrich-Schiller-Universität Jena, kein Zufall. "Dies zeigt vielmehr die enge und sich wechselseitig befruchtende Beziehung von politischer und Kulturgeschichte."

Die Idee zum Buch hatte Prof. Dicke bereits 1999. "Die einzelnen Beiträge entstammen Forschungsvorträgen, die Studierende im Rahmen eines Oberseminars am Lehrstuhl für Politische Theorie und Ideengeschichte über mehrere Semester gehalten haben". Doch nicht nur Herausgeber und Autoren sind eng mit der Friedrich-Schiller-Universität Jena verbunden. "Zu unserer Freude konnten wir den Verlag 'Jena 1800' für das Projekt gewinnen", so Dicke. Dessen Leiterin, Ute Fritsch, studierte von 1985 bis 1991 an der Jenaer Universität Germanistik und Geschichte.

Am Montag, den 22. Mai, um 20.15 Uhr werden Herausgeber und Autoren in der Jenaer Universitäts-Buchhandlung Thalia (Leutragraben 1) ausgewählte Passagen des Stadtführers lesen. Anschließend stehen sie auch für eine Diskussion zur Verfügung. Der Eintritt zur Lesung ist frei.

Bibliographische Angaben:
Klaus Dicke / Michael Dreyer (Hg.): Weimar als politische Kulturstadt. Ein historisch-politischer Stadtführer, Berlin: Verlag Jena 1800, ISBN 3-931911-28-4, Preis 14,80 Euro.

Kontakt:
Prof. Dr. Klaus Dicke
Prof. Dr. Michael Dreyer
Institut für Politikwissenschaft der Universität Jena
Carl-Zeiß-Str. 3, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 945430
Fax: 03641 / 945432
E-Mail: Michael.Dreyer[at]uni-jena.de

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