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Kirche und Dorf oder Dorf und Kirche oder Kirchendörfer

05.07.2006 - (idw) Hochschule Wismar, University of Technology, Business and Design

Aus Anlass des Erscheinens des Buches "Kirche und Dorf oder Dorf und Kirche oder Kirchendörfer", dessen Herausgeber der Fachbereich Architektur der Hochschule Wismar ist, laden die Hochschule und der Oberkirchenrat der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs zu einem Pressegespräch am kommenden Dienstag, dem 11. Juli 2006 , um 16:00 Uhr, in das Verwaltungsgebäude des Oberkirchenrates in der Münzstraße 8, in Schwerin ein. "Kirche und Dorf oder Dorf und Kirche oder Kirchendörfer" ist der Titel eines Buches des Fachbereiches Architektur der Hochschule Wismar. Weit über ein Jahr haben sich sechs Studentinnen mit ihren Professoren Johannes Niklaus Müller, Fachgebiet Raumplanung und Städtebau, sowie Henner Hannig, Fachgebiet Denkmalpflege und Baugeschichte, mit diesem Thema auseinandergesetzt. In dem Buch dokumentieren sie die Geschichte, die Gegenwart und die Zukunft der Kirchen mit ihren Dörfern. Mit großer Unterstützung und fachlicher Beratung durch die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Mecklenburgs in Schwerin sind die Kirchendörfer Dabel, Groß Raden, Jesendorf, Müsselmow, Sülten und Tempzin unter die Lupe genommen wurden. In diesem oft beklagten ländlichen Raum wurden wahre baukulturelle Kostbarkeiten ans Licht befördert.

Wer weiß heute noch, dass es in Sülten bis 1750 einen Salinenbetrieb gab und dass die Binnensalzwiesen eine floristische Einzigartigkeit für Biologen aus der ganzen Bundesrepublik darstellen. Wer kennt das touristische und kirchengeschichtliche Kleinod in Jesendorf, den Sühnestein aus dem 15. Jahrhundert? Das Kirchenensemble in Tempzin mit der Ruine der Klosterscheune aus dem 13. Jahrhundert im heute 67 Einwohner-Dorf kennt manch ein Fahrradtourist aus dem Ausland besser als viele aus dem Bundesland M-V. Mit Groß Raden verbinden wir das Freilichtmuseum und vergessen dabei die 750 Jahre alte Kirche. Wie die gewaltigen Feldsteine in die hohen Mauern des Kirchturms gekommen sind ist bis heute nicht geklärt. Und in Dabel gibt es weit mehr als die beliebten Badeseen. In der ebenso mühsam wie sorgsam restaurierten Dorfkirche liegt neben der mecklenburgischen Kirchenordnung von 1650 eine kostbare Lutherbibel von 1733. Kennen Sie das Jüngste Gericht in Müsselmow? In der gotischen Backsteinkirche aus dem 15. Jahrhundert ist es zu bewundern. Frei gelegt worden ist es in den 1990er Jahren von Studierenden der Hochschule Hildesheim.

Der Wandel dieser Dörfer, aus der Zeit vor, während und nach der DDR, ist in diesem Buch ebenso nachzulesen wie Antworten der Studentinnen auf die Frage "Was wird aus den Kirchen mit ihren Dörfern übermorgen?"

Das Buch zeigt die Wertschätzung junger Menschen für das sozial und wirtschaftlich arg gebeutelte Dorf. Es verbreitet einen Hoffnungsschimmer für die Rettung in letzter Not mancher Dorfkirche. "Die Kirchen und die Dörfer bilden das kulturgeschichtliche Gedächtnis des ländlichen Raumes. Wie sollen sie gerettet werden, wenn nicht durch das Engagement der jungen Generation. Bei aller Not im Dorf, das Buch gibt Mut für "Ein Hoffen aus dem Bangen", wie es im Untertitel zu lesen ist", ist Prof. Müller überzeugt.

Die 332 Seiten und die 318 Abbildungen in diesem Buch sind nur durch die Hilfe vieler Menschen aus allen sechs Dörfern und die akribische Arbeit der Studentinnen zustande gekommen. Ihnen gebührt ein besonderer Dank. Gedruckt läge das Buch nicht vor, hätten es nicht die Unterstützung der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs, der Nordeuropäischen Bauakademie, des Förderkreises der Hochschule Wismar e.V., des Fachbereichs Architektur und der Fachgebiete Raumplanung und Denkmalpflege der Hochschule Wismar erhalten. Auch dafür einen herzlichen Dank.

Das Buch (ISBN 3-939159-00-X) ist für ¤ 12,50 über den Buchhandel zu beziehen.


Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte direkt an Prof. Dipl.-Ing. Henner Hannig, Tel.: (03841) 753 372 bzw. E-Mail: h.hannig@ar.hs-wismar.de oder Prof. Dipl.-Ing. Johannes Niklaus Müller, Tel.: (03841) 753 603 bzw. E-Mail: j.mueller@ar.hs-wismar.de.

Der Oberkirchenrat der Evangelisch-Lutherische Landeskirche Mecklenburgs, bittet aus organisatorischen Gründen um eine Rückmeldung bezüglich der Teilnahme an dem Pressegespräch.
Melden Sie sich bitte kurz telefonisch oder per E-Mail bei Frau Rehr an, Tel.: (0385) 5185160, E-Mail: ingrid.rehr@ellm.de.

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