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Bahnbrechende Forschungsergebnisse zur Leberentzündung

06.07.2006 - (idw) Universitätsklinikum Heidelberg

Professor Dr. Ralf Bartenschlager vom Universitätsklinikum Heidelberg wurde in Freiburg mit der Aschoff-Medaille geehrt / Erstes Zellsystem zur Vermehrung des Hepatitis C-Virus im Labor unter seiner Federführung entwickelt Seine Arbeiten gelten als Meilensteine in der Hepatitis C-Forschung: Der Wissenschaftler Professor Dr. Ralf Bartenschlager, Direktor der Abteilung Molekulare Virologie am Universitätsklinikum Heidelberg, wurde am 27. Juni 2006 von der Medizinischen Gesellschaft Freiburg mit der Aschoff-Medaille geehrt.

Die Gesellschaft, der Ärzte, Medizinstudenten und Interessierte aus dem Heilberuf angehören, hat sich die Förderung wissenschaftlicher Erkenntnis auf dem Gebiet der Medizin und der gesamten Biologie zum Ziel gesetzt. Im Rahmen der Aschoff-Vorlesung, die die Gesellschaft in jedem Jahr zum Todestag ihres Namengebers Ludwig Aschoff abhält, wird der jeweils Vortragende mit der Aschoff-Medaille geehrt.

Ludwig Aschoff (1866-1942) zählt zu den renommiertesten deutschen Pathologen des 20. Jahrhunderts. Zu seinen wichtigsten Leistungen gehören die Entdeckung kleiner rheumatischer Knoten am Herzmuskel ("Aschoff-Knötchen") sowie die Beschreibung des Reizleitungssystems im Herzen ("Aschoff-Tawara-Knoten").

Voraussetzung für Entwicklung von Medikamenten und Impfstoffen geschaffen

Prof. Dr. Ralf Bartenschlager und Kollegen aus Japan und den USA gelang es erstmals, mit Hilfe eines neuen Zellsystems, Hepatitis C-Viren im Labor zu vermehren. Somit kann der vollständige Lebenszyklus des Virus, also vom Eindringen in die Zelle über die Vermehrung innerhalb der Zelle bis zum Verlassen der infizierten Zelle, in Zellkulturen im Labor vollzogen werden - eine Voraussetzung, um Medikamente und Impfstoffe gegen HCV zu entwickeln. Die bahnbrechenden Ergebnisse wurden im Juli 2005 in der Fachzeitschrift "Nature Medicine" veröffentlicht.

Weltweit leiden rund 170 Millionen Menschen an einer chronischen Hepatitis C, allein in Deutschland sind etwa 500.000 Menschen von einer Infektion mit dem Hepatitis C Virus betroffen. Bei etwa 75 Prozent der Infizierten entwickelt sich ein chronisches Leberleiden, das oft tödlich endet. Leberversagen als Folge einer chronischen Hepatitis C ist der häufigste Anlass für eine Lebertransplantation.

Mehr Information im Internet:
1. www.molecular-virology.uni-hd.de

2. www.klinikum.uni-heidelberg.de/Pressemitteilungen.24.0.html
=> Archiv / Juni 2005 / 13.6.2005: "Aufzucht infektiöser Hepatitis C-Viren im Labor gelungen"

Literatur:
Pietschmann W, Bartenschlager R, Kräusslich HG, Habermann A:
Production of infectious hepatitis C virus in tissue culture from a cloned viral genome. Nature Medicine, July 2005, Vol 11 No 7.

(Die Literatur sowie die Pressemeldung vom 13. Juni 2005 kann unter contact@med.uni-heidelberg.de angefordert werden)

Kontakt:
Professor Dr. Ralf Bartenschlager:
Telefon: 06221 / 56 4225 (Sekretariat)

E-Mail: katja_kramer@med.uni-heidelberg.de

Bei Rückfragen von Journalisten:
Dr. Annette Tuffs
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Universitätsklinikums Heidelberg
und der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 672
69120 Heidelberg
Tel.: 06221 / 56 45 36
Fax: 06221 / 56 45 44
E-Mail: Annette_Tuffs@med.uni-heidelberg.de

Diese Pressemitteilung ist auch online verfügbar unter
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/presse

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