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Goßmar. Gestern. Heute. Morgen - ein architektonischer Spaziergang

06.07.2006 - (idw) Fachhochschule Lausitz

(b. w.) In Goßmar (b. Luckau) wird die Architekturgeschichte eines Bauerndorfes erlebbar gemacht. Die Goßmarer Dorfansichten entstanden aus dem Willen der Goßmarer, die architektonische Vergangenheit ihres Dorfes zu bewahren und sie künftigen Generationen zu erhalten - nicht in Form eines Museumsdorfes, sondern als lebendiges und nutzbares Erbe.

Getragen vom Förderverein Naturpark Niederlausitzer Landrücken e.V., ist in Zusammenarbeit mit dem Masterstudiengang Architektur der Fachhochschule Lausitz eine Ausstellung entstanden, die sich der Betrachter im Spaziergang durch das Dorf erschließt. Sie dokumentiert und illustriert die architektonischen Veränderungen eines typisch Niederlausitzer Bauerndorfes für einen markanten Abschnitt der Dorfstraße und richtet aus der Betrachtung der Vergangenheit und Gegenwart heraus den Blick auf die Zukunft Goßmars. Mit neun Tafeln im Dorfkern werden Besucher mit der Goßmarer Siedlungsgeschichte, den typischen Niederlausitzer Siedlungs-, Hof- und Hausformen vertraut gemacht und können die Veränderung der dörflichen Architektur in den vergangenen 100 Jahren ganz greifbar im Vergleich zwischen historischer Abbildung und existierendem Haus erleben.

Auf der Grundlage von historischem Bildmaterial und Katasterunterlagen haben Studierende der Fachhochschule Lausitz in ausgewählten Straßenbereichen den historischen Zustand vieler Goßmarer Hausfassaden des frühen 20. Jahrhunderts rekonstruiert.

Von den Studierenden aus dem zweiten Semester des Masterstudiengangs Architektur der FH Lausitz in Cottbus wurden im Wintersemester 2005/2006 unter Projektbetreuung der Lehrkräfte aus dem Studiengang Architektur Barbara Ingenweyen und Anette Schwarz im Dorf Aufmaßarbeiten durchgeführt und Bestandszeichnungen erstellt. Unter Projektbetreuung von Hanne Sommer gestalteten die Studierenden von April bis Juni 2006 die Ausstellungstafeln.

Auch wenn die Goßmarer ihre Fotoalben großzügig öffneten, entstanden mangels durchgängigen Bildmaterials keine Momentaufnahme für einen exakten Zustand, sondern viele historische Schnappschüsse.

Ergänzt wird die Ausstellung durch Zukunftsüberlegungen, die im Dorf selbst angestellt worden sind. Mit perspektivischen Skizzen stellt der in Goßmar ansässige Maler und Architekt Uwe Mücklausch provozierende Fragen. Sie sollen zur Diskussion darüber anregen, wie die Niederlausitzer Dörfer trotz Leerstands, Überalterung und Wegzug zu einer sinnvollen Zukunft finden können.
Eine wichtige Erkenntnis hat man in Goßmar schon heute gewonnen: der Vergleich zwischen aktuellem und historischem Baubestand zeigt, dass nicht nur verändernde Lebensumstände und Nutzungsanforderungen, sondern auch Zeitgeschmack und steigender Wohlstand stetigen Wandel für die Gebäude des Dorfes bedeuten. Das vielfach zitierte Dorfidyll der Vergangenheit hat es auch in der Architektur nicht gegeben.

Die Ausstellung findet im Rahmen des Kulturland Brandenburg Jahres 2006 zur Baukultur statt. Kulturland Brandenburg 2006 wird gefördert durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur sowie das Ministerium für Infrastruktur und Raumordnung des Landes Brandenburg mit Unterstützung der brandenburgischen Sparkassen gemeinsam mit der ostdeutschen Sparkassenstiftung im Land Brandenburg.

9. Juli 2006, 11 Uhr, Ausstellungseröffnung mit Führung durch die Akteure.

Veranstaltungszeitraum: Juli bis Dezember 2006 in 15926 Goßmar (b. Luckau).

Anmeldungen zu Führungen über Petra Kolkwitz, Tel. 03544 / 6065.

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