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Campus Berlin-Buch und Charité begrüßen Wissenschaftsratsvotum für Berliner Hochschulmedizin

24.01.2003 - (idw) Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch

S p e r r f r i s t: Freitag, 24. Januar 2003, 14.00 Uhr
Campus Berlin-Buch und Dekan der Charité begrüßen Votum des Wissenschaftsrats für Berliner Hochschulmedizin
Erster gemeinsamer Neujahrsempfang des Campus Berlin-Buch

Der Direktor des Forschungsinstituts für Molekulare Pharmakologie (FMP) auf dem Campus Berlin-Buch, Prof. Walter Rosenthal, und der Dekan der Charité der Medizinischen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin, Prof. Joachim Dudenhausen, haben die Empfehlung des Wissenschaftsrats, die Berliner Hochschulmedizin zu vereinigen, grundsätzlich befürwortet. Auf der Neujahrsveranstaltung des Campus Berlin-Buch am Freitag, den 24. Januar 2003, sagte Prof. Rosenthal: "Wir in Berlin-Buch begrüßen eine straffere, strategisch und leistungsorientierte Leitung der Medizin in Berlin." Ohne auf Einzelheiten einzugehen, sagte Prof. Dudenhausen: "Natürlich können wir viele der Detailvorschläge nicht akzeptieren. Ich rufe aber dazu auf, die Punkte aufzugreifen, die aus unserer Sicht fortschrittlich sind. Ergreifen wir die Chance zur Gestaltung der Zukunft der Charité unter den neuen Bedingungen mit zügigen und innovativen gemeinsamen Konzepten mit den Kollegen der Freien Universität". Der Wissenschaftsrat, ein Beratungsgremium der Wissenschaft für Bund und Länder, hatte für den Berliner Senat Mitte Januar 2003 Stellung zu einem Gutachten zur Berliner Hochschulmedizin genommen, das eine Kommission im Auftrag des Senats im Oktober 2002 abgegeben hatte. Der Wissenschaftsrat schlug jetzt eine vollständige Vereinigung der Hochschulmedizin der Freien Universität und der Humboldt-Universität vor.

Prof. Dudenhausen: "Charité hat Spitzenposition in Deutschland - Steht zu Campus Berlin-Buch"
Prof. Dudenhausen wies zugleich auf die Bedeutung der beiden Charité/HELIOS Kliniken des Campus Berlin-Buch, der Robert-Rössle- und der Franz-Volhard-Klinik, für die Forschung hin und erklärte: "Die Charité steht nach wie vor zu ihrem Campus Berlin-Buch und wird diesen auch weiterhin mit Nachdruck im Rahmen der anstehenden Fusion der Universitätsmedizin in Berlin aufrecht erhalten, verteidigen und unterstützen." "Dies um so mehr", so Prof. Dudenhausen weiter, als eine internationale Begutachtung im Jahre 2002 der Forschung dieser beiden Kliniken in Zusammenarbeit mit dem Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch "hervorragende Leistungen" attestiert hatte. "Die exzellente Forschung der Charité konnte ihre Spitzenposition in Deutschland ausbauen", betonte er. 2002 warb die Charité nach seinen Angaben 135 Millionen Mark (124 Millionen Mark im Jahre 2001) an Drittmitteln ein. Davon kamen allein 28 Millionen Mark von der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Hinsichtlich der Spardiskussion warnte er: "Wer im Bereich der Forschung spart, gefährdet die Spitzenstellung der Charité."

Prof. Rosenthal: "'Synergy at work' in Berlin-Buch"
Prof. Walter Rosenthal sagte: "'Synergy at work' ist in Buch keine Wunschvorstellung, sondern tägliche Realität. Einrichtungen der medizinischen Grundlagenforschung, wie das MDC und das FMP, das HELIOS Klinikum Berlin, in dem das Klinikum Buch und die beiden Bucher Charité-Kliniken zusammengefasst sind, sowie Biotechnologie-Unternehmen arbeiten hier eng zusammen. 4400 Mitarbeiter sind in diesem Netzwerk tätig, davon allein auf dem Campus Berlin-Buch über 2200 Menschen", erläuterte Prof. Rosenthal. Das FMP war im Jahr 2000 auf den Campus gezogen. Es identifiziert und charakterisiert Zielstrukturen für Arzneimittel. Es gehört zur Leibniz-Gemeinschaft und ist mit sieben anderen Instituten im Forschungsverbund Berlin zusammengeschlossen.

Der Campus habe in den vergangenen Jahren eine Entwicklung genommen, die ihn in der deutschen wie internationalen Biotechlandschaft weithin sichtbar werden ließ, sagte Prof. Rosenthal. In diesem Zusammenhang würdigte er das Engagement des Bundes und des Landes Berlin für den Campus Buch. "Der Campus Berlin-Buch ist der Leuchtturm der Berliner Biotechnologie und wird oft in einem Atemzug mit den Biotechnologieparks in München und Heidelberg genannt", betonte er. Er forderte das Land Berlin deshalb auf, in seinen Anstrengungen für Berlin-Buch als national und international herausragendem Biotechnologie-Park nicht nachzulassen.

Bucher Region nicht von der Entwicklung des Campus abkoppeln
In Anwesenheit des Berliner Senators für Wirtschaft, Arbeit und Frauen, Harald Wolf, begrüßte Prof. Rosenthal die Initiative Berlins, eine "one-stop-Agency" für Investoren einzurichten. Solch eine Agentur sei allerdings auch für den Standort Berlin-Buch dringend erforderlich. Er benannte einige dringliche Tätigkeitsfelder für solch eine Agentur in Buch wie die Sicherstellung der Nachnutzung der unter Denkmalschutz stehenden Bucher Krankenhausanlagen, die zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts vom Berliner Baustadtrat Ludwig Hoffmann errichtet worden waren. Weitere von Parkanlagen umgebenen Klinikareale werden 2005 durch den Neubau eines zentralen HELIOS Klinikums Berlin in Berlin-Buch frei.

Campus erhält Institut für Medizinische Genomforschung
Prof. Rosenthal betonte die organisatorisch und wissenschaftlich enge Verflechtung von MDC und FMP. Er wies darauf hin, dass in wenigen Wochen MDC und FMP mit dem Bau eines gemeinsamen Instituts für Medizinische Genomforschung beginnen werden. Es wird 120 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aufnehmen. Die Kosten belaufen sich auf insgesamt 17,5 Millionen Euro, die von der EU, dem Land Berlin und dem Bund aufgebracht werden. "Um die Erkenntnisse aus den Genomprojekten in medizinischen Fortschritt umzusetzen, wird in dem neuen Institut Genomforschung mit einer auf dem Campus bereits hervorragend etablierten Forschungsrichtung, der Strukturbiologie, verknüpft werden", sagte Prof. Rosenthal. "Die Strukturbiologie - also die Aufklärung der dreidimensionalen Struktur von Eiweißen - hat sich an MDC und FMP zu einem wissenschaftlich international stark beachteten Schwerpunkt entwickelt. Mit der maßgeblichen Beteiligung an zwei Firmenausgründungen und Kooperationen mit der pharmazeutischen Industrie ist die Strukturbiologie in Buch auch unter wirtschaftlichen Aspekten ein Erfolgsmodell", sagte er.

Festvortrag über den Ursprung des Menschlichen
Den diesjährigen Festvortrag hielt Prof. Svante Pääbo vom Max-Planck-Institut für Evolutionäre Anthropologie in Leipzig. Er sprach über die "Herkunft des Menschen aus Sicht der Genforschung" und zeigte, wie das Wissen über die Sequenz des menschlichen Genoms angewendet werden kann, um menschliches Verhalten zu erforschen. Der Immunologe gilt als Begründer der Paläogenetik. Er wendete als einer der Ersten molekularbiologische Methoden wie die PCR an, um Fragen der Geschichte und Evolution des Menschen und seiner nächsten Verwandten zu erforschen. Aufsehen erregte er vor einiger Zeit mit der These, dass der moderne Mensch vermutlich nicht vom Neandertaler abstammt.

Zum neunten Mal Max-Delbrück-Stipendium vergeben
Zum neunten Mal vergaben die Delbrück'sche Familienstiftung und das MDC das "Abiturientenstipendium" für Studienanfänger. Hans-Jürgen Delbrück von der Stiftung in Ratingen überreichte den beiden Stipendiaten für 2002, der Biotechnologiestudentin Jana Bröcker und der Medizinstudentin Janine Conrad, im Rahmen des Neujahrsempfangs jeweils einen Scheck über 515 Euro. Darüber hinaus erhalten sie zehn Studiensemester lang monatlich 25 Euro Büchergeld. Tutoren des MDC unterstützen sie während des Studiums, das sie im Oktober 2002 an der Technischen Universität (TU) Berlin bzw. an der Humboldt-Universität zu Berlin (HUB) begonnen haben. Das Max-Delbrück-Stipendium wird seit 1994 vergeben. Es fördert naturwissenschaftlich besonders begabte Abiturienten und Abiturientinnen, die Humanmedizin, Biologie, Biochemie, Biophysik, Biotechnologie, Chemie, Physik oder Mathematik studieren wollen. Bisher haben, einschließlich der beiden diesjährigen Stipendiaten, 18 Studienanfänger diese Förderung erhalten.

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FMP
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