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Münsters Hochschulen nicht beteiligt

24.01.2003 - (idw) Westfaelische Wilhelms-Universität Münster

Die Westfälische Wilhelms-Universität und die Fachhochschule Münster werden sich an der geplanten neuen Gesellschaft für das Institut für Chemo- und Biosensorik (ICB) nicht beteiligen. Zum Erhalt des Instituts in Münster haben sie mit der Ausarbeitung eines ausgewogenen Konzepts, das breite Zustimmung gefunden hat, aktiv und engagiert beigetragen.


Die Belegschaft des ICB würdigte den wochenlangen Einsatz der Rektoren und Kanzler von Universität und Fachhochschule am Freitagmittag (24. Januar 2003) bei einer Betriebsversammlung mit Beifall. "Wir haben uns mit größtmöglichem Engagement für eine münstersche Lösung eingesetzt. Unser zwischen wissenschaftlicher und betriebswirtschaftlicher Seite ausgewogenes Konzept fand Zustimmung, allerdings hat sich das Land jetzt für finanzkräftigere Partner entschieden", erklärte Prof. Dr. Klaus Niederdrenk, Rektor der Fachhochschule Münster. Er und sein Amtskollege von der Universität Münster, Prof. Dr. Jürgen Schmidt, betonten, dass bei allen Verhandlungen stets die langfristige Lebensfähigkeit der Einrichtung zum Wohl des Wirtschafts- und Wissenschaftsstandorts Münster und der Belegschaft im Vordergrund gestanden habe.

Buchstäblich in letzter Minute hätten jedoch anstelle der beiden münsterschen Hochschulen zwei hochschulnahe Unternehmen aus dem Emscher-Lippe-Raum aufgrund größerer Liquidität den Auftrag zur Neuausrichtung des ICB erhalten. Die vorgesehenen neuen Träger, die bislang nicht im Bereich von Chemo- und Biosensorik tätig gewesen sind, haben erklärt, Grundlage der Übernahme der Verantwortung für die künftige Entwicklung des ICB könne nur eine Mehrheitsbeteiligung sein, die es ihnen erlaube, die strategische Geschäftspolitik alleine zu bestimmen. Unter diesen Voraussetzungen sahen die beiden münsterschen Hochschulen nach den Worten von Universitäts-Rektor Prof. Schmidt keine Möglichkeit, sich an der neuen Gesellschaft zu beteiligen.

Wie die Rektoren im Rahmen der Betriebsversammlung im ICB erklärten, seien seit Anfang November vergangenen Jahres in
zahlreichen Sitzungen und Verhandlungen sukzessive Konzepte und Businesspläne entwickelt und optimiert worden. Aufgrund ungelöster Schwierigkeiten auf Landesseite mussten zwischenzeitlich zwei bereits ausgereifte Konzepte kurzfristig wieder verworfen werden, so dass nicht bereits im vergangenen Jahr eine fertige Lösung umgesetzt werden konnte. Am vergangenen Mittwoch (22. Januar 2003) schließlich sollte ein im Konsens aller Beteiligten entwickelter Plan zur Gründung einer Nachfolgegesellschaft führen. Das durch externe Expertise abgesicherte Konzept berücksichtigte unter maßgeblicher Beteiligung der Hochschulen die wissenschaftliche Seite und somit die "Ideenschmiede ICB" und gleichzeitig die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens. Die Vertreter des Landes wie auch die Sparkasse Münsterland Ost, die Stadt, der Insolvenzverwalter und die beiden Hochschulen hatten diesem geprüften Konzept zugestimmt.

Umso überraschender sind am Tag der geplanten Vertragsunterzeichnung neue Träger des künftigen ICB ins Spiel gebracht worden. "Trotz der sehr plötzlichen Entwicklung gehen wir davon aus, dass die neuen Partner entscheidend zur Liquidität des neuen ICB beitragen können", so Prof. Niederdrenk. Gleichwohl sei zur Bestandssicherung auch das Land in der Pflicht. Dem ICB und vor allem der Belegschaft wünschten die Rektoren einen möglichst erfolgreichen Neubeginn.
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