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Guernica kehrt zurück an die RUB: Einweihung am 31. Januar

27.01.2003 - (idw) Ruhr-Universität Bochum

Picassos Guernica wurde Anfang der 1980er-Jahre von Bochumer Medizinstudierenden auf dem Campus nachgemalt. 1998 musste es einer Ladenzeile weichen, doch Ende letzten Jahres kehrte es zurück: als Reproduktion an der Universitätsbibliothek. Am 31. Januar (14 Uhr) wird es dort in einer Feierstunde offiziell eingeweiht: Die Medien sind herzlich eingeladen.


Direkt neben dem Eingang der Universitätsbibliothek ist Guernica zu finden. Bochum, 27.01.2003
Nr. 20

Guernica kehrt zurück an die Ruhr-Universität
Offizielle Einweihung am 31. Januar
Picassos Meisterwerk verziert die Bibliothek

Guernica zählt zu den bedeutendsten Mahnmalen gegen Krieg und Gewalt. Picassos Bild wurde vielfach reproduziert und Anfang der 1980er-Jahre auch von Bochumer Medizinstudierenden auf dem Campus der RUB nachgemalt. 1998 musste es einer Ladenzeile weichen, doch Ende letzten Jahres kehrte es zurück: als Reproduktion an der Universitätsbibliothek. Am 31. Januar (14 Uhr) wird es dort in einer Feierstunde offiziell eingeweiht: Die Medien sind herzlich eingeladen.

Drei Beteiligte

Das Konzept der Feierstunde stammt vom Bochumer Historiker Dr. Tilmann Bendikowski. Es bringt drei unmittelbar Beteiligte zusammen: Die Ärztin Dr. Gudrun Sommer zählte 1984 zu den Studierenden, die Picassos Bild nachmalten. Der Philologe Prof. Harro Müller-Michaels gehörte als Leiter der Kommission "Gedenken an der RUB" zu den ersten, die feststellten, dass das Bild beim Bau der Ladenzeile tatsächlich zerstört wurde; eine Zeitlang hatte man gehofft, es sei bloß "zugebaut". Der Kunsthistoriker Dr. Kai-Uwe Hemken war maßgeblich an der Neugestaltung des Bildes beteiligt. Alle drei berichten ausführlich über ihre ganz persönlichen Erfahrungen mit Guernica.

Protest gegen Pershing-Raketen

Pablo Picasso hatte das Bild 1937 unter dem Eindruck des spanischen Bürgerkriegs und der Luftangriffe der deutschen Legion Condor u. a. auf die baskische Stadt Guernica gemalt. 1984 wurde es von Medizinstudierenden der RUB auf eine leere Wand auf dem Nordforum gegenüber der UB in Originalgröße (3,51 mal 7,82 m) nachgemalt. Mit dieser Aktion wollten die Studierenden gegen die Stationierung von US-amerikanische Pershing-Raketen in Deutschland protestieren. Sie hatten zuvor eine Postkarte per Diafilm fotografiert, das Dia auf die Wand projiziert und es mit weiß, grau und schwarz nachgemalt.

Kommission suchte neues Mahnmal

1998 wurde ihr Werk beim Errichten einer gläsernen Einkaufszeile zerstört. Aufgrund anhaltender Proteste vor allem von Studierenden gegen die Zerstörung schuf der Senat der RUB ein Jahr später die Kommission "Gedenken an der RUB". Ihre Aufgabe war es, u. a. angesichts des Jugoslawien-Konflikts ein neues Mahnmal gegen Krieg und Gewalt auf dem Campus zu installieren. Schließlich entschied man sich, Guernica an anderer Stelle neu aufleben zu lassen.

Nachmalen untersagt

Ein erneutes Nachmalen wurde jedoch von der Erbengemeinschaft Picassos untersagt, deshalb musste die neue Version in Form einer fotografisch fixierten Reproduktion geschaffen werden. Da die Reproduktion auf eine neu zu errichtende Mauer an der Bibliothek gebracht werden sollte, begann die Suche nach geeignetem Material. Schließlich fand man eine robuste Spezialplane, die den Windverhältnissen an der RUB gerecht wird. Im Jahre 2002 wurde neben dem westlichen Eingang der Bibliothek die neue Mauer hochgezogen, das Motiv von Guernica in Originalgröße auf die Spezialplane gedruckt und im Dezember 2002 schließlich an der Mauer befestigt. Dort wird es seitdem von zwei Strahlern inszeniert.

Weitere Informationen

Dr. Tillmann Bendikowski, Medienagentur Geschichte, Kortenpfad 2, 44787 Bochum, Tel. 0234/262467

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