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Gemeinsam gegen Kriminalität: Innere Sicherheit auf neuen Wegen

27.01.2003 - (idw) Fachhochschule Potsdam

Im Kampf gegen die Jugendkriminalität werden Schule, Polizei und Sozialarbeit in Brandenburg künftig noch enger kooperieren. Erstmals absolvierten jetzt 20 Lehrer, Sozialarbeiter und Polizisten einen entsprechenden Weiterbildungskurs an der Fachhochschule Potsdam. Das Modellprojekt "Konfliktmanagement im Landkreis Uckermark" ist in seiner berufsübergreifenden Qualifizierung mit Teilnehmern aus einer Region bundesweit einmalig.

Das Vorhaben war von Innenminister Jörg Schönbohm unter dem Dach des Landespräventionsrates "Sicherheitsoffensive Brandenburg" maßgeblich voran getrieben worden. "Ich bin sicher: Dieser Weiterbildungskurs wird Vorbild sein für ähnliche Projekte nicht nur in Brandenburg", sagte er bei der Vorstellung einer Begleitstudie zu dem Programm in Potsdam. Der Landespräventionsrat fördert das Angebot mit 45.000 Euro; weitere 45.000 Euro kommen vom bundesweiten Bündnis für Demokratie und Toleranz. 200.000 Euro stellte das Xenos-Programm des Bundesministeriums für Arbeit und Wirtschaft aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds für die auf zwei Jahre angelegte Weiterbildung zur Verfügung.

Frau Prof. Dr. Angela Mickley von der Fachhochschule Potsdam, die den bundesweit einzigen Lehrstuhl für Friedensforschung innehat, entwickelte das Curriculum für das Modellprojekt: "Wir vermeiden nicht nur Gewalt, das wäre zu wenig. Parallel zur direkten Prävention wird auf zwei Ebenen Kompetenz erworben: die Teilnehmer können den Jugendlichen kurzfristig wirksam eine effektive Interessensäußerung und -vertretung beibringen, die keinem anderen Schaden zufügt. Langfristig vermitteln die Teilnehmer, - auch indem sie Vorbild sind -, die differenzierte und zielgerichtete Auseinandersetzung mit anderen Jugendlichen, Autoritäten, Eltern usw., die zur Entwicklung zivilgesellschaftlicher Fähigkeiten gehört. Damit schaffen wir Grundlagen für eine soziale, interessengestützte Innere Sicherheit, die nicht auf waffenstarrende Muskelmänner angewiesen ist, sondern in der Zustimmung und Streitfähigkeit ihrer Bürger lebendig wirkt."

"Wer Kriminalität wirklich bekämpfen will, muss vor allem auch vorbeugend arbeiten", erläuterte der Minister, der auch Vorsitzender des Landespräventionsrates ist. "Alle, die mit Jugendlichen zu tun haben, müssen dabei an einem Strang ziehen. Sonst wird sich der gewünschte Erfolg nicht einstellen." Die Vorbereitung auf diese Arbeit ist mit dem Weiterbildungskurs beispielhaft geleistet worden. "Mit der hier vermittelten Mischung von individueller Professionalisierung, amtsübergreifender Koordination und zusätzlicher Vernetzung der drei teilnehmenden Berufsgruppen können die Absolventen des Kurses einen wichtigen und neuartigen Beitrag zur Prävention leisten."

"Die Möglichkeiten der Strafverfolgung schöpfen wir in Brandenburg voll aus", erläuterte der Innenminister. Gerade im Bereich der Kinder- und Jugendkriminalität wurden mit der Polizeistrukturreform im vergangenen Jahr bewährte Instrumente wie das Konzept der Täterorientierten Maßnahmen gegen extremistische Gewalt' (TOMEG) und die Jugendkommissariate flächendeckend ausgebaut. Künftig wird die Prävention noch weitere Bedeutung erlangen.

Die Rektorin der Fachhochschule Potsdam, Prof. Dr. Helene Kleine, unterstrich: "Die Fachhochschule setzt mit Weiterbildungen und Schwerpunkten in der Lehre ein klares Ziel auf die Entwicklung einer kompetenten Region. In allen Bereichen werden die vorhandenen Kräfte weiterentwickelt, vernetzt und mit neuen Ansätzen so verknüpft, dass für die Region eine Verbesserung erreicht wird."

In dem einjährigen Kurs erlernten die Teilnehmer gemeinsam Methoden zur Lösung von Konflikten unter gewaltbereiten Jugendlichen. Dazu gehört die Fähigkeit, in hocheskalierten Situationen differenzierte Wege einer gemeinsamen Konfliktregelung mit gefährdeten Jugendlichen und den Betroffenen durchzuführen. Weitere Ziele des Kurses waren die gegenseitige Akzeptanz und Auseinandersetzung der drei Berufsgruppen, die sich in unterschiedlicher Weise mit den Konfliktfeldern Jugendlicher auseinandersetzen. Damit wurde die Basis für eine Zusammenarbeit der Absolventen gelegt, die eine regionale Vernetzung zur Gewaltprävention schaffen wollen. Schon während des Kurses arbeiteten die künftigen Konfliktmanager als Multiplikatoren und stellten erste Kontakte zu bestehenden Netzwerken in der Uckermark her.

Weitere Informationen zum Projekt und Anmeldung zur Weiterbildung an der Fachhochschule Potsdam bei der Projekt- und Seminarleiterin, Kerstin Lück, Tel. 0331/580-1132 oder 030/216 45 03, E-Mail: lueck@fh-potsdam.de.

Der Pressesprecher des Ministerium des Innern des Landes Brandenburg, Heiko Homburg, steht Ihnen unter Tel. 866 2060, Fax 866 2666, E-Mail: presse@mi.brandenburg.de zur Verfügung.
Die Leiterin der Abteilung Marketing & Kommunikation der Fachhochschule Potsdam, Ulrike Fischer, erreichen Sie unter Tel. 580 1070, Fax 580 1079, E-Mail: presse@fh-potsdam.de.

Pressemitteilungen und Veranstaltungshinweise der FH Potsdam können Sie auch im Internet abrufen: http://www.fh-potsdam.de
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