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Heimat als Utopie - kann Europa Heimat sein?

28.01.2003 - (idw) VolkswagenStiftung

VolkswagenStiftung unterstützt das "Europäische Forum" in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften - dritte Diskussionsveranstaltung am Mittwoch, dem 5. März 2003 um 19.30 Uhr

Zu den zentralen europäischen Erfahrungen zählen Entwurzelung und Heimatlosigkeit. Sie prägten das vergangene Jahrhundert der beiden Weltkriege und sind Teil einer gemeinsamen europäischen Geschichte. Kann Europa heute in positiver Wendung dieser Erfahrungen für seine Bürger zur Heimat werden? Heimat hat viele Orte: Wohnort, Geburtsort, Familie, Freundeskreis, geistige Verbundenheiten, Sprache oder Land. Mit dem Fortschreiten des europäischen Einigungsprozesses und zunehmender Globalisierung wächst gleichzeitig die Liebe zu kleinen Einheiten, zur Region oder zur eigenen Stadt.

Der Europäischen Union als Staaten- und Bürgerunion fehlt es offensichtlich an Attraktivität, um bei ihren Bürgern Heimatgefühle zu wecken. Die oft beschworenen europäischen Werte reichen als Identitätsstifter nicht aus, setzen kaum Bindungskräfte frei. Mit dem Europäischen Konvent und der in Arbeit befindlichen Verfassung bemühen sich die politischen Eliten, der "Europa-Müdigkeit" der Bürger zu begegnen. Doch angesichts der bestehenden Demokratie- und Legitimationsdefizite der EU-Institutionen und der verbreiteten Angst vor Zentralismus und Bürokratismus bleibt die Frage, wie sich der Einzelne mit dem Projekt Europa identifizieren kann.

"Heimat als Utopie - kann Europa Heimat sein"? Mit diesem Thema beschäftigt sich das dritte Podium des Europäischen Forums: ein zivilgesellschaftliches Projekt, das die VolkswagenStiftung gemeinsam mit der Robert Bosch und der Hertie-Stiftung unterstützt. Es debattieren in öffentlicher Runde Schriftsteller, Wissenschaftler - viele von ihnen von den Stiftungen in der Vergangenheit gefördert - und Politiker aus unterschiedlichen europäischen Ländern Probleme des gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Einigungsprozesses, die aus der langen Phase der Spaltung Europas resultieren. Das Forum will sich dabei der in Aussicht gestellten Osterweiterung annehmen. Besonderes Augenmerk gilt dem Dreieck Frankreich, Deutschland und Polen. Im Forumskomitee sind Fachleute aus Deutschland, Frankreich, Polen, Holland und Italien versammelt, die nach dem Rotationsprinzip mit jeweils neuen Gästen auf dem Podium diskutieren (siehe auch nachfolgenden Text). Das Forum zielt nicht zuletzt auf die Entmythologisierung der eigenen nationalen Geschichte und Selbstbilder als eine wesentliche Voraussetzung für ein europäisches Gedächtnis, das die über 1989 hinaus währende Aufspaltung der Erinnerung überwinden hilft.

3. Podiumsdiskussion des Europäischen Forums

Das dritte Podium findet statt am: Mittwoch, dem 5. März 2003, ab 19.30 Uhr, im Leibniz-Saal der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften

Mit folgenden Fragen werden sich die Podiumsteilnehmer auseinander setzen:
- In welcher Weise kann das Spannungsverhältnis von angestrebter Einheit und existierender Vielfalt Bindekräfte für Europa freisetzen, Identifikationschancen eröffnen oder gar Heimatgefühle bei den Bürgern wecken?

- Verkörpert Heimat das, was fehlt oder verloren gegangen ist, einen "Nicht-Ort?"

- Kann eine Europäische Verfassung zur Entfaltung einer europäischen Identität, eines europäischen Bewusstseins beitragen?

- Kann es überhaupt so etwas wie ein europäisches Staatsvolk geben, das nach einer europäischen Verfassung verlangt?

Es diskutieren auf dem Podium: Maarten Brands, Direktor des Deutschland-Instituts in Amsterdam, Klaus Harpprecht, Publizist, LaCroix Valmer, Adam Michnik, Historiker und Chefredakteur der in Warschau erscheinenden Gazeta Wyborcza, sowie die Schriftstellerin Herta Müller. Das Podium wird moderiert von der Politologin und Publizistin Dr. Ulrike Ackermann. Musikalisches Entree: Anne Bärenz (p) und Frank Wolff (c)

Interessierte Journalistinnen und Journalisten sind herzlich eingeladen. Für weitere Informationen steht Ihnen gern zur Verfügung: Andrea Schwieger Hiepko: Tel.: 01 70/54 88 980, Fax: 0 30/2 03 70 - 2 55, E-Mail: info@europaeischesforum.de, www.europaeischesforum.de

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Kontakt/Moderation: Europäisches Forum Berlin, Dr. Ulrike Ackermann, Telefon: 0 30/20 37 02 56
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Weitere Veranstaltung des Europäischen Forums: 4. Podium am 4. Juni 2003: Erbschaft der Diktaturen - Vergangenheitsbewältigung in Frankreich, Deutschland und Polen
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Kontakt VolkswagenStiftung, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: Dr. Christian Jung,
Tel.: 05 11/83 81 - 380, E-Mail: jung@volkswagenstiftung.de
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