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Spanischer König überreicht Fields Medaillen an vier Mathematiker

22.08.2006 - (idw) DFG Forschungszentrum MATHEON Mathematik für Schlüsseltechnologien

International Congress of Mathematicians (ICM) wurde in Madrid feierlich mit der Preisverleihung eröffnet. Auf der Eröffnungsfeier des International Congress of Mathematicians (ICM) in Madrid wurden heute durch den spanischen König Juan Carlos die Fields-Medaillen verliehen. Preisträger sind Andrei Okounkov, Grigori Perelman, Terence Tao und Wendelin Werner. Da es keinen Nobelpreis für Mathematik gibt, sind die Fields-Medaillen der wichtigste und größte Preis für Mathematiker. Die Medaillen werden von der International Mathematical Union (IMU) alle vier Jahre vergeben. Die Preisträger werden bis zum Zeitpunkt der Verleihung streng geheim gehalten, auch die Jury bleibt anonym. Die Empfänger der Medaille dürfen zum Zeitpunkt der Arbeit, für die sie ausgezeichnet werden, nicht älter als 40 Jahre gewesen sein. Vergeben werden zwischen zwei und vier Preise. Die Medaillen sind nach dem kanadischen Mathematiker Charles Fields (1863-1932) benannt.

Gleichzeitig wurde der Nevanlinna Preis für herausragende Arbeiten auf dem Gebiet der theoretischen Informatik an Jon Kleinberg verliehen. Der Preis, der alle vier Jahre verliehen wird, ist nach dem finnischen Mathematiker Rolf Herman Nevanlinna benannt.

Andrei Okounkov erhielt den Preis für seine Arbeiten, die Wahrscheinlichkeit, Zahlentheorie und algebraische Geometrie miteinander verbinden. Die Arbeit von Andrei Okounkov hat tief greifende neue Verbindungen zwischen verschiedenen Gebieten der Mathematik aufgedeckt und neue Einblicke in Probleme, die in der Physik auftauchen, gebracht. Obwohl seine Arbeit schwierig ist zu klassifizieren, weil es so viele verschiedene Gebiete berührt, haben sich zwei klare Themen herausgebildet: er Gebrauch von einer Ahnung von Zufälligkeit und die klassischen Ideen der Zahlentheorie.
Andrei Okounkov wurde 1969 in Moskau geboren. Er erlangte den Doktorgrad der Mathematik 1995 an der Moscow State University. Er ist Professor der Mathematik an der Princeton University.

Grigori Perelman wurde für seinen Beitrag zur Geometrie und seinen revolutionären Einblicke in die analytische und geometrische Struktur des Ricci flow ausgezeichnet.Seine Arbeiten in den Jahren 2002-2003 brachte grundlegende Einblicke in die Studien der Evolutionsgleichungen und deren Singularitäten. Am bedeutendsten sind allerdings seine Resultate zur Klärung zweier bedeutender Probleme in der Topologie: die Poincarésche Vermutung sowie die geometrische Vermutung von Thurston.
Grigori Perelman wurde 1966 in der damaligen Sowjetunion geboren. Er erhielt seinen Doktortitel von der St. Petersburg State University. Anschließend verbrachte er einige Zeit in den Vereinigten Staaten, so auch als Miller Fellow an der University of California, Berkeley. Er war ebenfalls einige Jahre Forscher am St. Petersburg Department des Steklov Institute of Mathematics.

Terence Tao erhielt die Medaille für seinen Beitrag zu partiellen Differentialgleichungen, Kombinatorik, harmonische Analysis und zur additiven Zahlentheorie. Taos spektakuläre Arbeiten nehmen Einfluss auf verschiedenste Gebiete der Mathematik. Gemeinsam mit en Green gelang ihm der Beweis, dass es beliebig lange arithmetische Progressionen von Primzahlen gibt.
Terence Tao wurde 1975 in Adelaide, Australien, geboren. Der als "Wunderkind" bezeichnete Mathematiker erreichte bereits mit 8 Jahren ein SAT-Testresultat im mathematischen Teil, das einem überdurchschnittlichem Studienanfänger entspricht Er war der jüngste Teilnehmer und der jüngste Goldmedaillengewinner bei der Mathematikolympiade. Er erhielt seinen PhD der Mathematik 1996 von der Princeton University. Jetzt ist er Professor der Mathematik an der University of California, Los Angeles.

Wendelin Werner schließlich wurde für seinen Beitrag zu der Entwicklung der stochastischen Loewner Entwicklung, der Geometrie der zweidimensionalen Brown?schen Bewegung und konforme Feldtheorie ausgezeichnet. Die Arbeit von Wendelin Werner repräsentiert eine der spannendsten und fruchtbarsten Interaktionen zwischen Mathematikern und Physikern in der heutigen Zeit. Werners Forschung hat einen neuen konzeptionellen Rahmen zum Verstehen von kritischen Phänomenen, die in physikalischen Systemen auftreten, entwickelt und hat neue geometrische Einblicke geschaffen. Seine theoretischen Ideen haben einen wichtigen Einfluss sowohl auf die Mathematik als auch auf die Physik.
Wendelin Werner wurde 1968 in Deutschland geboren, er besitzt die französische Nationalität. Er erhielt 1993 seinen PhD an der University of Paris VI. Seit 1997 ist er Professor für Mathematik an der University of Paris-Sud in Orsay. Von 2001 bis 2006 war er zudem Mitglied am Institut Universitaire de France, und seit 2005 teilweise an der Ecole Normale Supèrieure in Paris.

Jon Kleinbergs Arbeit brachte theoretische Einblicke in wichtige praktische Fragen, die eine zentrale Rolle im Verstehen und Managen unserer zunehmend vernetzten Welt spielen. Er hat in vielen Gebieten gearbeitet, von Netzwerkanalyse und -routing bis zu Datamining, vergleichende Genomics und Proteinstrukturanalyse. Zusätzlich zu diesen fundamentalen Beiträgen der Forschung hat sich Kleinberg tief greifende Gedanken bezüglich des Einflusses der Technologie in sozialen, ökonomischen und politischen Bereichen gemacht.

Jon Kleinberg wurde 1972 in Boston, Massachusetts, USA geboren. Er erhielt seinen PhD 1996 vom Massachusetts Institute of Technology. Heute ist er Professor für Informatik an der Cornell University, Ithaca, USA.
Weitere Informationen: http://www.icm2006.org
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