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Mehr Lebensqualität durch Gehtraining?

23.08.2006 - (idw) Universitätsklinikum Heidelberg

Studie der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg untersucht die Effektivität bei der "Schaufensterkrankheit" / Teilnehmer gesucht "Schaufensterkrankheit" sagt der Volksmund, die Mediziner sprechen von "arterieller Verschlusskrankheit": Durch Arteriosklerose verengte Beinarterien bereiten beim Gehen so starke Schmerzen, dass der Betroffene immer wieder stehen bleiben muss. Ständiges Gehtraining ist beschwerlich, aber nützlich bei dieser in der älteren Bevölkerung häufig auftretenden Erkrankung.

Eine Studie der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg (Abt. Innere Medizin III, Ärztlicher Direktor: Professor Dr. Hugo A. Katus) untersucht jetzt erstmals wissenschaftlich die Frage, welche Art des intensivierten Gehtrainings die Beschwerden am besten lindern kann. Das Projekt mit dem Namen EXPAIN ("Exercise Therapy in Peripheral Arterial Insufficiency") wird von der Landesstiftung Baden-Württemberg mit insgesamt 189.000 Euro im Rahmen des Programmes "Sport - Bewegung - Prävention" gefördert. Kooperationspartner dieser Untersuchung sind die Abteilungen "Sportmedizin", "Klinische und Psychosomatische Medizin" und "Medizinische Biometrie" des Universitätsklinikums Heidelberg.

Für die Studie werden noch Teilnehmer über 60 Jahre, die an der "Schaufensterkrankheit" leiden, gesucht.

"Die klinische Erfahrung hat gezeigt, dass ein Gehtraining ein wichtiger Bestandteil einer erfolgreichen Therapie sein kann. Wir möchten nun zeigen, wie ein wirksames Gehtraining aussehen soll", erklärt der Studienleiter Dr. Jörg Zehelein aus der Gefäßambulanz der Abteilung Innere Medizin III (verantwortlich: Professor Dr. Christiane Tiefenbacher).

Wie kann die Motivation zum Gehtraining erhöht werden?

Ein großes Problem ist die mangelhafte Bereitschaft der Patienten, sich einem regelmäßigen Gehtraining zu unterziehen, d.h. eine ausreichende Wegstrecke mehrmals pro Woche zurückzulegen. Nur etwa 30 Prozent der Patienten folgen den derzeitigen Therapieempfehlungen. Deshalb untersucht die Studie ebenfalls, welche Rolle der Lebensstil und die Persönlichkeit für den Therapieerfolg spielen. Alle Patienten werden zusätzlich und je nach Notwendigkeit mit der derzeitigen Standardtherapie der "Schaufensterkrankheit" (z.B. Erweiterung der Arterien, Medikamente) behandelt.

"Als Erfolgskriterien messen wir, in welchem Ausmaß die Patienten in der jeweiligen Trainingsgruppe nach einem Jahr Training ihre Gehstrecke gesteigert haben, wie viele Schmerzen sie noch empfinden und ob sich ihre Lebensqualität gesteigert hat", sagt Dr. Zehelein. Weitere Messgrößen sind die Zahl der ungeplanten Arztbesuche und Klinikaufenthalte. Außerdem sollen Bluttests zeigen, ob Entzündungsreaktionen in den Blutgefäßen ablaufen und welche Gene für den Erfolg des Gehtrainings eine Rolle spielen.

Die Studie wird auch dazu genutzt, eine Trainingsmöglichkeit für Patienten mit "arterieller Verschlusskrankheit" an der Universitätsklinik aufzubauen, ähnlich wie dies schon in den "Koronarsportgruppen" etabliert ist.

Interessierte Teilnehmer wenden sich an:

Dr. Jörg Zehelein
Universitätsklinikum Heidelberg
Innere Medizin III
Angiologische Ambulanz
Im Neuenheimer Feld 410

69120 Heidelberg
Tel 06221 / 56 8694

Bei Rückfragen von Journalisten:
Dr. Annette Tuffs
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Universitätsklinikums Heidelberg
und der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 672
69120 Heidelberg
Tel.: 06221 / 56 45 36
Fax: 06221 / 56 45 44
E-Mail: Annette_Tuffs@med.uni-heidelberg.de

Diese Pressemitteilung ist auch online verfügbar unter
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/presse

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