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FH Biberach bündelt Forschungsaktivitäten

28.01.2003 - (idw) Fachhochschule Biberach

Eine zentrale Anlaufstelle für forschungsrelevante Themen hat die Fachhochschule Biberach eingerichtet: das Institut für angewandte Forschung, kurz IAF.

Unter Leitung von Prof. Dr. Martin Becker will es alle Forschungsaktivitäten an der FH bündeln ebenso wie die interdisziplinäre Zusammenarbeit der einzelnen Studiengänge intensivieren. Unter dem Dach des IAF sind Hochschulprofessoren sowie Institute und Labore der Fachhochschule zusammengeschlossen, etwa die Institute für Holzbau, für Analytik oder Gebäudeklimatik, außerdem das Labor für Straßenbau, das Vermessungs- und das Wasserbaulabor.
Doch nicht nur die Hochschule und ihre Studierenden sollen vom Forschungsengagement der FH Biberach profitieren. Vielmehr sieht sich das IAF auch als Ansprechpartner für die Region: Wirtschaft und öffentliche Hand können und sollen die Kompetenzen des IAF nutzen. Beispielsweise kann das IAF konkrete Anfragen an die entsprechenden Fachleute der Biberacher Hochschule vermitteln oder mit Unternehmen oder Kommunen bei Forschungsprojekten kooperieren, so Dr. Becker.
Wie eine solche Zusammenarbeit funktionieren kann, zeigt Dr. Beckers Kollege Prof. Dr. Roland Koenigsdorff am aktuellen Beispiel Berufsschulzentrum Biberach. Die Fachhochschule begleitet die Bauarbeiten für diesen Neubau gleich zweifach über das Forschungsprojekt "Solar optimiertes Bauen" kurz "SolarBau". Zum einen steht das IAF mit dem Studiengang Gebäudetechnik/Gebäudeklimatik dem ehrgeizigen Energiekonzept des Berufsschulzentrums beratend zu Seite; nach Fertigstellung des Neubaus wird zum anderen über einen Zeitrum von zwei Jahren der laufende Betrieb begleitet. Dann will man anhand von Messungen überprüfen, wie das Konzept aufgeht: Wie ist der Energieverbrauch tatsächlich, wie das Raumklima und wie zufrieden sind die Nutzer? Diese Ergebnisse, so Dr. Koenigsdorff, fließen als Rückmeldung in die Lehre und natürlich in die Praxis. Im Fall des BSZ wird man den Landkreis Biberach als Betreiber der Schule beraten, ob und wenn ja wie er den Energieverbrauch optimieren kann.
Ein weiteres Beispiel für die Arbeit des IAF ist das "zafh.net", das Zentrum für angewandte Forschung an Fachhochschulen - Nachhaltige Energietechnik. Das zafh.net ist ein Verbund, dem vier weitere baden-württembergische Fachhochschulen (Offenburg, Konstanz, Reutlingen und Stuttgart) angehören, die unter der Federführung der FH Stuttgart ihre Forschungskompetenzen in nachhaltiger Energietechnik bündeln.
Und auch bei diesem Forschungsprojekt verfolgen das IAF und seine Partner das Ziel, nachhaltige Energiekonzepte zu entwickeln: zafh.net untersucht Möglichkeiten Gebäude zu heizen, zu kühlen und mit Strom zu versorgen - möglichst basierend auf regenerativen Energiequellen wie Erdwärme und Solarenergie - und diese mit neue Reglungs- und Steuerungstechniken effizient einzusetzen. Ein zukunftsträchtiges Thema, wenn man bedenkt, dass der europäische Energieverbrauch von jährlich insgesamt rund zehn Milliarden Gigawattstunden mit 41 Prozent zum größten Teil auf Gebäude entfällt (Industrie 28 Prozent, Verkehr 31 Prozent). Mit nachhaltigen Energietechniken für Gebäude - thermische Solarenergie, Geothermie, klimaabhängigen Steuerungs- und Reglungstechniken - lassen sich Energiekosten und - verbrauch deutlich reduzieren.
Gemeinsam hatten sich die zafh.net-Partner im vergangenen Jahr an einem landesweiten Wettbewerb des baden-württembergischen Wissenschaftsministeriums teilgenommen. Eine Jury wählte aus mehr als 20 Vorschlägen drei aus - darunter den Forschungsverbund zafh.net (weitere Wettbewerbssieger sind das Zentrum für Mikrotechnik und Systemintegration, angesiedelt an der FH Furtwangen, und das Zentrum für Biotechnologie in Mannheim).
Für dieses Forschungsprojekt dient das innovative Technikum Gebäudeklimatik der Fachhochschule Biberach als Demonstrationsobjekt, in dem verschiedenste Gebäudesysteme und Technologien messtechnisch untersucht und verglichen werden. Darüber hinaus werden ständig Partner aus Wirtschaft, Industrie oder Kommunen gesucht, die in Zusammenarbeit mit zafh.net anhand geplanter, neu gebauter oder sanierter Gebäude zeigen möchte, wie nachhaltige Energietechnik in realen Gebäuden aussehen kann.

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