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Nachwuchsgruppe erforscht die Bildung von Ödemen

28.01.2003 - (idw) Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Eine neue wissenschaftliche Nachwuchsgruppe hat an der Universität Würzburg mit der Arbeit begonnen. Sie erforscht die Durchlässigkeit von Blutgefäßen und die damit verbundene Ödembildung, also die Ansammlung von Wasser im Gewebe. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert die jungen Wissenschaftler in den kommenden vier Jahren mit 800.000 Euro.


Erforschen die Durchlässigkeit von Blutgefäßen und die Entstehung von Ödemen: Dr. Thomas Renné, Constanze Blume und Dr. Kai Schuh (von links). Foto: Weberpals Geleitet wird die Nachwuchsgruppe, die im Würzburger Sonderforschungsbereich 355 "Pathophysiologie der Herzinsuffizienz" angesiedelt ist, von dem 33-jährigen Mediziner und Chemiker Dr. Thomas Renné. Wie dieser erklärt, kommt es bei vielen wichtigen Krankheiten wie Entzündungen, Herzinsuffizienz oder Asthma zur Bildung von Ödemen. Dabei tritt vermehrt Flüssigkeit aus dem Blutgefäßsystem ins Gewebe aus. "Wir untersuchen, wie sich die Durchlässigkeit von Blutgefäßen und isolierten Zellen unter dem Einfluss von Bradykinin verändert." Das Bradykinin ist ein Hormon, das die Gefäße sehr stark erweitert, den Blutdruck senkt und Entzündungen auslöst. Es ist auch für die Entstehung von Schmerzen verantwortlich.

Mit diesem Botenstoff beschäftigt sich Dr. Renné schon seit längerer Zeit. Hierbei hat sich herausgestellt, dass Bradykinin äußerst kurzlebig, jedoch sehr schnell wirksam ist. Die Wirkungen des Hormons erstrecken sich dabei nicht auf größere Gebiete, sondern bleiben lokal eng begrenzt. Die Ursache hierfür ist, dass sowohl die Bildung als auch der Abbau des Hormons genau kontrolliert werden.

Die neue Nachwuchsgruppe, die im Institut für Klinische Biochemie und Pathobiochemie mit insgesamt drei Wissenschaftlern arbeitet, ist seit Ende 2002 an der Uni Würzburg etabliert. Dr. Renné hat in Mainz studiert und als Postdoc im Institut für Biochemie an der Uniklinik Frankfurt sowie an der Vanderbilt University in Nashville (USA) geforscht.

In dieser Zeit beschäftigte er sich mit der Blutgerinnung und mit Hormonen, die Herz und Kreislauf regulieren. Im September 2002 bekam er den mit 3.000 Euro dotierten "Ivar-Trautschold-Nachwuchsförderpreis für Klinische Chemie und Pathobiochemie" verliehen. Damit wurden seine Arbeiten über die "Molekularen Mechanismen Kinin-generierender Systeme" ausgezeichnet.

Nachwuchsgruppen innerhalb von Sonderforschungsbereichen oder Forschergruppen werden von der DFG maximal fünf Jahre lang gefördert. Die Forschungsgemeinschaft bezahlt die Stellen des Projektleiters und seiner Mitarbeiter; außerdem stellt sie Sach-, Geräte- und Reisemittel zur Verfügung.

Weitere Informationen: Dr. Thomas Renné, T (0931) 201-36116, Fax (0931) 201-45153, E-Mail: T.Renne@medizin.uni-wuerzburg.de
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