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Bilanzskandale und Wesentlichkeitsgrenzen - Neues Buch zur "Achillesferse" der Wirtschaftsprüfung

15.10.2006 - (idw) Munich Business School

Eine neue Veröffentlichung der Munich Business School beschäftigt sich mit neuen Ansätzen zur Festlegung von Wesentlichkeitsgrenzen in der Wirtschaftsprüfung und könnte damit einen Beitrag zur Verhinderung von Bilanzskandalen leisten. Die Munich Business School hat im Rahmen ihrer Finance Research Series eine neue Veröffentlichung vorgestellt. Im Mittelpunkt des Titels "Value Based Materiality" steht ein Problem aus dem Bereich Wirtschaftsprüfung: Während Unternehmen kaum noch nach Bilanzzahlen sondern zunehmend wertbasiert gesteuert werden, erfolgt die Prüfung noch weitgehend bilanzorientiert. Diese Divergenz eröffnete in der Vergangenheit Raum für Fehleinschätzungen und Ungenauigkeiten, welche ihren Niederschlag allzu oft in Falschbilanzierungen und existenziellen Unternehmenskrisen fanden.

Kritische Parameter sind in diesem Zusammenhang die Wesentlichkeitsgrenzen (engl.: materiality threshold), die Wirtschaftsprüfer im Rahmen der Planung ihrer Tätigkeit für ihre Mandanten festlegen müssen. Da diese Grenze das Ausmaß und zugleich die Genauigkeit der Prüfung bestimmen, wird die Festlegung auch als "Achillesverse der Wirtschaftsprüfung" bezeichnet. Dabei war bisher eine Orientierung der Wesentlichkeitsgrenzen am Unternehmensgewinn üblich, was bei hohen Gewinnen zu großen Ungenauigkeiten in der Prüfung führen konnte.

Autor Timo Richter beschäftigt sich mit der Möglichkeit, die Wesentlichkeitsgrenzen nicht aus Bilanzzahlen, sondern aus der Entwicklung des Unternehmenswertes abzuleiten und gibt eine Handhabe für die wertbasierte Festlegung der Wesentlichkeitsgrenzen in der Wirtschaftsprüfung.

"Auf wissenschaftlicher Ebene treibt das vorliegende Buch die Verknüpfung von Corporate Finance und Wirtschaftsprüfung voran. Gleichzeitig kann es als Handbuch für die zunehmende Wertorientierung bei Entscheidungen im Prüfungsalltag sowie als Grundlage für weitere wisschenaftliche Diskussionen dienen.", würdigte Ralf Beunker, Partner der KPMG Deutsche Treuhand-Gesellschaft AG in München, die Neuerscheinung.

MBS Research Series Finance
Band 5: Richter, Timo: Value Based Materiality - Die Ableitung von Wesentlichkeitsgrenzen aus dem Unternehmenswert München 2006, ISBN-10: 3-8334-5401-6

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