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Lungenschule an der Uniklinik - jeder fünfte Schüler durch Zigaretten belastet

17.10.2006 - (idw) Klinikum der Johann Wolfgang Goethe-Universität, Frankfurt a. M.

Lungenspezialisten des Frankfurter Uniklinikums nahmen bei Schülern Messungen der Kohlenmonoxydkonzentration in der Ausatmungsluft vor An einer Informationsveranstaltung unter dem Motto "Lungenschule" nahmen mehr als 120 Schüler im Alter zwischen elf und 13 Jahren des Goethe-Gymnasiums Ende September in Frankfurt am Main teil. Lungenspezialisten des Frankfurter Uniklinikums nahmen bei den Schülern Messungen der Kohlenmonoxydkonzentration in der Ausatmungsluft vor: Jeder fünfte untersuchte Schüler wies Werte auf, wie sie typischerweise bei Rauchern gefunden werden. "Wir können natürlich nicht bestimmen, ob bei diesen Schülern die CO-Werte zustande kommen, weil sie selbst rauchen, oder ob sie bei ihren Eltern mitrauchen", führt Professor T. O. F. Wagner, Leiter der Abteilung Pneumologie und Allergologie am Klinikum der Goethe-Universität in Frankfurt aus. "Diese Kinder haben so deutlich erhöhte Werte, dass sich alle Verantwortlichen ernsthaft Gedanken machen müssen, wie sie diese Belastung in den Griff bekommen können", so Professor Wagner weiter.

Die Lungenschule wurde in diesem Jahr schon zum zweiten Mal im Rahmen des bundesweiten 9. Deutschen Lungentages veranstaltet. Der Frankfurter Arbeitskreis für Pneumologie und Allergologie führte in den Räumen des Frankfurter Universitätsklinikums in Zusammenarbeit mit der Deutschen Lungenstiftung einen Schüler-Infotag zum Thema "Lunge, Atmen, Allergie und Zigarettenrauchen" durch. Die Schülerinnen und Schüler der sechsten Klassen des Goethe-Gymnasiums in Frankfurt tauschten am Lungentag vorübergehend die Schulbank mit dem Hörsaal in der Uni, um über die wenig beachtete Atmung und die Auswirkungen des Rauchens zu diskutieren. Das "Wunder der Lunge" erklärte Professor Dr. Joachim Bargon vom St. Elisabethenkrankenhaus den Schülern und zeigte ihnen, zu welchen enormen Leistungen unsere Lunge über viele Jahrzehnte in der Lage ist, wenn man sie nicht all zu sehr belastet.

Die Schüler hatten die Möglichkeit, ihre eigene Lungenfunktion in einem modernen, computerisierten Lungenfunktionslabor selbst zu testen. Zusätzlich wurde die Konzentration von Kohlenmonoxyd (CO) in der Ausatmungsluft gemessen. "Kohlenmonoxyd entsteht nicht nur bei Verbrennung von Benzin, Öl und Kohle, sondern auch beim Verbrennen von Tabak. Raucher und Passivraucher atmen deshalb überdurchschnittlich viel davon ein", erklärt Dr. Torsten Born, Mitarbeiter der Pneumologie der Uniklinik, der mit den Kindern geduldig alle Messungen durchführte. Kohlenmonoxyd bindet an den roten Blutfarbstoff Hämoglobin und besetzt die Bindungsstellen, die eigentlich für den Sauerstofftransport benötigt werden. Dr. Peter Kardos, niedergelassener Lungenfacharzt aus Frankfurt ergänzt: "Das ist unglaublich, aber jedes fünfte Kind hat eine leichte Form einer Kohlenmonoxydvergiftung!"

"Lungenerkrankungen nehmen in erschreckendem Maße zu, so dass es wichtig ist, gerade jungen Menschen klar zu machen, dass man etwas dafür tun muss und tun kann, damit die Lunge gesund bleibt", stellt Professor Wagner fest. So wird mit Unterstützung der Deutschen Lungenstiftung e.V. in dem Informationsangebot auch über die schädlichen Wirkungen des Rauchens informiert: Was kann getan werden, damit die Schüler gar nicht erst anfangen zu rauchen? Dieses Thema ist deshalb für diese Altersgruppe so bedeutsam, weil das durchschnittliche Einstiegsalter für das Zigarettenrauchen inzwischen bei zwölf Jahren liegt. Dr. Kardos fügt hinzu: "Wir machen das nicht mit erhobenem Zeigefinger. Wir möchten die Aufmerksamkeit der Schüler und natürlich über sie auch die der Eltern auf die eigene Verantwortung für die Gesundheit lenken, denn durch diese Art des Anfassens und Mitmachens bekommt die unsichtbare Luft, die wir atmen, etwas Konkretes."

Dem Applaus nach zu urteilen, waren die Kinder von den Ausführungen des Kinderlungenarztes und Allergologen aus der Universitätskinderklinik, Dr. Markus Rose besonders begeistert. Seine Fragen auf der Abschlussveranstaltung wurden vollständig fehlerfrei beantwortet. "Allergien nehmen tatsächlich stetig zu und betreffen inzwischen mehr als 20 Prozent aller Schulkinder; auch bei dieser Jahrgangsstufe mit 125 Schülerinnen und Schülern müssen wir mit mindestens 30 Betroffenen rechnen", bestätigt Rose.

Interessierte Schulen und Lehrkräfte, die mit ihren Klassen ein ähnliches Angebot in Anspruch nehmen wollen, können sich an den Frankfurter Arbeitskreis für Pneumologie und Allergologie, Frau Helga Huber, Telefon:

(0 69) 63 01-63 36 oder E-Mail: helga.huber@em.uni-frankfurt.de, wenden. Weitere Informationen finden Sie unter www.Pneumo-frankfurt.de.

Frankfurt am Main, 17. Oktober 2006

Für weitere Informationen:

Ricarda Wessinghage
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Klinikum der J.W. Goethe-Universität Frankfurt/ Main
Fon (0 69) 63 01 - 77 64
Fax (0 69) 63 01 - 8 32 22
E-Mail ricarda.wessinghage@kgu.de
Internet http://www.kgu.de

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