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Aufstieg und Fall des Thüringer Reiches

19.10.2006 - (idw) Friedrich-Schiller-Universität Jena

Internationale Tagung zur "Frühzeit der Thüringer" startet am 20. Oktober an der Universität Jena Jena (19.10.06) Als mächtiges Herrschaftsgebilde unter einem starken Königshaus, stetig nach Expansion bestrebt, beschreiben Historiker Thüringen im frühen Mittelalter. Zu Beginn des sechsten Jahrhunderts erstreckte sich das Thüringer Königreich von Magdeburg im Norden bis nach Passau im Süden, von der mittleren Elbe im Osten bis zum unteren Maingebiet im Westen. "Als das römische Reich unterging, wurde Thüringen zu einem wachsenden Machtfaktor in Mitteleuropa", sagt Prof. Dr. Matthias Werner, Inhaber des Lehrstuhls für Thüringische Landesgeschichte und Mittelalterliche Geschichte der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Als Verbündeter der Ostgoten unterhielt das Thüringer Königshaus zur damaligen Zeit rege politische und kulturelle Beziehungen zu dessen Herrschern.

"Das nahm jedoch ein jähes Ende, als Theoderich, der König der Ostgoten, im Jahre 526 starb", führt Prof. Werner aus. "Ohne den politischen und militärischen Schutz des mächtigen Verbündeten, hielten die Thüringer den Angriffen der Franken aus dem Westen nicht länger stand", so Matthias Werner. Im Jahr 531 eroberten und zerschlugen die Franken das Thüringer Reich und beendeten mit der Beseitigung der Königsdynastie dessen politische Selbstständigkeit. "Von da an war Thüringen nicht nur politisch in das Frankenreich integriert", so der Historiker von der Jenaer Universität. "Das bedeutete auch eine Neuorientierung seiner kulturellen Beziehungen." Statt Italien mit der ostgotischen Hauptstadt Ravenna wurde nun das Frankenreich mit seinem Kernraum im Pariser Becken zum maßgeblichen Einflusszentrum.

Wie es zur Entstehung der Thüringer kam, welche Stellung das Thüringer Reich in der politischen Welt des fünften und sechsten Jahrhunderts einnahm und welche Konsequenzen die Unterwerfung durch die Franken für das Volk der Thüringer hatte, damit befasst sich das dreitägige internationale Kolloquium "Die Frühzeit der Thüringer", das am Freitag, den 20. Oktober beginnt. "Wir erwarten über 60 Teilnehmer aus Deutschland, der Schweiz und Österreich, aber auch aus Dänemark und den USA", sagt Prof. Werner, dessen Lehrstuhl die Tagung gemeinsam mit der Akademie der Wissenschaften in Göttingen und der an der Universität Duisburg-Essen angesiedelten DFG-Forschergruppe "Name und Gesellschaft" organisiert.

"Mit unserer Tagung nähern wir uns diesem Themenkomplex erstmals fächerübergreifend", nennt Mitorganisator Matthias Werner den neuen Ansatz des Kolloquiums. So werden neben Historikern auch Archäologen sowie Sprach- und Literaturwissenschaftler in Jena erwartet. Zu den Vorträgen, die im Senatssaal des Universitätshauptgebäudes (Fürstengraben 1) und in den Rosensälen (Fürstengraben 27) stattfinden, ist auch die interessierte Öffentlichkeit herzlich eingeladen.

Am 20. Oktober um 20.00 Uhr findet zudem in Kooperation mit dem Verein für Thüringische Geschichte ein öffentlicher Vortrag von Prof. Dr. Georg Scheibelreiter (Wien) in der Aula der Universität zum Thema "Der Untergang des Thüringerreichs aus Sicht des Frühmittelalters" statt.

Kontakt:
Prof. Dr. Matthias Werner
Historisches Institut der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Fürstengraben 13, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 944420
Fax: 03641 / 944412
E-Mail: m.werner[at]uni-jena.de

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