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Life-Sciences-Auszeichnung an Forscherin des Fraunhofer-Instituts für Werkstoffmechanik IWM in Halle

20.10.2006 - (idw) Fraunhofer-Institut für Werkstoffmechanik IWM

Frauke Junghans für ihre Diplomarbeit zur Charakterisierung von Proteinschichten aus Spinnenseide geehrt Halle - Der Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft Prof. Dr. Hansjörg Bullinger hat am 18. Oktober 2006 in Bremen den diesjährigen Hugo-Geiger-Preis des Bayerischen Wirtschaftsministeriums an drei deutsche Nachwuchswissenschaftler verliehen. Eine davon ist die Hallenserin Frauke Junghans, die derzeit am Fraunhofer-Institut für Werkstoffmechanik IWM in Halle an ihrer Promotion arbeitet. Die 26-Jährige erhält die Ehrung für ihre Diplomarbeit, in der sie sich mit der Charakterisierung von Proteinschichten aus Spinnenseide beschäftigt hat. Spinnenseide gilt als Naturstoff mit außergewöhnlichen mechanischen Eigenschaften, vor allem was Festigkeit und Elastizität betrifft. Aus diesem Grund besteht unter Materialwissenschaftlern ein großes Interesse daran, die Einsatzmöglichkeiten und Eigenschaften der Spinnenseide in technischer und medizinischer Hinsicht zu untersuchen.
Spinnen haben für Frauke Junghans eine ganz besondere Bedeutung. "Obwohl ich persönlich nicht unbedingt eine Vorliebe für die Tiere habe, sind sie für mich aus wissenschaftlicher Sicht äußerst interessant", sagt die Doktorandin vom Fraunhofer IWM in Halle. Spinnen sind in der Lage, Fäden herzustellen, die ganz erstaunliche Eigenschaften aufweisen.
Das Prinzip, das Frauke Junghans in ihrer Diplomarbeit untersuchte, ist der Natur abgeschaut. Spinnenfäden sind zwar nur sehr dünn aber dennoch fest und extrem elastisch. Sie erreichen annähernd die Reißfestigkeit von Stahl, sind jedoch wesentlich dehnbarer. Bei keiner Kunstfaser ist die mechanische Stabilität mit einer derart hohen Dehnbarkeit kombiniert. Aufgrund dieser werkstoffmechanischen Eigenschaften ergeben sich für die natürlichen Seiden und Spinnenseiden viele Anwendungsmöglichkeiten.
Ein weiterer Vorteil: Spinnenseidenproteine lösen im menschlichen Körper äußerst selten Entzündungen aus und werden in der Regel nicht vom Körper abgestoßen. Aus diesem Grund bergen winzige Schichten aus den Proteinen der Spinnenseide ein großes Potenzial zur Entwicklung biomedizinischer Materialien in sich. So untersuchte Frauke Junghans die mechanischen Eigenschaften von technisch hergestellter Spinnenseide. Denkbar ist deren Einsatz zum Beispiel bei der Beschichtung von medizinischen Implantaten wie etwa künstlichen Gelenken. "Wir haben festgestellt, dass dabei die Verträglichkeit für die Patienten erheblich verbessert wird", so Frauke Junghans.
Für die junge Forscherin ist es das erste Mal, dass sie einen Preis für ihre wissenschaftliche Arbeit erhält. "Dass es gleich ein so renommierter Preis ist, hätte ich niemals erwartet", sagt die gebürtige Hallenserin, die an der Martin-Luther-Universität in Halle Ingenieurwissenschaften mit dem Schwerpunkt Biomedizinische Materialien studiert hat. Die Ehrung erhielt sie aus den Händen des Präsidenten der Fraunhofer-Gesellschaft Professor Dr. Hansjörg Bullinger am 18. Oktober in Bremen, wo die Jahrestagung der Fraunhofer-Gesellschaft stattfand.
Schon sehr früh fand Frauke Junghans den Weg ins Fraunhofer IWM. Begonnen hat sie dort im Jahr 2001 als Praktikantin. Später wurde sie wissenschaftliche Hilfskraft und schrieb eine Studienarbeit. Seit einem Jahr arbeitet sie am Institut an ihrer Promotion. Ihre Pläne für die Zukunft? "Am liebsten wäre mir eine wissenschaftliche Karriere in einem Forschungsinstitut wie dem Fraunhofer IWM".

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