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"Pill in the Pocket": ein neues Konzept beim Vorhofflimmern

26.10.2006 - (idw) Deutsche Herzstiftung e.V./Deutsche Stiftung für Herzforschung

Deutsche Herzstiftung stellt erfolgreiche Behandlungsmethode vor (Frankfurt am Main, 26. Oktober 2006) Rund 800.000 Menschen leiden in Deutschland an Vorhofflimmern. Damit ist Vorhofflimmern die häufigste Herzrhythmusstörung. In den letzten Jahren sind in der Behandlung dieser Rhythmusstörung große Fortschritte erzielt worden.
Ein Fortschritt ist das Konzept "Pill in the Pocket", das für Menschen, die sonst herzgesund sind und an Anfällen von Vorhofflimmern leiden, große Vorteile bringt. Während diese Patienten bisher täglich ein Rhythmusmedikament nehmen mussten, sind Medikamente beim neuen "Pill in the Pocket"-Konzept nur noch erforderlich, wenn es zu einer Vorhofflimmer-Attacke kommt. Dadurch müssen erheblich weniger Tabletten eingenommen werden, was die Nebenwirkungen deutlich reduziert. Mit der Einnahme der Rhythmuspille lässt sich der normale, regelmäßige Rhythmus meist innerhalb von ein bis zwei Stunden wiederherstellen. Die Erfolgsquote liegt bei mehr als 80 Prozent.

Geeignet ist das "Pill in the Pocket"-Konzept für grundsätzlich herzgesunde Patienten unter 75 Jahre, bei denen es maximal zwei- oder dreimal im Monat zum Vorhofflimmern kommt und bei denen Vorhofflimmern zu ausgeprägten Beschwerden wie Herzstolpern, Herzrasen, Atemnot, Leistungsschwäche und/oder Schwindel führt. Wichtig: Die erste Anwendung muss im Krankenhaus oder in der kardiologischen Praxis erfolgen, um sicherzustellen, dass die Rhythmusmedikamente keine lebensbedrohlichen Nebenwirkungen auslösen. Der Patient darf die festgelegte Dosis auf keinen Fall selbständig ändern oder gar von sich aus das Medikament wechseln. Diese Therapie ist nur für Patienten geeignet, bei denen diese Zuverlässigkeit vorausgesetzt werden kann.

Nicht in Frage kommt das "Pill in the Pocket-Konzept" bei ernsthaften Herzkrankheiten, vorbestehender Pulsverlangsamung, Erregungsleitungsstörungen, Alter über 75 Jahre, Nieren- und Leberfunktionsschwäche, Schwangerschaft oder Kaliummangel. "Schon heute kann das Pill in the Pocket-Konzept als eine wesentliche Bereicherung der Behandlung von anfallsweisem Vorhofflimmern für viele Patienten bezeichnet werden", sagt: Prof. Dr. med. Dr. h.c. Berndt Lüderitz, Bonn, Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der Deutschen Herzstiftung.

Mehr über das "Pill in the Pocket-Konzept" erfahren Sie in der 100-seitigen Broschüre "Herzrhythmusstörungen heute". Die Broschüre ist für 3 Euro in Briefmarken erhältlich bei: Deutsche Herzstiftung, Vogtstr. 50, 60322 Frankfurt.

18/2006

Informationen:

Deutsche Herzstiftung e.V.
Pressestelle
Pierre König
Tel. 069/95 51 28-140
Fax: 069/95 51 28-313
E-Mail: koenig@herzstiftung.de
Weitere Informationen: http://www.herzstiftung.de
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