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George Enescu: Komponist und großer Europäer - Symposium an der Universität Oldenburg

15.11.2006 - (idw) Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg

Mit drei George Enescu-Tagen - einem wissenschaftlichen Symposium, vier Konzerten, einer Ausstellung und einer Buchvorstellung - würdigt das Institut für Musik der Universität Oldenburg von Freitag bis Sonntag, 17. bis 19. November 2006, den großen rumänischen Geiger und Komponisten, Dirigenten und Musikwissenschaftler. Veranstaltet werden die Enescu-Tage von der Komponistin Prof. Dr. Violeta Dinescu, Hochschullehrerin an der Universität Oldenburg, in Kooperation mit dem Horst Janssen Museum, dem Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa (BKGE), dem Oldenburger Kulturzentrum PFL und der International Enescu Society. Alle Veranstaltungen sind öffentlich. George Enescu (1881-1955) gehört zu den herausragenden Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Anlässlich seines 50. Todestages hatte die UNESCO das Jahr 2005 zum Enescu-Jahr erklärt. 2006 feiert die Musikwelt seinen 125. Geburtstag. Die Veranstalter wollen mit den Enescu-Tagen zudem auf den kulturellen Beitrag Rumäniens zur europäischen Kultur hinweisen.

Enescu ist nicht nur der bedeutendste rumänische Komponist, er war auch ein großer Europäer. Der im moldawischen Teil Rumäniens geborene Musiker spielte bereits mit vier Jahren Violine, komponierte mit fünf und debütierte mit sieben als Violinist. Als Achtjähriger wurde er am Wiener Konservatorium aufgenommen und absolvierte später ein Kompositionsstudium am Konservatorium in Paris. Enescu, der sein Leben abwechselnd in Paris, Bukarest und in einer Reihe von Städten der USA verbrachte, ist in Leben und Werk zum Vermittler zwischen Ost- und Westeuropa geworden. Seine Kompositionen verraten den Einfluss der rumänischen Folklore, von Johannes Brahms und Richard Wagner und der französischen Musik des Fin de Siècle.

Enescus Rhapsodien und viele seiner Kammermusikwerke gehörten zum festen Repertoire der Orchester und Ensembles in Europa und den USA. Wenn er spielte, flogen Kleidungsstücke begeisterter Fans auf die Bühne. In den USA und Kanada waren seine Konzerte Monate im Voraus ausverkauft, noch 1939 brach in New York nicht nur das Publikum, sondern selbst das Orchester nach dem ersten Satz des Violinkonzerts in Bravo-Rufe aus. Yehudi Menuhin bekannte: "Enescu bleibt für mich die außergewöhnlichste Persönlichkeit, der großartigste Musiker und der prägendste Einfluss, den ich jemals erfahren durfte."

Heute wird die Musik Enescus außerhalb Rumäniens nur selten gespielt. Zwar gibt es seine erste Rhapsodie mittlerweile als Handy-Klingelton und sein Gesamtwerk ist auf CDs erschienen, aber in Konzertsälen sind seine Werke so gut wie nie zu hören. Auch die wissenschaftliche Rezeption beginnt sich nur langsam mit seinem Schaffen auseinanderzusetzen.

Mit den Enescu-Tagen möchten die Universität Oldenburg und die International Enescu Society den Komponisten wieder ins rechte Licht rücken. Renommierte MusikerInnen wie Jenny Abel (Violine), Mihai Ungureanu (Klavier), Catalin Ilea (Violoncello), Michael Abramovich (Klavier) und Luiza Borac (Klavier) interpretieren Werke des Komponisten. Unter dem Titel "Zwischen Zeiten" setzen sich internationale MusikwissenschaftlerInnen, KomponistInnen und ZeitzeugInnen mit Enescus Leben und Schaffen auseinander. Die Ausstellung "George Enescu", die von vier Studierenden des Instituts für Musik konzipiert wurde, ist ab dem 17. November zehn Tage lang im Horst Janssen Museum zu sehen. Angestrebt ist eine langfristige Enescu-Rezeption, die durch weitere Projekte und Initiativen im Laufe der nächsten Jahre unterstützt werden soll.

Die Initiatorin Prof. Violeta Dinescu, ebenfalls in Rumänien geboren und seit 1982 in Deutschland ansässig, ist eine wichtige Figur des deutschen Musiklebens - sowohl durch ihr vielfach ausgezeichnetes Werk als auch durch ihr langjähriges Engagement als Vermittlerin zwischen ost- und westeuropäischer Kultur. Ihre regelmäßigen Konzerte und Workshops von und mit osteuropäischen, insbesondere rumänischen Komponisten, haben Oldenburg zu einem festen Begriff für das Musikleben im Osten Europas gemacht.

Das Programm:

Freitag, 17. November 2006
Horst Janssen Museum, Am Stadtmuseum 4-8, 26121 Oldenburg
19.00 Uhr Begrüßung
Eröffnung "George Enescu Ausstellung"
20.00 Uhr Konzert mit Jenny Abel (Violine) und Mihai Ungureanu (Klavier)

Sonnabend, 18. November 2006
Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa, Johann-Justus-Weg 147 a, 26127 Oldenburg
9.00 - 19.00 Uhr Symposium "Zwischen Zeiten"

Horst Janssen Museum, Am Stadtmuseum 4-8, 26121 Oldenburg
19.00 Uhr Buchvorstellung "Rumänische Musik nach 1944" von Prof. Dr. Valentina Sandu-Dediu
20.00 Uhr - Konzert mit Catalin Ilea (Violoncello) und Michael Abramovich (Klavier)

Sonntag, 19. November 2006
Kulturzentrum PFL, Peterstr. 3, 26105 Oldenburg
9.30 - 13.45 Uhr Symposium "Zwischen Zeiten"
12.15 Uhr Recital mit Stefan Kerekes (Violoncello) und Kateryna Stadnichenko (Klavier)
15.00 Uhr Konzert mit Luiza Borac (Klavier)

Außerdem:
Sonnabend, 2. Dezember 2006

15.00 Uhr George Enescu - Komponistenporträt mit Prof. Violeta Dinescu und Stefan Kerekes im Oldenburgischen Staatstheater, Spielraum

Kontakt: Prof. Violeta Dinescu, Universität Oldenburg, Tel.: 0441/798-2027, E-Mail: violeta.dinescu@uni-oldenburg.de
Weitere Informationen: http://www.uni-oldenburg.de/presse/mit http://www.uni-oldenburg.de/musik/20020.html http://www.enescusociety.org
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